Car-Sharing-Projekt „allerauto“ mit Elektroautos

Zukunftsfähige Mobilität für das Aller-Leine-Tal

Die Zuwendungsbescheide sind da und der erste Kaufvertrag unterschrieben: REALWeg-Vorstand Thomas Krug, Gründungsmitglied Jürgen Hamelmann, Vorstand Corbinian Schöfinius und Aufsichtsratsvorsitzender Walter Franzmeier (v. l.) - Foto: REALWeg

Landkreis - Viele Fragen nach der Zukunft des ländlichen Raums sind offen. Zumindest für die Mobilität hat die Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser eG eine Antwort. Mit Fördermitteln in Höhe von 150 000 Euro wollen die Gründer das Pilotprojekt „allerauto – E-CarSharing im Aller-Leine-Tal“ starten.

Die Idee des Car-Sharings („Auto teilen“) ist nicht neu. Ein Auto wird gemeinsam genutzt, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zahlen Gebühren für die Nutzung. Aus vielen Vereinen sind in den Städten inzwischen professionelle Anbieter hervorgegangen, berichten die Initiatoren in einer Pressemitteilung. Gerade in Ballungsräumen können die Bewohnerinnen und Bewohner auf diese Weise ganz auf ein eigenes Auto verzichten. Und das tun immer mehr Menschen: Seit Jahren steigen die Nutzerzahlen von Car-Sharingmodellen.

Die Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Tal eG (REALWeg) will dieses Konzept auf den ländlichen Raum übertragen. Mit sieben elektrisch angetriebenen Fahrzeugen wollen die Initiatoren mehrere Standorte im Aller-Leine-Tal eröffnen. Die Buchung soll über eine Online-Plattform erfolgen, aber auch telefonisch möglich sein. Neben einer einfachen Belegung der Fahrzeuge soll mit ehrenamtlichen Fahrern oder Fahrerinnen auch ein Senioren-Fahrdienst angeboten werden. „Wir werden uns im ländlichen Raum immer mit Individualverkehr befassen müssen“, meint Corbinian Schöfinius. Er ist Vorstand der REALWeg und überzeugt von dem Projekt: „Das Car-Sharing allerauto mit der Möglichkeit eines ehrenamtlichen Fahrdienstes ist eine sehr gute Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, der einfach nicht alle Zeiten abdecken kann.“

Gut besuchte Informationsveranstaltung in Dörverden-Westen

Bereits im Juli 2016 hat eine erste und sehr gut besuchte Informationsveranstaltung in Dörverden-Westen stattgefunden. Im Januar 2017 wurde die REALWeg dort gegründet und bereits Ende des Monats wurden die ersten Förderanträge beim Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur gestellt. Weitere Mittel beantragte die neue Genossenschaft über die LEADER-Region Aller-Leine-Tal.

Seit Ende November hat die REALWeg alle Zuwendungsbescheide mit einer gesamten Fördersumme von etwa 150 000 Euro und konnte die Fahrzeuge ausschreiben. Den Kaufvertrag für zwei Renault ZOE mit einer Reichweite von 400 Kilometern haben die Genosssenschaftler noch vor dem Jahresende, am 27. Dezember, unterschrieben.

Gewinner der öffentlichen Ausschreibung war ein regionaler Autohändler aus Nienburg, der sich auch bundesweit einen guten Ruf im Bereich E-Mobilität erarbeitet hat. Eine zweite Ausschreibung für zwei weitere Elektrofahrzeuge mit sieben Sitzen und einer Reichweite von 300 Kilometern läuft noch, da der wichtigste Hersteller noch keine Preise festgelegt hat.

Lieferzeiten von sieben Monaten

Walter Franzmeier aus dem Aufsichtsrat der REALWeg und einer der Initiatoren des Projektes meint dazu: „Dass die Elektromobilität so langsam vorankommt, liegt nicht zwingend an fehlender Lade-infrastruktur. Derzeit sind die Lieferzeiten für die Fahrzeuge bis zu sieben Monate lang und wir müssen deswegen den Startzeitpunkt immer wieder anpassen.“

Im Moment ist angedacht, an den Standorten in Westen und Schwarmstedt Mitte Juli mit jeweils zwei Fahrzeugen in Betrieb zu gehen. Für das erste Quartal dieses Jahres steht nun die Anschaffung der Ladesäulen und der Buchungssoftware an.

Corbinian Schöfinius freut sich auf den Start des Car-Sharings: „Teure Fahrzeuge, die 90 Prozent ihrer Zeit herumstehen, sind nicht mehr zeitgemäß. Werden einfach alle Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ersetzt, haben wir nicht viel gewonnen. Im ländlichen Raum können aber durch Car-Sharing bereits jetzt viele Zweitwagen mit wenig Laufleistung abgeschafft werden. So arbeiten wir aktiv am Erreichen der Klimaziele und erhöhen unsere Mobilität trotzdem. Die Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser eG ist offen für weitere Interessierte und Mitglieder.

In Kürze soll auch die Homepage www.realweg.de online gehen, versprechen die Initiatoren. Für weitere Fragen sind sie unter info@realweg.de per E-Mail und Nummer 04239/9440577 am Telefon zu erreichen.

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