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Lönsweg-Linden in Verden: Wurzelverlust von bis zu 40 Prozent

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Von: Katrin Preuß

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Damit die Bäume sich erholen können, soll in absehbarer Zeit das Parken auf dem Grünstreifen nicht mehr erlaubt sein.
Damit die Bäume sich erholen können, soll in absehbarer Zeit das Parken auf dem Grünstreifen nicht mehr erlaubt sein. © Preuß

Zum Zustand der Lönsweg-Linden gab Bürgermeister Lutz Brockmann gegenüber dem Stadtrat jetzt einen erster Zwischenbericht ab. Laut Gutachten sind mindestens 18 Bäume durch falsch ausgeführte Tiefbauarbeiten schwer geschädigt worden.

Verden – Ruckzuck arbeitete sich der Verdener Stadtrat am Dienstagabend durch seine öffentliche Tagesordnung. Größten Raum nahm da noch die Mitteilung von Bürgermeister Lutz Brockmann in Sachen Lönsweg ein.

Dort waren beim Verlegen von Kabeln mehrere der rund 100 Jahre alten Linden beschädigt worden (wir berichteten). Einer der Bäume musste daraufhin schon weitestgehend geköpft werden. Er wartet nun auf seine Fällung.

Wie es um seine Nachbarn und deren Standsicherheit bestellt ist, soll ein unabhängiger Gutachter beurteilen. Der Experte hat mittlerweile diverse Zugversuche unternommen. Und er hat bei 18 Bäumen den Leitungsgraben wieder geöffnet, das Wurzelwerk untersucht und von dessen Zustand auch auf die übrigen Linden auf der südöstlichen Seite des Lönsweges geschlossen.

Dem Rat gegenüber berichtete Brockmann, dass alle der 18 untersuchten Bäume stark geschädigt sind. Die Rede ist von einem Wurzelverlust zwischen 30 und 40 Prozent. Der wiederum schränkt die Standfestigkeit der Bäume ein. Ein deutlicher Rückschnitt der Kronen zur Minderung der Windlast wird daher notwendig sein.

„Wahrscheinlich wird es keine weiteren Fällungen geben“, hatte der Bürgermeister aber auch eine vorläufige gute Nachricht. Allerdings benötigten die Linden dazu jetzt eine intensive Pflege.

Ihre Hauptwurzeln haben die Bäume vor allem in Richtung der angrenzenden Gärten ausgebildet. Gerade dort sind die Schäden entstanden. Das schränkt nun die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ein. Hier muss der Mensch richten, was die Linden aus eigener Kraft nicht mehr schaffen.

Park auf dem Grünstreifen soll künftig nicht mehr erlaubt sein

„Den Grünstreifen werden die Bäume benötigen, um sich zu erholen“, fuhr Brockmann fort und verknüpfte das mit einer Botschaft an die Anwohner: „Dann wird es notwendig sein, dass dort nicht mehr geparkt wird.“

Welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Linden langfristig zu erhalten, wird der Fachmann in seinem Gutachten formulieren, das noch für diesen Sommer erwartet wird. Zunächst sind aber für Anfang Juli noch weitere Zugversuche geplant. So ist denn auch noch nicht abzusehen, wie groß der entstandene Schaden tatsächlich ist und wer am Ende für ihn aufkommen muss.

Statt Hand und Schaufel kam die Flex zum Einsatz

Ungeklärt ist außerdem, wann die eigentlichen Arbeiten am Lönsweg abgeschlossen werden können. Die Tiefbauarbeiten waren nötig geworden, weil Leitungen für eine neue, energiesparende LED-Straßenbeleuchtung der Stadtwerke und Glasfaser ins Erdreich sollten. Mit der Vorgabe an die ausführende Firma, in Baumnähe nicht mit dem Bagger, sondern mit Hand und Schaufel zu arbeiten. Stattdessen kam leider die Flex zum Einsatz.

Etwa zwei Drittel der neuen Lampen stehen, so Andreas Engfer, Fachgruppenleiter bei den Stadtwerken. Die übrigen lagern nun bis auf Weiteres beim Versorgungsunternehmen.

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