Wirtschaftsförderkreis Domherrenhaus hat viel vor / Sachstandsberichte zur Mitgliederversammlung

„Kostbarkeitenkammer“ und Buch

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Blick in den „Prototyp“ des Bildbandes, in dem die akribisch recherchierten Texte von Jürgen Siemers Eingang finden sollen.

Verden - Zur Mitgliederversammlung des Wirtschaftsförderkreises Domherrenhaus hatte sein Vorsitzender, Wolfgang Reichelt, das dunkle Jackett offenbar mit Spendierhosen kombiniert. „Hast du noch weitere Wünsche?“, fragte er jedenfalls Museumsdirektor Dr. Björn Emigholz.

Doch Emigholz winkte dankbar ab, zufrieden mit dem, was der Förderkreis ihm respektive dem historischen Museum bereits ermöglichte.

10000 Euro hatte der Verein zur Verfügung gestellt, damit im Obergeschoss des Domherrenhauses aus einem kaum genutzten Abstellraum eine Art gläserner Tresor entstehen kann. In dieser begehbaren „Kostbarkeitenkammer“ könnten dann Exponate gezeigt werden, „die wir uns bislang nicht auszustellen trauten“, erklärte Emigholz und nannte wertvolle Münzen als Beispiel.

Das Geld des Förderkreises ist freilich nur so etwas wie eine Anschubfinanzierung. Denn für Elektrik, Malerarbeiten, Vitrinen aus Spezialglas und die Beleuchtung rechnet Emigholz mit 30000 bis 40000 Euro Kosten. „Wie viel Geld brauchst Du noch?“, deutete Wolfgang Reichelt die Bereitschaft des Förderkreises an, eine weitere Finanzspritze zu geben.

Fast abgeschlossen sei das Projekt „Kuhlen-Beschilderung“, wie Vorstandsmitglied Hermann Varenhorst berichtete. 1948 wurden in einer Mergelgrube in der Gemeinde Kirchlinteln die rund 120000 Jahre alten Überreste eines Waldelefanten sowie ein hölzerner Speer, die so genannte „Lanze von Lehringen“, gefunden. Der Wirtschaftsförderkreis ließ zwei Info-Tafeln anfertigen, die im März in der Nähe des Fundortes aufgestellt werden sollen.

Zu den Ehrengästen des Abends gehörten übrigens Jürgen und Eva Siemers. Siemers hatte über Jahre und Jahrzehnte Archive durchforstet und die Ergebnisse seiner Recherchen zu Artikeln über die Verdener Geschichte zusammengefügt. Viele davon erschienen regelmäßig in der Verdener Aller-Zeitung.

Für 5000 Euro erwarb der Förderkreis 2014 die Nutzungsrechte für die diversen Schriftsätze, rund 1800 an der Zahl. Um sie nicht nur für die Nachwelt zu erhalten, sondern ihr auch zugänglich zu machen.

Die Ausschnitte, so berichtete Dr. Dieter Hasselhof der Versammlung, seien inzwischen digitalisiert. Und gut die Hälfte hätte er gemeinsam mit Pastor i.R. Ludolf Ulrich nun auf Fehler, die beim Scannen entstanden sind, untersucht. Inhaltlich, so betonte Hasselhof, werde nichts verändert. „Denn das sind die Texte von Herrn Siemers.“

Bis zum Jahresende würden Ulrich und er die Arbeit beendet haben, schätzte Dieter Hasselhof. „Dann ist es Sache des Wirtschaftsförderkreises, wie damit weiter verfahren wird.“

Eine Idee dazu war für die Versammlung bereits greifbar: der „Prototyp“ eines Bildbandes. Zwölf Kapitel haben Hasselhof und Ulrich schon einmal vorgeschlagen, die thematisch einen Bogen schlagen vom Dom und den Verdener Brücken über „Kunst, Kultur, Geschichte“ bis hin zu „Kleinen Anekdoten und großen Ereignissen“. Alle Siemerschen Texte in dem Buch unterzubringen, hielt Hasselhof indes für nicht machbar. Denn dafür bräuchte es nach seiner Schätzung 3000 Seiten.

kp

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