Landvolk Kreisverband Verden/Rotenburg setzt seine Hoffnungen auf die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“

Wo die Kartoffel wächst

Jörn Ehlers.
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Jörn Ehlers.

Verden – In der modernen Warenwirtschaft sind die Lebensmittel in den Regalen der Läden zu finden. Dass die Kartoffeln irgendwo auf dem Feld wachsen und Milch von der Kuh in den Tetra-Brik kommen muss, findet für Kreislandwirt Jörn Ehlers und seinen Rotenburger Stellvertreter Christian Intemann zu wenig Beachtung. „Wir wollen zeigen: So produzieren wir“, sagen sie und setzen große Erwartungen in die Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“.

  • Das Image der Landwirtschaft ist angekratzt.
  • Mit einer Kampagne will das Landvolk wieder die Kompetenz in der Bevölkerung zurückerobern
  • .Mit Echt grün - Eure Landwirte arbeiten schon viele Verbände in Norddeutschland zusammen.

Klima- und Artenschützer, Versorger und Dienstleister in Sachen Lebensmittel und Modernisierer, die innovative Produktionstechnologien im Umgang mit der Natur einsetzen. So wollen die Landwirte wahrgenommen werden. So stellt sie die Kampagne dar. Auf Plakaten, in Flyern und sozialen Medien versucht Andre Bronemund von seinem Büro in Cloppenburg aus, diese Botschaft unter die Leute zu bringen.

Großen Erfolg hatte der Image-Kämpfer mit einer kleinen Serie von vier Videos. „Unsere „Hoffamilien“ haben eine Reichweite von einer Million Klicks gehabt“, berichtete er im Pressegespräch. Mit den beiden Landvolkvertretern hatte der Cloppenburger berichtet, dass der Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden sich der erfolgversprechenden Kampagne anschließt. (Wir bericheten.) „Wir versprechen uns viel davon“, hatten sie gesagt.

Dass selbst im ländlicheren Niedersachsen die landwirtschaftlichen Produktionsprozesse in den Köpfen der Verbraucher nicht mehr präsent sind, hatte schon lange dazu geführt, dass der Kreisverband selbst in Öffentlichkeitsarbeit investiert. Wanja Sievers etwa hat diese Aufgabe für den Landvolk-Kreisverband zurzeit übernommen.

Soviel Öffentlichkeit und Verbraucher-Aufklärung, wie die beiden Vorsitzenden für nötig halten, kann die Hauptamtliche aber offenbar nicht schaffen. „Wir nehmen unser Image oft als negativ wahr“, musste Ehlers einräumen. Dabei sei das Fremdeln der Verbraucher in Bezug auf die modernen Produktionsmethoden seiner Berufskollegen nur ein Aspekt. Pestizid- und Dünger-Einsatz wird mit argwöhnischen Blicken wahrgenommen, obwohl hier gesetzliche Vorgaben den Produzenten einen klaren Rahmen setzen.

Die Kritik von Tierschutzorganisationen und Aktivisten wie Peta bemühte sich der Kreislandwirt gar nicht erst wegzudiskutieren. Er selbst finde es bedauerlich, wenn unter seinen Kollegen schwarze Schafe entdeckt würden.

Ehlers hat aber auch noch einen anderen Blick auf die Tierwohl-Diskussion. Der Wunsch von Verbrauchern, dass es den Tieren, die ihr Frühstücksei, die Milch fürs Müsli und den Sonntagsbraten liefern, gut gehen möge, sei verständlich.

Oft genug hätten die Verbraucher da noch recht idyllische Vorstellungen, die eher an Heimatfilme aus der Geschichte des Kinos erinnern. Dazu passe aber nicht so recht, wenn die Kosten für einen derartigen Aufwand beim Landwirt bleiben. „Tierwohl ist eine Dienstleistung, die bezahlt werden muss“, gibt der Landvolk-Vorsitzende ein Beispiel.

Das Gespräch und mehr Verständnis von dem, was auf einem modernen Landwirtschaftlichen Betrieb vor sich geht, so meint Jörn Ehlers, könnte Abhilfe schaffen und seinem Berufstand ein positiveres Image verleihen. „Wir müssen eine Brücke zum Verbraucher schlagen“, erklärt er den Entschluss, bei „Echt grün – Eure Landwirte“ einzusteigen. Der Landwirt müsse wieder Ansprechpartner für Fragen zu den Lebensmitteln werden, die er produziert.

Die Kreisverbände des Landvolks seien eigenständig, erklärte Ehlers. Und so müssten sie auch die Etats für die Öffentlichkeitarbeit selbst aufbringen. Mit dem Beitritt zur Kampagne verdoppelt der Kreisverband Rotenburg-Verden im neuen Jahr seinen Etat. Er ist mittlerweile der 15., der auf die Arbeit von Andre Bronemund setzt.

Von Ronald Klee

Andre Bronemund arbeitet am Landwirte-Image.
Christian Intemann.

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