Rettungsleitstelle modernisiert

Die 112 ist für die Zukunft ausgerüstet

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Günter Storch (sitzend) erklärte Fachdienstleiter Christian Groth, Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling, Peter Bohlmann, Storchs Stellvertreter Ralf Wiechers sowie den Kreistagsmitgliedern Bernd Junker und Jens Richter (v. l.) bei der Einweihung die neue Technik.

Während Minister Jens Spahn in Berlin darüber nachdenkt, die Rettungs- und Feuerwehr-Leitstellen in den Landkreisen der Gesundheitsversorgung zu unterstellen, hat der Landkreis Verden jetzt ein Zeichen gesetzt. Einrichtung und Technik für den Notruf 112 im Kreishaus wurden umfassend modernisiert und erweitert.

Verden – Peter Bohlmann und seine Kollegen im Landkreistag sind keine Freunde der Pläne des Gesundheitsministers. Das deutlich zu machen, wird der Landrat nicht müde. Und auch bei der Einweihung der neuen Leitstelle konnte er das Thema nicht auslassen. „Hier geht es um Gefahrenabwehr“, betonte er vor den vielen Gästen, die aus den in diesem Bereich eingebundenen Organisationen kamen: Feuerwehren. Rotes Kreuz, Johanniter und THW.

Gerade in den zurückliegenden Tagen habe sich wieder gezeigt, dass die Versorgung in gesundheitlichen Notfällen nicht gut funktioniert, erinnerte Bohlmann an Schwierigkeiten mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst in Achim. Spahns Gesetzesvorhaben sieht vor, dass die Leitstellen in die Versorgungsstruktur eingebunden werden sollen und damit aus der Zuständigkeit der Landkreise herausgelöst werden sollen. „Da soll ein funktionierendes System zerschlagen werden“, kritisierte der Landrat ganz im Sinne des Bündnisses „Rettet den Rettungsdienst“, das der Landkreistag angeschoben hat.

Die Berliner Pläne jedenfalls hat der Leiter der Rettungsleitstelle, Günter Storch, bei der Planung der Modernisierung nicht berücksichtigt. „Wir wollten Möglichkeiten für die Schulung, Platz für die neuen Systeme und auch für die Bearbeitung von Sonderlagen schaffen“, berichtete er aus der Bedarfsermittlung. Das Ergebnis, das jetzt für 500 000 Euro verwirklicht wurde, konnten die Planer in den bestehenden Räumlichkeiten unterbringen.

Die Zahl der Arbeitsplätze sei auf zehn angewachsen. Sie seien gleichzeitig nutzbar und sehr flexibel den jeweiligen Aufgaben zuzuordnen. So könnten die Leitstellen-Disponenten auch unter besonderen Bedingungen weiterarbeiten, rund um die Uhr Notrufe annehmen und die nötigen Rettungswagen, Notärzte und Feuerwehr-Einheiten zur Hilfe beordern. Besondere Bedingungen können sich etwa durch Großschadenslagen oder Katastrophen mit einem Massenanfall von Verletzten ergeben. Da könnten, je nach Bedarf, die dafür nötigen eher komplexen Einsätze unabhängig von Alttagsgeschehen koordiniert werden.

Als hilfreiche Neuerung bewertete Storch, dass die Disponenten künftig nicht nur die Fahrten der Einsatzfahrzeuge auf dem Bildschirm verfolgen können, sondern beim Notruf über GPS den Standort des Hilfesuchenden gemeldet bekommen. „Das AML, das Advanced Mobile Location-System, ist ein Durchbruch. Das System braucht sich nicht zu verstecken“, bestätigte Volker Clausen. Für die Sinus Nachrichtentechnik war er dafür verantwortlich, dass sich verschiedene Dienstsysteme in die Technik der Leitstelle einfügen. Als leistungsfähig habe sich auch der neue Unwetter-Client erwiesen. Bei einer Übung seien 124 Einsätze in einer Stunde problemlos koordiniert worden.

Diese Dienstsysteme setzen auf das Leitstellensystem Celios auf, das ebenfalls von einem langjährigen Partner der Leitstelle stammt, CKS Systeme GmbH. Firmen-Vertreter Dr. Gerhard Blüge wies bei der Präsentation auch auf ein wichtiges Hilfsmittel für die Disponenten hin. „IVENA“ biete ihnen einen EchtzeitÜberblick über die Aufnahmekapazitäten der umliegenden Krankenhäuser. So können die Rettungsfahrzeuge je nach Zustand des Patienten gleich zur passenden Versorgung vermittelt werden.

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