Besuch der Lebenshilfe Rotenburg-Verden im Wolfcenter / Viele Fragen

Mit den Wölfen heulen

Wie fühlt sich eigentlich ein Wolfsfell an? Diplombiologin Gesa Richter demonstrierte es während der Führung. - Foto: Wolfcenter

Rotenburg/Verden - Eins, zwei, drei – und dann klingt gleichzeitig aus allen Kehlen ein langgezogenes „Uuuuuh“, das von einem Wolf sein könnte. Auf eine Antwort muss nicht lange gewartet werden: Ein echter Wolf reckt seine Schnauze in den Himmel und stimmt ins Heulen ein. Die Szene entspringt nicht etwa der Fantasie, sondern ist Realität für die Gäste des Wolfcenters in Dörverden. Jetzt waren dort Besucher der Lebenshilfe Rotenburg-Verden vor Ort.

Das Wolfcenter hatte Kontakt mit der Lebenshilfe aufgenommen und zu einer Stippvisite auf das Gelände an der Kasernenstraße eingeladen. Und so schauten im Center nun nicht nur einige Menschen aus einer Lebenshilfe-Wohngruppe vorbei, sondern vor allem auch die aus dem Ambulant Betreuten Wohnen der Lebenshilfe aus Verden und Rotenburg. Ziel jenes Angebots ist es, Menschen mit Behinderung, die außerhalb einer stationären Einrichtung wohnen, ein Leben zu ermöglichen, das sie so eigenständig und selbstbestimmt wie möglich in der Gesellschaft führen können. Erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung und mit psychischen Beeinträchtigungen werden individuell beraten und begleitet.

Nun also stand der gemeinsame Ausflug auf dem Programm. Bei bestem Wetter starteten die Teilnehmer einen Rundgang mit Diplombiologin Gesa Richter. Während der eineinhalbstündigen Tour hatte sie eine Menge Wissenswertes zu berichten über die europäischen Grauwölfe, Hudson Bay Wölfe und Tschechoslowakischen Wolfshunde. Während die Besucher ihren Worten lauschten, wurden sie ab und zu neugierig von den Vierbeinern beobachtet, die unmittelbar hinter dem Zaun auf und ab gingen und einen imposanten Anblick boten. Andere Tiere ließen sich weniger von den Gästen beeindrucken und hielten ein Nickerchen. Bei der Fütterung, die zum Ende des Rundgangs wartete, konnten die Wölfe noch einmal in Aktion bewundert werden.

Zufriedene Gesichter bei allen Teilnehmern

Das Wolfcenter agiert als unabhängiges Wolfkompetenzzentrum, verbindet Bildungs-, Freizeit- und Erlebniselemente miteinander und leistet wertvolle Öffentlichkeitsarbeit über Wölfe, die sich auch in Deutschland wieder ausbreiten und nach und nach fester Bestandteil der Natur werden. Der mehr als fünf Hektar große bewaldete Außenbereich im Center bietet einigen Tieren Platz, außerdem gibt es in den Gebäuden am Eingang moderne Ausstellungsbereiche. Klar, dass die Ausflügler der Lebenshilfe jede Menge Fragen hatten. Wie alt kann ein Wolf werden? Was muss ich machen, wenn ich einem Wolf im Wald begegnen sollte? Wie groß ist ein Wurf neugeborener Wölfe? Wie kann das permanente Zusammenleben zwischen Tier und Mensch am besten gelingen?

Gesa Richter hatte alle Antworten, klärte über in der Öffentlichkeit kursierende Irrtümer und Vorurteile auf und informierte am Schafsgehege darüber hinaus über Herdenschutzhunde. Außerdem hatte sie ein Gebiss und ein Fell im Gepäck, sodass man auch hautnah ertasten konnte, wie sich ein Wolf anfühlt. Beeindruckt schauten die Besucher zudem in die Bäume: Hoch oben in den Wipfeln bietet ein Baumhaushotel eine Übernachtungsmöglichkeit quasi über den Köpfen der Wölfe.

Zufriedene Gesichter gab es bei allen Teilnehmern nach dem gemeinsamen Rundgang. Wer Lust hatte, durfte am Ende noch ein paar Streicheleinheiten verteilen – nicht an die Wölfe, sondern im Ziegengehege. Mehr Infos zur Einrichtung gibt es auf www.wolfcenter.de

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