Vakzin ist knapp im Verdener Impfzentrum: Weniger Termine für erste und Vorrang für zweite Spritze

„Wir könnten mehr impfen“

Vier Leute stehen vor dem Eingang zum Verdener Impfzentrum.
+
Nicht ausgelastet: Das Verdener Impfzentrum, hier mit Landrat Peter Bohlmann, Leiter Christian Groth, Andrea Schröder und Dr. med. Henning Hovorka (v. l.) vor dem Eingang, könnte mehr Impfungen durchführen. Aber dazu fehlt der Impfstoff.

Landkreis – Zumindest gefühlt lässt die immer wieder angekündigte Schwemme von Impfstoffen auf sich warten. Da deutet das angekündigte Stocken der Kampagne in den Impfzentren auf den nächsten Engpass hin. „Wir bleiben im Plan“, widerspricht Stephanie Geisler. Die stellvertretende Sprecherin des Ministeriums in Hannover berichtet von verlässlichen Vakzin-Lieferungen. Arztpraxen und Impfzentrum sind dennoch nicht ausgelastet, weil Impfstoff fehlt.

Der Fahrplan für die schrittweise Öffnung der Berechtigung in der Impfpriorität 3 wird indes eingehalten: „Es bleibt dabei“, bestätigte Stephanie Geisler auf Nachfrage. Bis die Priorisierung nach den jüngsten Beschlüssen am 7. Juni komplett ausgesetzt wird.

Folgeimpfungen haben Vorrang

Während das Impfzentrum am Kreishaus munter seine Arbeit fortsetzt und auch in den Arztpraxen verimpft wird, was an Vakzinen verfügbar ist, stockt die Vergabe von Terminen für Erstimpfungen tatsächlich. Das habe damit zu tun, dass die Termine für die impfwilligen Bewerber immer paarweise ausgegeben werden, erklärt Geisler. Mit Nachdruck sei in den zurückliegenden Wochen die Erstimpfung vorangetrieben worden. Mittlerweile aber seien die Zweitimpfungen an der Reihe und das verringere die Zahl der möglichen neuen Termine.

Dabei wirke sich auch die empfohlene Altersbegrenzung für die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson auf Personen über 60 Jahre aus. Wurde das Vakzin an Jüngere verabreicht, werde empfohlen, einen MRNA-Impfstoff wie den von Biontech-Pfizer für die Zweit-impfung zu wählen.

Dass vielerorts die Versorgung mit Impfstoff als unsicher empfunden wird, ist der Sprecherin des Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung zufolge unnötig. „Wir bekommen pro Woche 240 000 Impfdosen geliefert“, berichtete Geisler. Die würden je nach Größe der Bevölkerung an die Kreise verteilt.

Pressesprecher Ulf Neumann konnte für den Landkreis bestätigen, dass im Impfzentrum derzeit vorrangig Zweitimpfungen vorgenommen würden. Aber auch Erstimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna.

Impfzentren im Lande sind nicht ausgelastet

Allerdings seien damit die Kapazitäten der Impfteams in den Containern am Kreishaus nicht ausgeschöpft. „Wir könnten mehr leisten.“ Aber dafür fehle eben doch der Impfstoff. Das gehe übrigens auch den anderen Impfzentren im Lande so.

Von ausfallenden Terminen kann keine Rede sein. Das liegt aber auch an der Praxis im Impfzentrum, dass nur Termine freigegeben werden, wenn der Impfstoff zur Verfügung steht. Was an Impfstoffen geliefert wird, werde komplett verimpft. Selbst abends regelmäßig anfallende Reste aus angebrochenen Vials werden nach den Vorgaben des Landeserlasses verabreicht, berichtete die organisatorische Leiterin des Impfzentrums Andrea Schröder. „Hierzu bestehen Kontakte zu Hilfsorganisationen, um eine kurzfristige Impfung sicherzustellen und einen Verfall des Impfstoffs unter allen Umständen zu verhindern.“

Auch in Arztpraxen ist Impfstoff vorerst noch Mangelware

Zu knapp ist der Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Impfstoff dennoch. „Laut Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums wird es circa ab Anfang Juni sehr viele Impfstoffe geben. Dann müsste sich die Situation deutlich entzerren. Aber jetzt sind Impfstoffe noch Mangelware!“, beklagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister vor allem in Hinblick auf die Impfungen in den Arztpraxen. Auch wenn deren Beitrag an der Impfkampagne wächst, begrenzt die relativ geringe verfügbare Menge an Impfstoff immer noch die Möglichkeiten in den Praxen.

Mit Entspannung rechnet KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen laut Pressemitteilung spätestens im Juni. Die steigende Impfquote, so warnt er, dürfe dann aber nicht dazu führen, dass viele die Pandemie abschreiben und auf die Impfung verzichten. „Der Appell muss sein: Lasst euch impfen!“

Pro Praxis könnten die niedergelassenen Mediziner derzeit in der Woche nur zwölf Dosen des MRNA-Impfstoffes von Biontech-Pfizer bestellen, für die Vakzine von Johnson & Johnson und Astrazeneca gebe es keine Obergrenze mehr.

Von Ronald Klee

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Das vielleicht letzte Baugebiet Verdens

Das vielleicht letzte Baugebiet Verdens

Das vielleicht letzte Baugebiet Verdens
217 Kritiker-Unterschriften gegen Ruheforst-Pläne

217 Kritiker-Unterschriften gegen Ruheforst-Pläne

217 Kritiker-Unterschriften gegen Ruheforst-Pläne
CDU und Grüne gehen mit von Seggern:  „Für ein starkes Dörverden“

CDU und Grüne gehen mit von Seggern: „Für ein starkes Dörverden“

CDU und Grüne gehen mit von Seggern: „Für ein starkes Dörverden“

Kommentare