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Drei Mehrfamilienhäuser fürs Lindenquartier

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Von: Heinrich Kracke

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Blick in unbebaute Landschaft
Noch viel Luft nach hinten: Die Fläche im Baugebiet Lindenquartier, auf der Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen direkt am Stadtwald Einzug halten sollen. © Kracke

Verden – Auch das Verdener Baugebiet Lindenquartier hat jetzt den sogenannten Geschosswohnungsbau für sich entdeckt. Auf der einzigen noch verbleibenden Fläche sollen nach aktuellen Vorstellungen Mehrfamilienhäuser mit insgesamt etwa 19 Wohnungen entstehen. Sogar an den sozialen Wohnungsbau mit gefördertem und bezahlbarem Wohnraum ist gedacht. Ein erster Schritt ist bereits gegangen.

Verdens Politik segnete das Verfahren für den dazugehörigen Bebauungsplan ab. Baustart soll den Planern zufolge möglichst schon im Frühjahr des nächsten Jahres sein, eventuell sogar im vierten Quartal des laufenden Jahres. Zu Quadratmeterpreisen werden keine Angaben gemacht.

Ein erstes Bild von dem neuen Projekt legte Architekt Christian Hansen (Dortmund) der Verdener Politik vor. Viel Grün, ein Abweichen von der üblichen Rechteckform – hatte er da nicht einen wesentlichen Bestandteil vergessen? Die Autos? Hansen schmunzelt. „Es soll keine Parkplätze am Rande der neuen Gebäude geben, keine Parkflächen an der Zufahrtsstraße.“ Vorgesehen sei stattdessen eine großdimensionierte Tiefgarage, in der sämtliche Fahrzeuge verschwinden, nicht nur die der kommenden Wohnungseigentümer, sondern auch die von deren Besuch. „Wir wollen zwei Stellplätze je Wohneinheit zur Verfügung stellen.“

Im Rathaus kursierte zwar schon eine Skizze des kommenden Wohnens am Rande des Stadtwaldes, viel Grün, viel Glas, viel Großzügigkeit, aber unsicher noch, ob es tatsächlich soweit kommt. „Das war erstmal nur ein Beispiel dessen, was möglich ist“, so Hansen. Das Büro befinde sich noch am Anfang der Planungsphase, in den kommenden Monaten solle parallel zum Planungsrecht an Details wie Teilungsplänen, Wohnungsgrößen oder Fassadengestaltung gearbeitet werden. „Das wird sukzessive in Verden vorgestellt.“

Das Baugebiet gilt insgesamt neben dem Verdener Burgberg als gediegenste Wohngegend der Stadt. Genutzt wird das Gelände der ehemaligen Brunnenwegskaserne, das nach dem Abzug der britischen Streitkräfte vor mehr als einem Vierteljahrhundert freigeworden war. Als Brache war es zwischenzeitlich eingestuft. Der weitaus überwiegende Teil der Kasernengebäude wurde abgerissen. Federführend ist die Grundstücksgesellschaft Brunnenweg GmbH mit Sitz in Verden, sie ist auch jetzt Vorhabenträgerin.

Als sicher gilt zum aktuellen Zeitpunkt lediglich, es sollen drei Gebäude entstehen, alle weichen von der sonst üblichen Rechteckform ab, bei den beiden größeren Häusern handelt es sich sogar um Sechsecke. Bürgermeister Lutz Brockmann bewertete dieses Projekt in einer Einschätzung bereits als „ambitionierte Architektur“. In der Politik fand es in erster Sitzung uneingeschränkten Zuspruch, garniert allerdings mit Hinweisen auf ein nachhaltiges Bauen und ein Bauen im Wasserschutzgebiet.

Damit springt auch das Lindenquartier auf den Zug des boomenden Marktes des Bauens von Eigentumswohnung auf. Allerdings nicht der erste Versuch. Schon in früheren Bauplänen waren immer mal wieder Mehrfamilienhäuser vorgesehen, dann aber mit Hinweis auf eine schwierige Vermarktbarkeit wieder begraben. Jetzt soll für die letzte noch vorhandene Fläche das Mehrfamilienhaus doch noch Einzug halten. Allzu beengt ist der verfügbare Platz nicht. Insgesamt stehen rund 3 300 Quadratmeter zur Verfügung.

Vorgesehen sind je Gebäude zwei Geschosse mit darüber jeweils einem Staffelgeschoss und einem Gründach. Zur Aufteilung gibt es aktuell allenfalls grundlegende Überlegungen. Architekt Hansen: „In Frage kommen Wohnungen mit einer Größe von zwei bis vier Zimmern. In den Dachgeschossen ist jeweils nur eine Wohnung vorgesehen, das kann bis zu fünf Zimmern gehen.“ Regenerative Energien sollen möglichst angewendet werden, aber auch dazu könne er noch keine genaueren Angaben machen. „Wir befinden uns in der Prüfung.“

Bei der Erschließung geht der Vorhabenträger ebenfalls den „grünen“ Weg. Eine direkte Anbindung des Grundstücks an den Brunnenweg soll nicht erfolgen, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung, die vorhandene Buchenhecke sei zu erhalten.

Und auch das ist neu für das Lindenquartier: Erstmals soll es sozusagen zu sozialem Wohnungsbau kommen. Das Projekt wird ebenfalls die Norm von 20 Prozent bezahlbarem Wohnraum erfüllen, das auch schon andernorts in der Stadt angewandt wird, bei der Stadtkante „Veerner Höfe“ zum Beispiel. Allerdings werde der geförderte Wohnraum nicht innerhalb der aktuell geplanten drei futuristischen Häuser Einzug halten. Dafür seien zwei Bauplätze an anderer Stelle des Lindenquartiers vorgesehen. „Die sind bei der Vermarktung der verbliebenen Flächen zurückbehalten worden.“

Von Heinrich Kracke

Alle drei geplanten Mehrfamilienhäuser weichen von der üblichen Rechtwinkligkeit ab, zwei sind sogar sechseckig. Grafik: Hansen
Alle drei geplanten Mehrfamilienhäuser weichen von der üblichen Rechtwinkligkeit ab, zwei sind sogar sechseckig. Grafik: Hansen © -

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