Anteile des Diakonissen-Mutterhauses Rotenburg kehren mit dem Jahreswechsel zurück

AWK wieder komplett in der Hand des Landkreises

Landkreis – Zum 1. Januar 2021 wird der Landkreis Verden den 26-prozentigen Gesellschafteranteil des Evangelisch-lutherischen Diakonissen-Mutterhauses Rotenburg an der Aller-Weser-Klinik übernehmen. Mit einem sechsstelligen Betrag, so sagte Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik Peter Bohlmann, würden die beiden Häuser in Verden und Achim wieder hundertprozentig kommunal. Zugleich sei der Landkreis dann Mehrheitsgesellschafter.

Die Verhandlungen sind noch nicht ganz abgeschlossen. Deshalb stehe ein genauer Betrag für die Übernahme der Anteile nicht fest. Aber ein Beschluss des Kreisausschusses von vergangener Woche hat schon einmal grünes Licht zum Abschluss der „sehr kooperativ“ verlaufenen Verhandlungen gegeben. Gleichzeitig fasste der Kreisausschuss einen Weisungsbeschluss, Marianne Baehr als Geschäftsführerin der AWK zum 31. März kommenden Jahres erneut zu bestellen, teilte der Kreispressesprecher Ulf Neumann mit. „Damit kann die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaftern, dem Aufsichtsrat, der Geschäftsführung und dem Klinikpersonal mindestens bis Mitte dieses Jahrzehnts fortgesetzt werden“, freute sich Bohlmann.

Ausgangspunkt für die Veränderungen in der Gesellschafterstruktur sei, dass das Diakonissen-Mutterhaus seit dem Anschluss des Rotenburger Hauses an die Agaplesion gAG im Jahr 2013 nicht mehr operativ in die Krankenhausversorgung eingebunden und dadurch das Halten von Anteilen im Landkreis nur noch schwer begründbar sei, erläuterte Bohlmann. Auch wenn damit eine zehnjährige und von Kooperation geprägte Verbundenheit ende, seien sich beide Parteien einig, dass die medizinische Zusammenarbeit zwischen der AWK und dem Maximalversorger in Rotenburg fortgesetzt und ausgebaut werden solle.

Gemeinsam mit den städtischen Gesellschaftern Verden und Achim werde man die Herausforderungen durch die Corona-Krise, den Neubau des Bettenhauses, den weiteren medizinischen Kooperationen und die anstehenden Veränderungen im Gesundheitswesen bestehen und hoffentlich gestärkt aus ihnen hervorgehen.

Dem Klinikpersonal in Verden und Achim dankte Bohlmann in einem Schreiben für das große Engagement: „Seien Sie sich der hohen Anerkennung der Bevölkerung für Ihre Arbeit bewusst und schöpfen Sie mit Blick auf die Corona-Krise Kraft aus den Hoffnungen, die auf Ihnen liegen.“ Die sich auf staatlichen Ebenen durchsetzende Erkenntnis, dass Gesundheit keine Ware sei, sondern ein Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge für alle bleiben müsse, werde helfen, den Auftrag zu erfüllen.

2001 waren die beiden städtischen Häuser in Achim und Verden unter Einbeziehung des Landkreises als Gesellschafter zur Aller-Weser-Klinik (AWK) vereinigt worden. Seit 2006 trägt der Landkreis Verden deren Verluste zu 100 Prozent. Mit dem Diakoniekrankenhaus Rotenburg bestand schon eine gute Zusammenarbeit, die 2011 zum Einstieg des Diakonissen-Mutterhauses als dessen Träger in die AWK führte.

2013 stieg die Agaplesion gAG in das Diakoniekrankenhaus ein und die Berührungspunkte des diakonischen Gesellschafters zur Krankenhausversorgung verminderten sich. Die Verhandlungen über die Rückführung der Anteile laufen seit 2018.

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