Homeoffice-Ende und niedrige Inzidenz: Die Auswirkungen im Verdener Kreishaus

Wie vor Corona wird es nicht

Die Zufahrt zur Kreisverwaltung mit einem Schild als Wegweiser. Im Hintergrund des Bildes sind die Fensterreihen, hinter denen sich die Büros befinden.
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Die Büros in der Kreisverwaltung werden sich nur zumTeil wieder mit Rückkehrern aus dem Homeoffice füllen.

Verden – Mit der sich entspannenden Infektionsentwicklung werden nicht nur dieEinschränkungen in der Öffentlichkeit gelockert. Immer mehr Verwaltungen verringern die Regelungen, mit denen sie sich davor geschützt haben, dass das Coronavirus in die Büros eindringt. Zugleich entfällt mit dem Monatsbeginn die Pflicht, den Mitarbeitern Homeoffice zu ermöglichen.

Dass jetzt aber ein Zustand wieder zurückkehren wird, wie er vor der Pandemie einmal üblich war, erwartet der Personalchef im Verdener Kreishaus, Gunnar Keller, nicht.

Wie ein Großversuch in moderner Arbeitsorganisation

Für die Kreisverwaltung und die 900 Mitarbeiter in den Büros war der Lockdown auch eine Art Großversuch, in dem sich gezeigt hat, was passiert, wenn die modernen Organisationsformen in einer Verwaltung umgesetzt werden. Schneller als zuvor erwartet hatte die Pandemie Gunnar Keller und seine Kolleginnen und Kollegen gezwungen, sich auf plötzlich notwendig gewordene Kontakteinschränkungen einzustellen. Die Digitalisierung bekam einen kräftigen Schub. Der Anteil von Mitarbeitern, die gar nicht mehr ins Büro kamen, sondern ihren Dienst im Homeoffice versahen, verdoppelte sich schlagartig von 200 auf 400.

Im Homeoffice keine Einbußen bei der Qualität der Arbeit

„Es hat sich erwiesen, dass es bei der Qualität der Arbeit keine Einbußen gibt“, hat der Personalchef dabei gelernt. Die Erfahrung habe zudem gezeigt, dass Homeoffice auch in Bereichen machbar ist, in denen die Mitarbeiter das früher für möglich gehalten hatten.

Schon vor der Corona-Krise habe es in der Verwaltung eine Betriebsvereinbarung für Telearbeit gegeben, und die Möglichkeit hatten Mitarbeiter aus privaten Erwägungen genutzt. So war denn der Lockdown im vergangenen Jahr kein kompletter Sprung ins kalte Wasser.

Das Miteinander leidet

Eine Erfahrung haben Keller und die Mitarbeiter nach mehr als einem Jahr Corona auch gemacht: „Das Miteinander leidet“, beschreibt er den Effekt von mangelndem Kontakt und Austausch untereinander. Das hätten auch die Video-Konferenzen für die nötigen Absprachen und Besprechungen nicht verhindern können. Deshalb würden einige sicher gern in ihr Büro im Kreishaus zurückkehren, wenn jetzt die „Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung“ ausläuft, ist Keller überzeugt .

Müssen sehen, was die Virus-Varianten anrichten

Wegen der Betriebsvereinbarung werde die Rückkehr aus dem Homeoffice allerdings nicht zwingend notwendig. Und so rechnet Keller damit, dass einige weiter zuhause am Bildschirm arbeiten werden. „Das war vor einem Jahr auch so. Wieviele wieder ins Büro kommen wollen, darüber habe ich keine Rückmeldung. Ich habe alle informiert, dass die Homeoffice-Pflicht endet“, erklärt er. Wer aber dauerhaft oder teilweise wieder im Kreishaus arbeiten wird, werde sich erst in den nächsten Wochen zeigen. „Es kann aber schnell wieder nötig werden, zuhause zu arbeiten. Wir müssen ja auch sehen, wie sich die Infektionslage weiter entwickelt“, ist Keller noch skeptisch in Anbetracht der sich stark ausbreitenden und hochansteckenden Virus-Varianten.

Kreishaus hat nie komplett dicht gemacht

Dass es im Kreishaus wie in anderen Verwaltungen, wie im Katasteramt oder beim Finanzamt, weitere Öffnungen gibt, ist nicht nötig. „Wir waren wohl die einzige Verwaltung, die nicht komplett dicht gemacht hat“, nennt er den Grund. War es vor gut einem Jahr noch die Regel, dass Besucher nur mit Voranmeldung zugelassen und dann an der Eingangstür abgeholt wurden, gelte das so schon lange nicht mehr. Die Vereinbarung von Terminen sei allerdings noch die Regel, ebenso der Mund-Nasen-Schutz. Die Besucher könnten aber ungehindert ins Kreishaus und die Mitarbeiter aufsuchen.

Die Zulassungsstelle habe allerdings noch so ihre eigenen Regeln. Privatkunden können ihren Zulassungsvorgang nur nach vorheriger Online-Terminvereinbarung vornehmen. Die Kunden sollten möglichst auch erst zu ihrem Termin dort erscheinen, heißt es weiter.

Von Ronald Klee

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