Westernromantik im Stadtwald mit der Schwarzpulverunion Aller-Weser

Trapper und rauchende Colts

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„Trapper“ Rainer Hellmuth hackt Holz, um das Wasser heiß zu machen. „Stadtmensch“ Johannes Krumm schaut ganz entspannt zu.

Verden - Rauchende Holzfeuer, stilecht ausgestattete Zelte, alte Waffen und Schüsse, begleitet von Pulverdampf – Westernromantik herrschte im Verdener Stadtwald. „Ich habe mich in den USA mit diesem Virus infiziert“, lachte Rainer Hellmuth.

Circa 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland und sogar aus den Niederlanden hatten beim Schießstand des Verdener Schützenvereins ihre Zelte aufgeschlagen. Schon zum 13. Mal hatte die Schwarzpulverunion Aller-Weser als Gastgeber dazu eingeladen.

Geschossen wurde an zwei Tagen in mehreren Disziplinen mit Nachbauten historischer Waffen. Natürlich kamen die Westernfans stilecht in zu der Zeit passend nachempfundener Kleidung, vom Cowboy, über den Soldaten bis zum Stadtmenschen, der Fantasie der „Westmänner“ waren keine Grenzen gesetzt. Auch das Leben im Camp wurde (fast) so geführt wie damals im Wilden Westen.

Die meisten Teilnehmer waren eingefleischte Fans, die schon jahrelang im Wilden Westen auf Tour gehen. So auch Rainer Hellmuth aus Sande bei Wilhelmshaven. Angezogen wie ein Trapper, mit Lederhose und kariertem Hemd, um den Hals eine Kette aus Knochen, Holzperlen und „Grizzlykrallen.“ Letztere sind zwar nur ein Imitat, kommen aber ziemlich echt rüber. „Ich bin seit 1990 dabei“, erzählte er.

Vor seinem Zelt machte er über einem Holzfeuer Wasser heiß. „Das ist zum Reinigen der Waffen“, so der Trapper. Besuch hat er von Johannes Krumm aus Neustadt am Rübenberge, ebenfalls seit 20 Jahren an Lagerfeuern zuhause. Krumm ist etwas feiner gekleidet. „Ich bin ein Stadtmensch aus der Zeit um 1880“, erzählte er.

In einem anderen Zelt saßen Torsten Hellmich und Peter Schäfer aus Nordhausen im Harz. Sie sahen aus wie Soldaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg 1861 bis 1865 gekämpft haben. Auch der Säbel fehlte nicht.

Bouvan Leeuwen aus den Niederlanden wurde im vergangenen Jahr von einem Freund zu einem Westerntreffen mitgenommen und ist seitdem Fan. Sein Zelt hat er von seiner Freundin zum Geburtstag bekommen. Der Niederländer ist fasziniert von Winchester Gewehren. „Ich will mir auf jeden Fall eins kaufen, ein Original, darauf spare ich“, erzählte er.

Einen weiten Weg von 750 Kilometern hatte Robert Kraus aus dem Oberallgäu hinter sich. Mit Weste und Zylinder sitzt er in seinem Zelt. „Ich bin schon lange dabei, das Treffen in Verden steht für mich immer als Jahresabschluss auf dem Plan“, verriet er. Und: „Ich komme ganz bestimmt wieder.“

ahk

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