Werbefachmann stellt Ausschuss seine Idee zur Nutzung des alten Gaswerks vor

Ein Zentrum für Kreative

+
Das alte Gaswerk am Allerufer: Zuletzt waren dort eine Sanitärfirma und ein Fitnessstudio ansässig. Jetzt wird die Idee diskutiert, dort ein Kreativzentrum zu schaffen.

Verden - Das alte Gaswerk an der Nordbrücke, bekannt als ehemaliger Sitz von Sanitär Meyer: ein interessantes Gebäude, zentral gelegen, im städtischen Besitz, nur als Lagerraum genutzt und somit totes Kapital. Bis jetzt. Ginge es nach Martin Drichel, würde dort Anfang 2017 auf 2500 Quadratmetern das Verdener Kreativzentrum eröffnen. Gemeinsam mit Mitarbeiterin Christina Hartmann, einer diplomierten Volkswirtschaftlerin, stellte der Geschäftsführer der Werbeagentur readymade dem Ausschuss für Stadtentwicklung seine Idee vor.

Im Stammsitz der Agentur in Bremen sei man gut vernetzt, so Drichel. Das mache schlagkräftiger. In Verden fehlten diese Verbindungen unter den Kreativen. Christina Hartmann: „Man betrachtet sich gerne mit dem Auge der Konkurrenz.“ Die Lösung sehen die beiden in der Schaffung eines Zentrums: als Ort, an dem die Branche Präsenz zeigen könnte, wo es um Austausch und Ergänzung und weniger um Wettbewerb gehe. Das sichere bestehende Arbeitsplätze und schaffe weitere Jobs.

„Die Branche“, das sind für Hartmann und Drichel nicht nur Kreative aus dem Bereich der Werbung. Agenturen, Journalisten, Fotografen, Filmschaffende, Programmierer zählten die beiden als potenzielle Nutzer auf. Darüber hinaus böte das Zentrum Räume für zeitlich begrenzte Projektarbeit und Ateliers; Unternehmen könnten Konferenzzimmer anmieten; im Erdgeschoss wäre Platz für kulturelle Angebote und eine integrative Gastronomie in Kooperation mit der benachbarten Lebenshilfe.

Den Ausschussmitgliedern gefiel die Idee des Kreativzentrums gut. Zumal Christina Hartmann und Martin Drichel Synergieeffekte in Aussicht gestellt hatten, beispielsweise mit dem Einzelhandel in der Innenstadt. Dieser könnte als Auftraggeber fungieren. Gleichzeitig brächten die unterschiedlichen Nutzer und Nutzungsmöglichkeiten des Hauses Kunden und damit Kaufkraft in die City.

Im Rahmen der städtischen Zukunftsgespräche im Frühjahr 2014 waren die beiden Werbeexperten das erste Mal mit der Projektidee an die Öffentlichkeit getreten. Seitdem ist viel passiert: Hinter den Kulissen führten die Initiatoren Gespräche mit möglichen Nutzern, es entstanden erste gestalterische Entwürfe und ein grob skizzierter Schlachtplan zur Umsetzung, inklusive Gründung eines Vereins und einer Betreibergesellschaft. Aus dem Stand könnten sich Unternehmen mit insgesamt 100 Arbeitsplätzen in dem ehemaligen Gaswerk ansiedeln, erklärte Martin Drichel und machte daran eine gewisse Dringlichkeit der Realisierung fest.

Doch bei allem Wohlwollen von Seiten der Politik: Eine Umsetzung zum ersten Quartal 2017 ist ein ehrgeiziges Ziel. Die Förderfähigkeit des Projektes muss geprüft werden, es sind aber noch längst nicht alle Richtlinien dazu veröffentlicht.

Vor allem aber hat das Bundesverkehrsministerium eine Veränderungssperre verhängt für den Bereich beidseitig der B 215, zwischen der Hönischer Kreuzung und dem Nordertorkreisel. Das hängt zusammen mit dem Neubau der Nordbrücke, für den es verschiedene Varianten gibt.

Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass Mitte 2016 feststeht, wo die neue Allerquerung entstehen soll. Bevorzugt wird ein Ersatzbau nördlich der bestehenden Brücke. Dann wäre das alte Gaswerk nicht betroffen. Ansonsten gilt die Veränderungssperre mindestens bis zum 30. September 2017.

kp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Prinzessin Charlotte (2) ist einfach süß, auch schlecht gelaunt 

Prinzessin Charlotte (2) ist einfach süß, auch schlecht gelaunt 

Blutige Unruhen in Jerusalem: Bilder der Wut und Gewalt

Blutige Unruhen in Jerusalem: Bilder der Wut und Gewalt

William und Kate bringen Glamour nach Hamburg

William und Kate bringen Glamour nach Hamburg

Tote und viele Verletzte bei Unruhen wegen Tempelberg-Krise

Tote und viele Verletzte bei Unruhen wegen Tempelberg-Krise

Meistgelesene Artikel

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

22 Tonnen Äpfel auf Fahrbahn: A27 bei Verden gesperrt

Der brennende Mönch zündet in Verden

Der brennende Mönch zündet in Verden

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vom Männerballet bis Lucky Luke: Kirchlinter Schützen feiern unkonventionell

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Vorsicht gegenüber der Weser-Robbe

Kommentare