„Wir vermissen dich“

Bruno Mösch lässt seinen Gedanken zur Domweih freien Lauf. 
Foto: AHK
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Bruno Mösch lässt seinen Gedanken zur Domweih freien Lauf. Foto: AHK

Der bunte Umzug, der Bummel mit der Familie, der Blick aus dem Riesenrad über die Festmeile, die wilde Karussellfahrt, das fröhliche Trinkgelage und schließlich die feierliche Beerdigung: Alles war dabei auf den Fotos, die Sie, verehrte Leserinnen und Leser, der Verdener Aller-Zeitung im Rahmen der „Trost Domweih!“-Aktion zugesandt haben.

Verden – Für diesen Einsatz ein herzliches Dankeschön, verbunden mit einigen letzten Bildern, dem Wunsch, dass das Volksfest im nächsten Jahr wieder stattfinden möge und ein paar Zeilen des Verdeners Bruno Mösch unter dem Titel „Domweih, wir vermissen dich“:

„Mit ein wenig Wehmut im Herzen stehst du da, an der Ecke des Johanniswalls. Denkst dich zurück in die Fröhlichkeit, den Lärm und das pralle Leben der Verdener Domweih. Dich erinnernd an das vergangene Jahr, aber auch an vergangene Zeiten, in denen du nicht hier sein konntest, fortgetrieben von Sachzwängen, Lebensumständen oder anderen, nicht vorhersehbaren Dingen des Berufslebens.

Nun hat es dich erwischt, nun stehst du wieder hier, nach einem Jahr an diesem Platz und mit deinen Erinnerungen. Du siehst in deinen Gedanken da vorn das große Karussell, an dem du „Sie“ kennenlerntest. Sie, die immer noch dein Leben mit dir teilt. Sofort überkommt dich das gleiche angenehme Gefühl: Du bist hier zu Hause, es ist deine Stadt.

Hier unter den Lindenbäumen, zu dieser wunderbaren Jahreszeit, wo die hellen Tage anscheinend niemals ihr Licht verlieren und die angenehme Wärme des Tages noch in den Abendstunden zu spüren ist.

Du lässt dich treiben mit den Menschen aller Altersgruppen über den Wall, über die Große Straße und hörst die geschrienen Wortfetzen der Attraktionsanpreiser in den Verkaufsständen, Losbuden und Zelten. Du gesellst dich zu den Menschentrauben vor den Ausschänken, dabei vorüberziehende Kinder mit ihren Riesenteddybären unter den Armen beobachtend.

Und gerade dann, wenn es sie nicht gibt, unsere Domweih, wie in diesem Jahr, und du dich in diesen ersten Junitagen mit sentimentalen Gedanken und starken Emotionen zurückerinnerst, wird dir bewusst, wie sehr man an Dingen hängt, die es plötzlich nicht mehr gibt.

Du erinnerst dich an verregnete, nur mit großem Humor zu ertragende Domweihtage, die auch immer einmal dazu gehörten. Und dann schlagen sie dir auf die Schulter, bekannte Leute mit bekannten Gesichtern, die, sich wohl erst nach einer Weile erkennend, in langen, auch durch diverse Getränke gestützt, sich zuprostend in weitschweifenden Gesprächen verlieren.

Natürlich sind wir alle ein wenig älter geworden. Womöglich sogar reifer, und manch ein Jugendfreund oder eine Bekannte erscheint dir auch plötzlich in einem anderen Licht und ähnelt keineswegs mehr dem Schulfoto, welches in deiner Schreibtischschublade vor sich hin gilbt. Und natürlich die unvermeidbaren und immer wieder so gern geführten „Weißt du noch...?-Gespräche, bei denen dir dein Herz aufgeht.

Dieser Geruch der essbaren Spezialitäten, dieses Gemisch aus Bratwurst, gebrannten Mandeln und anderen Köstlichkeiten, das verlockend über dem Ganzen liegt. Und dazu die Lärmglocke mit der sich gegenseitig übertönen wollenden Musik, dabei Schlager aus längst vergangenen Tagen, die dir erinnernde Freude an Zurückliegendes schenken. An vergangene Domweihtage, mit denen du soviele Erlebnisse verbindest.

Auch und im Besonderen an die Jugendzeit und die langen hellen Juninächte, die du während der Festwoche doch meistens in den gut gefüllten Kneipen bis zum Sonnenaufgang verbracht hast.

Verdener Domweih, ein Teil unseres Lebens, ein Teil unseres Zu-Hause-Seins, ein wunderbarer Teil unserer liebenswerten Stadt.

Wir mögen dich, Domweih, und ... wir vermissen dich!“

Das Spiel aus Lichtern und Farben war für Renate Schwacke so reizvoll, dass sie es fotografieren musste.
Die wilde Fahrt mit der Achterbahn hielt Erich Schwinge fest. Vorsichtshalber aber vom Boden aus.
Vor 24 Jahren, beim Domweihumzug 1996, entstand dieses Foto, das uns Holger Rüter schickte.
Alles hat ein Ende: die „Trost Domweih!“-Aktion, die Trauer um das ausgefallene Fest – und die Energie manch Umzugsteilnehmers, hier festgehalten von Monika Berlitz.

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