Bürgerinitiativen gegen Gasbohrungen bringen sich mit X-Aktion in Erinnerung

„Wir sind noch da“

Eine rotes X als Zeichen des Protestes. Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen zeigten damit entlang der Hamburger Straße Flagge. - Foto: Bruns

Verden - „Wir sind noch da“, war die Botschaft der X-Gasse am Sonnabend in Dauelsen. Entlang der Hamburger Straße hatten sich Mitglieder aller Bürgerinitiativen (BI) im Landkreis Verden, die sich gegen Erdgasförderung richten, aufgestellt. Mit dem roten X, ihrem Symbol „gegen die aktuelle Förderpraxis der Erdgasindustrie“.

Die Angst vor Erdbeben, verseuchten Böden und Gift im Trinkwasser hatte sie zu der Aktion veranlasst. Initiiert hatte die Aktion die Bürgerinitiative Walle gegen Gasbohren. „Insbesondere die Vorhaben der Dea, im Trinkwasserschutzgebiet in Verden-Scharnhorst eine erneute Bohrung niederzubringen, und die Planungen bezüglich einer Erprobungsbohrung in Langwedel-Nindorf rufen die Bürgerinitiativen auf den Plan“, teilte Martin-P. Busch, Sprecher der BI Walle gegen Gasbohren zu der Aktion mit.

In Scharnhorst wird bereits seit vielen Jahren nur wenige hundert Meter entfernt vom Wasserwerk Panzenberg Erdgas gefördert. Aktuell plant die Dea dort eine weitere Bohrung. Zum aktuellen Stand erklärte am Freitag auf Nachfrage Heinz Oberlach, Sprecher des Dea-Förderbetriebs Niedersachsen, dass noch immer Anträge beim Landkreis Verden (wasserrechtlich) und beim Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (Umweltverträglichkeits-Vorprüfung) zur Prüfung vorliegen.

Den Namen Nindorf Z1 trägt eine geplante Erprobungsbohrung, die laut Oberlach noch in der Planungsphase sei. Geplant sei diese an der A 27, rechtsseitig der Hollenstraße, wenn man von Langwedel nach Dahlbrügge fährt. „Sie soll der Erkundung der Erdgas-Reserven in Richtung Süden dienen“, teilte Dea im Januar dazu mit.

„Die Gefährdung des Trinkwassers sowie die Gefahren von weiteren Erdbeben lassen die Mitglieder der Bürgerinitiativen nicht ruhen, gegen die Erdgasförderung in unserer Region ihren Protest deutlich zu machen und die Verantwortlichen auch in Politik und Verwaltung in die Verantwortung zu nehmen, die Aktivitäten der Unternehmen wie Dea und anderer zu beschränken und zu verhindern“, heißt es in der Pressemitteilung zur Aktion. J wb

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