Wohin verschwinden Insekten, Igel und Co. während der kalten Jahreszeit?

Winterschlaf und -starre naht

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Beispielsweise in diesem Garten werden viele Tiere ein geeignetes Quartier für den Winter finden können. 

Ob Schmetterling, Käfer, Hummel, Biene, oder lästige Wespe – bis Ende September summte und brummte es auf Blühwiesen förmlich vom ständigen Umherschwirren der vielen Insekten. Doch mittlerweile ist es stiller geworden. Die Temperaturen liegen nur noch selten über der 20-Grad-Grenze und die Sonne lässt sich kaum mehr blicken. Wo sind sie denn plötzlich hin, die ganzen Insekten? Arne von Brill, kommissarischer Leiter des Nabu-Ortsverbands Verden, weiß wohin sie sich verkrochen haben und gibt Tipps, wie man ihnen und anderen Kleintieren dabei helfen kann, möglichst zahlreich über den Winter zu kommen.

Verden - „Ob in Ecken und Nischen, an oder auf Bäumen sowie im dichten Unterholz; es gibt zahlreiche Orte, an die sich sowohl Insekten als auch Kleintiere verkriechen“, erklärt von Brill. So unterschiedlich wie die Verstecke, so verschieden sei aber auch die Art und Weise, wie die Tiere durch den Winter kommen. Viele Schmetterlingsarten zum Beispiel fallen in eine Winterstarre. Sie verstecken sich dazu in hohlen Bäumen oder in totem Holz. Die Zitronenfalter seien dann die ersten, die im Frühjahr wieder im Garten anzutreffen sind.

„Ganz anders als viele Käfer, die sich genau wie die Schmetterlinge ein Versteck in Mauerritzen, alten Bäumen oder im Dickicht suchen, um zu überwintern, verhalten sich die Wespen. Fast alle werden sterben“, erklärt von Brill. Lediglich die Königinnen eines sogenannten Staats würde den Winter überleben. Die sei in der Lage mit den nötigen Fettreserven viele Monate zu überstehen und dann im Frühling die nächste Generation Wespen in die Welt zu setzen.

Anders als Bienen sterben fast alle Wespen im Winter. 

Wohl am sonderbarsten überwintern die Bienen: Aufgrund der Nahrungsknappheit im Winter gibt es Winterbienen, deren einzige Aufgabe darin besteht, die Königin durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Sie werden viel älter als ihre Artgenossen aus dem Sommer und halten ihre Körpertemperatur aufrecht, indem sie pausenlos mit ihren Flügeln schlagen. Damit das Überleben ihrer Königin gesichert wird, bilden die Winterbienen eine dichte Traube um sie, in der es immer warm ist, bis die Temperaturen wieder steigen.

Viele andere Insekten verbringen den Winter im Larvenstadium im Boden und kommen erst im Frühling hervor. Auch der Igel verschläft den Winter komplett, der ist aber aktuell noch dabei, sich den nötigen Speck dafür ranzufressen. „Deswegen braucht nicht jeder kleine Igel, der vielleicht gerade durch den Garten heizt, direkt Hilfe“, mahnt das Nabu-Mitglied.

Arne von Brill, kommissarischer Leiter des Nabu-Ortsverbands Verden. 

Die von der Natur gegebenen Orte, die sich zum Überwintern für Insekten und andere Kleintiere eignen, würden aber immer weniger werden. „Sehr viele, die heutzutage ein neues Haus bauen, entscheiden sich dafür, einen Schottergarten anzulegen“, so von Brill. Diese seien aber illegal und bieten keinerlei Möglichkeiten für die Tiere zu überwintern. Sein klarer Appell an alle Beton-Garten-Besitzer: „Leute, schafft eure Schottergärten ab.“

Eine viel bessere Alternative stellen zum Beispiel naturbelassene Grünstreifen dar. „Eigentlich kann jeder, der einen Garten hat, eine Ecke als Unterschlupf herrichten“, sagt von Brill. Selbst wenn es nicht so schick aussähe, solle man nicht direkt alles nach der Blüte abschneiden und jeden Ast und jedes Blatt zur Seite räumen.

Zusätzlich könne man den Mähroboter mal abdrehen, einen Maiskolben für die Vögel aufhängen oder eine flache Schale mit Wasser bereitstellen. „Alle, die sich um die Igel Gedanken machen, könnten etwas trockenes Katzenfutter rausstellen. Aber kein feuchtes! Das kann nämlich verderben. Und auf keinen Fall Milchprodukte“, klärt das Nabu-Mitglied auf.

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