Neue Diskussion um Wartehäuschen

ZOB Verden: Warum bleiben die Pendler noch im Regen stehen?

Blick auf den Zentralen-Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Verden.
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Etwa 60 Meter lang ist die Mittelinsel. Das „Wehende Dach“ sollte ursprünglich den Bereich überspannen. Nun bleibt es erstmal bei der abgespeckten Variante mit drei Wartehäuschen – ohne Begrünung.

In schmucken Häuschen mit grünen Dächern sollten Reisende auf dem ZOB in Verden, geschützt vor Windböen und Regenschauern, auf ihren Bus warten. Doch damit wird es (vorerst) nichts. „Es hat sich auf unsere Ausschreibung hin keine Firma gemeldet, die den Auftrag umsetzen will“, so Stephanie Weber vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün. Nun gibt’s einen Neustart mit geänderten Bedingungen.

  • Die große Lösung für den Zentralen Omnibus Bahnhof Verden bleibt in der Schublade
  • Eine neue Ausschreibung ohne Begrünung des Daches wird nun vorbereitet
  • Damit gibt es auf absehbare Zeit keinen Schutz für Reisende und Pendler

Verden – Buchstäblich im Regen stehen die Reisenden, die auf der Mittelinsel auf dem Zentralen-Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Verden auf ihren Anschluss warten. Die große Lösung, das sogenannte „Wehende Dach“, blieb aus Kostengründen in der Schublade. Dafür sollten drei Wartehäuschen auf der Mittelinsel für Schutz sorgen. Die Pläne dafür, inklusive Dachbegrünung, sind fertig, aber: „Keiner will die Häuschen bauen“, bedauert Stephanie Weber von der Stadtverwaltung.

Unattraktiv ist der Auftrag indes nicht. Die Ausschreibung für das Projekt mit der gesamten Gestaltung der Mittelinsel inklusive Bänke und Beleuchtung hat immerhin ein finanzielles Volumen von 150.000 Euro. Davon entfielen auf die Häuschen insgesamt 75.000 Euro . So hatten es Ausschuss und Stadtrat im August des vergangenen Jahres beschlossen.

Zentraler Omnibus Bahnhof ZOB Verden: Gestaltung der Wartehäuschen ist der Knackpunkt

Allerdings steckt offensichtlich der Teufel im Detail. Es hätten sich zwar Firmen gemeldet, aber nach neuerlicher Verhandlungen mit der Verwaltung dann doch nicht zugesagt. Knackpunkt der Gespräche sei die Gestaltung der Häuser gewesen. Ausschuss und Stadtrat wollten mehr Grün auf den Bahnhofsvorplatz holen und deshalb die Dächer der Wartehäuschen bepflanzen lassen. „Genau daran haben sich die Interessenten gestoßen“, so Weber. „Die Metallbaufirmen arbeiten mit entsprechend vorgefertigten Stahlprofilen. Da passt ein grünes Dach offensichtlich nicht drauf“, erklärt Weber. Und so stellte sich zunehmend heraus, dass keine Wartehäuschen mit Beet oben drauf komplett aus einer Firmenhand zum Normalpreis auf dem Markt angeboten werden. „Damit war nicht zu rechnen“, so Fachbereichsleiter Rainer Kamermann im Ausschuss für Straßen und Stadtgrün.

Blick von oben auf die Warteinsel: Links und rechts sollen kleine, in der Mitte ein großes Häuschen stehen.

Nun fährt die Verwaltung die Pläne für die Mittelinsel nochmals auf Anfang. „Eine neuerliche Ausschreibung beschränkt sich allein auf den Bau der Häuschen ohne Grün“, erklärt Weber. Drei Häuschen aus Stahl und Glas, das mittlere davon etwas größer geschnitten, die Scheiben durchsichtig, eventuell mit Farbstreifen markiert, aber so, dass die Wartenden freie Sicht nach draußen haben. Mit der Neu-Ausschreibung ist die grüne Lösung aber noch nicht komplett vom Dach. Das Viereck soll, so der ausdrückliche Wunsch der Verwaltung, flach gehalten und nach Fertigstellung in einem zweiten Schritte bepflanzt werden, so die Idee. „Bedauerlich ist nur, dass wir das Projekt nicht mehr in diesem Jahr umsetzen können und damit einen weiteren Winter die Mittelinsel ohne Schutz für die Reisenden bleibt“, sagte Kamermann. Ein kleiner Trost: Mit insgesamt 40.000 Euro würde die neue Neu-Lösung deutlich billiger ausfallen.

Zentraler Omnibus Bahnhof ZOB Verden: Das „Wehende Dach“ sollte der Hingucker werden

Noch vor fünf Jahren sahen die Pläne am Bahnhof ganz anders aus. Herzstück und ein echter Hingucker der Umgestaltung sollte das „Wehende Dach“ werden. Das Kunstwerk wurde sogar prämiert. 6,10 Meter hoch, 12 Meter breit und 64 Meter lang, so die damaligen Pläne für das sechs Haltestellen überspannende Glasdach. Ruhen sollte das Dach auf einer dreiteiligen, zackenförmigen Stahlkonstruktion. Die Kosten für das anspruchsvolle Projekt schätzten die damals Beteiligten auf 990.000 Euro. Der Preis war den Verantwortlichen dann doch zu hoch. Vergangenes Jahr zog der Stadtrat die Reißleine und packte die Idee aus Kostengründen in die Schublade. Da dürfte sie angesichts zunehmend angespannter Haushaltslage auch wohl bleiben. Ein Hintertürchen gibt’s indes noch: Die Fundamente für das „Wehende Dach“ liegen bereits unter dem Pflaster des ZOB-Platzes.

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