Museum „KaFF – Kunst am Fluss Fischerhude“ mit geladenen Gästen festlich eröffnet

Zuhause für Zöhls Bildräume

Großzügig und geschmackvoll gestaltete Ausstellungsräume zeigen im „KaFF – Kunst am Fluss Fischerhude“ die unverwechselbaren Werke Werner Zöhls. - Fotos: Keppler

Fischerhude - Fischerhude hat ein neues Glanzlicht. Am Sonntag wurde mit geladenen Gästen das neu eingerichtete Museum und Archiv für das 8000 Bilder und Zeichnungen umfassende Gesamtwerk des 2012 verstorbenen Fischerhuder Künstlers Werner Zöhl eröffnet. Die wunderbar restaurierte Rosebrock’sche Scheune in der Bredenau ist Heimat des von der Familie Zöhl geschaffenen Museums mit dem Namen „KaFF – Kunst am Fluss Fischerhude“.

Kunstfreunde dürfen sich nun auf die Zöhl-Werke im KaFF freuen, das am 17. Juni seine Pforten für die Öffentlichkeit öffnet – immer freitags, samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr. Am Eröffnungswochenende 17. bis 19. Juni ist der Eintritt frei. Der künstlerische Nachlass von Werner Zöhl soll in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden – die erste trägt den Titel „Durchsichtig und verdichtet“.

Dr. Henning Scherf beleuchtete als Freund das Leben und Werk von Werner Zöhl.

Zur Einweihung des Museums begrüßte die Familie Zöhl zahlreiche prominente Gäste, darunter als Festredner den Bremer Altbürgermeister Dr. Henning Scherf, ein enger Freund Werner Zöhls und Sammler und Kenner seiner Werke. Nach der Begrüßung durch Margarethe Zöhl, Witwe des Künstlers, hielt Scherf eine launige und emotional geprägte Rede. Frei und ohne Manuskript beleuchtete er Leben und Werk des 1926 in Stendal geborenen Malers, der ihn mit seiner Liebe zur Kunst stets beeindruckt hatte. Mit humorvollen Worten erinnerte Scherf an lustige Feste in Fischerhude, wo Zöhl sich nach englischer Kriegsgefangenschaft, Jahren voller Entbehrungen und prägender Künstlertätigkeit in Bremen 1964 mit seiner Familie niedergelassen hatte. Scherf plauderte aus dem Nähkästchen und bezog das Publikum, in dem er viele Bekannte entdeckte, in seine Ausführungen mit ein. Auch amüsierte er sich über die Namensgebung für das Museum: „KaFF – wie kommt man denn auf sowas? Aber es gefällt mir. Einprägsam und ein bisschen lustig, in seiner Aufschlüsselung aber plausibel. Ich bin sicher, es wird zu einer Marke werden.“

Bevor Bürgermeister Horst Hofmann sich mit Grußworten an die Gäste wandte, führte Zöhls Tochter, Kunsthistorikerin Dr. Caroline Zöhl, in das umfangreiche Werk ihres Vaters ein. Sie schlüsselte die Malweise Zöhls auf, der sich nicht mit Pinsel und Palette begnügte, sondern auch gerne zum Zeichenstift griff oder Holzschnitte anfertigte. Ab den 70er Jahren fand Zöhl zu einer eigenen Bildsprache, die seine Werke so unverwechselbar machen. Geometrische Bildflächen weitete er durch transparenten Farbauftrag zu Räumen mit unterschiedlicher Tiefenwirkung, ohne sich vom Gegenständlichen zu trennen. Die Transparenz der Farbtöne, geometrisch geordnet, entfaltet oft eine musikalische oder lyrische Wirkung. Kleine Farbflächen überschneiden einander und bilden schließlich ein gegenständliches Ganzes.

Ein erster Rundgang durch die äußerst geschmackvoll gestalteten Ausstellungsräume in der alten Fachwerkscheune gewährte Einblick in die enorme Schaffenskraft Werner Zöhls. 

kr

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