Markt entspannt / Kunden kaufen gerne doppelte Mengen

„Wir profitieren im Moment ein wenig davon“

Imker Roland Arndt hat trotz Krise noch immer einen Scherz für seine Kunden auf den Lippen.

Verden – Es ist ein ganz normaler Freitagsmarkt am Fuße des Doms. Zwar stehen die meisten Kunden für Obst und Gemüse, Käse, Blumen, Brot, Wurst- und Fleischwaren in größerem Abstand zueinander an. Aber sonst wirkt alles ganz entspannt. Selbst Zeit für einen Klönschnack oder das gemeinsame Scherzen bleibt. Etwas Schönes in diesen Zeiten von Corona.

„Na ja, ein bisschen anders ist es schon“, sagt Roland Arndt. „Wir profitieren im Moment ein wenig“, meint er und verweist auf den Achimer Wochenmarkt am vergangenen Sonnabend, als er ohne Mitarbeiterin ran musste. „So einen Samstag habe ich alleine noch nie geschafft“, berichtet er.

An seinem Stand bietet der Verdener vor allem Kartoffeln, Eier und Honig an. Hier habe sich das Kaufverhalten in der jüngsten Vergangenheit geändert. Von Hamsterkäufen spricht der Imker nicht. Aber „wer sonst 10 Eier kauft, der nimmt jetzt 20“, meint Arndt. Gleiches gelte für Kartoffeln. Fünf Kilo statt fünf Pfund lautet die Devise.

Oliver Wolters hat Ähnliches beobachtet. „Pro Kunde mehr Posten“, bringt es der Martfelder auf eine einfache Formel. Für den Fleischermeister Glück im Unglück, fehlen ihm doch zurzeit die Gastronomen als Abnehmer.

Nachschubprobleme befürchtet Wolters nicht. Sicher könne der eine oder andere Artikel mal ausverkauft sein, so wie zu krisenfreien Zeiten auch. Doch der Fleischermeister setzt zum einen auf regionale Lieferanten und hat zum anderen die Schweine für hauseigene Schlachtungen selber im Stall.

Dass sich für ihn und die anderen Marktbeschicker in den nächsten Wochen etwas ändert, daran glaubt Roland Arndt nicht – obwohl er fest davon überzeugt ist, dass die Corona-Krise erst am Anfang steht. „Die Ausgangssperre muss kommen“, findet er und kann das gut begründen. Ob es um den nötigen Abstand zum Mitmenschen geht, das Händewaschen oder das Daheimbleiben, „80 Prozent beherzigen die Regeln, die anderen 20 Prozent sind unbelehrbar“.

Der Verdener Händler geht aber denoch fest davon aus, dass die Wochenmärkte geöffnet bleiben. Sein Blick schweift über den Platz und richtet sich dann gen Himmel: „Wir haben hier schließlich noch die besten Möglichkeiten, damit die Leute sich aus dem Weg gehen können.“  kp

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