Nächste Runde für Kooperation Tintenklecks und tanzwerk

Zehn Jahre Tanz macht Schule

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Mit Kopf, Herz, Hand und Fuß dabei. Die Tänzer bei der Premiere in der Stadthalle.

Verden - Über 1000 Schülerinnen und Schüler aus allen Schulformen haben seit 2009 an Tanz macht Schule teilgenommen. Über 8000 Zuschauer erlebten die Vorstellungen. „2009 konnten wir uns nicht vorstellen, dass sich Tanz macht Schule in Verden zu einem so erfolgreichen Format entwickelt und das Kulturangebot für Kinder und Jugendliche in der Stadt jährlich bereichert“, zieht Margarete Meyer vom Projektteam Bilanz.

Das Angebot, an dem bislang Schüler von 8 bis 23 Jahren, von der Grundschule bis zur Fachschule für Sozialpädagogik der Berufsbildenden Schulen, richte sich vorrangig an Klassen, berichtet die Initiatorin des Projekts. „Es ist für die Schüler und Schülerinnen kostenfrei, weil wir allen die Möglichkeit geben wollen, mitzumachen. Die Schulen indes beteiligen sich mit einem Teilnehmerbeitrag“, erläutert Meyer.

An einen Mangel an Bewerbungen für das Projekt kann sich die Organisationsleiterin nicht erinnern. Einige kämen direkt nach der Vorstellung und erklärten, dass sie unbedingt im Folgejahr mitmachen müssen. „Es kommt auch schon mal vor, dass eine Klasse flammende Bewerbungsbriefe schreibt, um ihre Chancen bei der Auswahl zu erhöhen“, schmunzelt Margarete Meyer.

„Verden braucht Tanz“

Gemeinsam mit Svetlana Stockmann vom Tintenklecks hatte sich die Verdenerin 2009 auf die Suche nach einem Kooperationspartner gemacht, um ein Tanzprojekt auf die Beine zu stellen. „Verden braucht Tanz und alle sollen teilnehmen dürfen“, da waren sich beide sicher. In Bremen wurden sie fündig und gewannen tanzwerk für die Sache. Das Zentrum für zeitgenössischen Tanz will die ästhetische Bildung in der Schule bereichern, den Teamgeist der Kids und ihr Selbstwertgefühl stärken, ihre kreativen Potenziale entwickeln und interkulturelle Brücken bauen. Und das auf allen Ebenen: mit Kopf, mit Herz, mit Hand und Fuß.

Seit 2009 kooperieren Tintenklecks und tanzwerk in einem bereichernden Zusammenspiel bei Tanz macht Schule Verden. Während im ersten Jahr noch zwei Schulen mit je drei Gruppen gemeinsam das Stück „oceans 75“ erarbeiteten, kreieren seither jeweils sechs Gruppen ihr eigenes Tanzstück von etwa zehn Minuten Dauer. 

Die Themen sind so vielfältig wie die Klassen. Was die Tänzer und Tänzerinnen gerade berührt und beschäftigt, wird aufgenommen. Märchen, Ägypten, Umweltthemen, Krieg und Flucht, Liebe und Freundschaft, Sprichwörter, eine literarische Vorlage. Poetisch oder kämpferisch, laut oder leise werden diese Themen dann unter der erfahrenen Anleitung professioneller Choreografinnen umgesetzt. Verschiedene Stile und Techniken können dabei in das Stück integriert werden. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte werden aktiv in den gesamten Erarbeitungs- und Entwicklungsprozess einbezogen.

Professioneller Aufführungsrahmen

Wöchentlich proben die Akteure vier Monate lang, von August bis Dezember. Alle erleben zudem einen professionellen Aufführungsrahmen mit Licht-, Haupt- und Generalprobe und der Zusammenarbeit von Technik-, Organisationsteam, Künstlerinnen und Künstlern. „Sie erleben sich als Präsentierende auf einer großen Bühne und entdecken die Vielfalt von Tanz in lebendiger Kommunikation“, sagt Pädagogin Margarete Meyer.

Jede Runde wird nach den Vorstellungen noch einmal von allen an der Choreografie Beteiligten, Lehrkräften und der Projektleitung ausgewertet und gewürdigt. Dabei wird die Entwicklung der verschiedenen Gruppen immer wieder deutlich. Das kann die künstlerische Entfaltung wie auch die persönliche Entwicklung Tänzern und Tänzerinnen sein. „Sie wachsen an und mit dem Projekt. Es tut gut, dies zu beobachten und zu sehen“, so der Tenor.

Die großen und kleinen Akteure sind sehr gespannt auf die jeweils anderen Gruppen. In der Premiere haben sie Gelegenheit, einen Teil der Tanzstücke anzuschauen. Dabei zeigt sich immer wieder: Die Jüngeren bewundern die Präsentation der Älteren, die älteren Akteure wiederum sind voll des Lobes für die Leistungen der Jüngeren. Tanz macht Schule ist somit auch ein wunderbarer Ort für die Begegnung von Schülerinnen aller Schulformen und jeden Alters. Längst hat das Projekt auch bewiesen, dass wirklich alle Gruppen teilhaben können. Die Schülerinnen und Schüler der Likedeeler-Schule sind ebenso selbstverständlich dabei, wie Grundschule, Berufsbildende Schulen oder Schulen der Sekundarstufe.

Bewerbungsverfahren nun eröffnet

Zum zehnten Mal wird das Bewerbungsverfahren nun eröffnet. Bewerbungsunterlagen und Informationen zur Ausschreibung werden an die Schulen verschickt. Als pdf-Dokument sind die Formulare auch auf der Homepage des Tintenklecks' zu finden und dort herunterzuladen. Bewerbungsschluss ist der 15. April. Die Bewerbung kann per Mail geschickt werden an kirstin.baxmann@tintenklecks-verden.de. Telefonische Nachfragen sind vormittags möglich unter 04231/61444.

Auch in diesem Jahr wird „Tanz macht Schule Verden“ nur mit finanzieller Unterstützung möglich sein. Neben Mitteln aus dem Bereich der Kulturförderung müssen noch circa 9 000 Euro aufgebracht werden. Die Organisatoren setzen dabei auf die Unterstützung von Spendern und Sponsoren.

„Wir freuen uns riesig, dass das Projekt eine solch positive Resonanz bei Klassen, Gruppen und in der Öffentlichkeit erfährt. Wir hoffen, dass sich Sponsoren von der Begeisterung für dieses Projekt anstecken lassen und helfen, dass das Jahr 2018 wieder zu einem besonderen Tanzjahr wird“, sagt Initiatorin Margarete Meyer.

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