Eine Fußgängerzone, die eigentlich gar keine ist

Mit der Fahrlehrerin über den Verdener Lugenstein

Eine Schlange Fahrzeuge auf einer Kopfsteinpflasterstraße
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Von der Unteren Straße in die Fußgängerzone auf dem Lugenstein. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten.

Ein bisschen wie eine „Wundertüte“, so ließe sich der Verkehr und seine Regelung rund um den Lugenstein beschreiben. Wer dort unterwegs ist, der braucht Mut, Zuversicht, manchmal verbunden mit einer ordentlichen Portion Humor. „Für Fahrschüler eine Herausforderung, eine gute Übung, mit ungewöhnlichen Situationen umzugehen“, sagt Fahrlehrerin Sabine Deutsch.

Verden – Die gemeinsame Fahrt in den Parcours startet im Vorfeld des Lugensteins, auf dem dem Anita-Augspurg-Platz. Schon da kann es unübersichtlich werden. Der Parkplatz, der im Mittelteil des Anita-Augspurg-Platzes die Fahrbahn teilt, mahnt unbedingt zu mäßigem Tempo. Dort wird viel rangiert, Menschen laufen unkontrolliert auf die Fahrbahn, ohne auf den fließenden Verkehr zu beiden Seiten zu achten. Eine Bushaltestelle sorgt für zusätzlichen Betrieb und, wenn das große Fahrzeug kurz vor der Kurve hält, für schlechte Sicht. „Es gilt immer die Regel, Fuß vom Gas“, betont Sabine Deutsch.

Wer den Anita-Augspurg-Platz in Fahrtrichtung Lugenstein hinter sich gebracht hat, der findet sich urplötzlich in einer Fußgängerzone wieder, „die eigentlich gar keine ist“, kritisiert die Fahrlehrerin. „Aufbau und Anlage sind eher ungewöhnlich und unübersichtlich.“

Fußgänger haben eindeutig Vorrang

Offiziell ist allerdings alles geregelt. „Fußgängerzone“, so signalisiert hoch und breit ein Schild zu beiden Seiten des Lugensteins. Schrittgeschwindigkeit ist Pflicht, und wenn ein Fußgänger in Sichtweite zu erkennen ist und im Weg steht, dann darf er das und das Auto muss ihn gewähren lassen. Auch Passanten, die von links wie rechts mal aus der, mal in die Stadt wollen, dürfen das, und zwar ohne Rücksicht auf den fließenden Verkehr. Was natürlich fahrlässig wäre. „Wer als Autofahrer den Lugenstein nicht kennt, der kann leicht dem Irrtum unterliegen, Vorrang zu haben“, so die Erfahrung von Deutsch. Und da hat die Fahrlehrerin zweifellos recht.

Niemand sollte sich in Sicherheit wiegen

Ob jung oder im Seniorenalter, wer die „Straße“ wechselt, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen. Auch ein dunkler breiter Streifen aus Bitumen, der das brüchige Pflaster glätten und beispielsweise Gehbehinderte mit Rollatoren unfallfrei in die jeweils andere Richtung bringt, könnte irrtümlich freie Bahn signalisieren. Einen Zebrastreifen gibt es nicht, würde in einer „Fußgängerzone“ indes auch keinen Sinn machen, heißt es offiziell seitens der Behörden.

Richtig turbulent wird es, wenn der Wochenmarkt freitags seine Stände aufbaut. Dann trifft sich alles, was zwei Beine oder vier Räder hat. Ein einziges Gewusel. Mal herrscht absoluter Stillstand, wenn ein verirrter Lkw sich seinen Weg sucht, mal geht es zügig und damit nicht weniger gefährlich zu. „Es ist sehr, sehr unübersichtlich und sollte auf Dauer keine Lösung sein“, wiederholt Sabine Deutsch.

Empfehlung: ein Selbstversuch in unterschiedlichen Rollen

Und bis dahin? Da bleibt die Empfehlung, wenn möglich, einmal selbst im Selbstversuch sämtliche Situationen der „Wundertüte“ durchzuspielen. Also, einmal als Fußgänger, sowohl im ganz normalen Alltag als auch am Markttag, dann per Fahrrad und natürlich mit dem Auto. Zeit sollte man dafür mitbringen – und den Überblick..

Und noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: „Zwar durchaus mutig einen Schritt vor den anderen setzen, aber nie darauf verlassen, dass die Autos den Fußgänger vorlassen. Es sei den, man ist geübter Weitspringer!“

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