Mitgliederversammlung: Bleibt der Dehoga-Kreisverband beim Rücktritt?

Wenn das Vertrauen fehlt . . .

Leere Stühle haben die Gastronomen im Landkreis Verden an den Rand ihrer Existenz gebracht. Entsprechend angespannt ist die Stimmung – auch im Dehoga-Kreisverband, dessen Vorstand komplett zurückgetreten ist.
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Leere Stühle haben die Gastronomen im Landkreis Verden an den Rand ihrer Existenz gebracht. Entsprechend angespannt ist die Stimmung – auch im Dehoga-Kreisverband, dessen Vorstand komplett zurückgetreten ist.

Verden – Es kriselt im Dehoga-Kreisverband Verden. Vorsitzender Gördt Glander machte jetzt öffentlich, dass der gesamte Vorstand zurücktreten wird. Auf einer Mitgliederversammlung am 27. Juli soll geklärt werden, wie es weitergehen soll. Anlass dieser drastischen Konsequenz war der Fauxpas einiger Mitglieder, die als „Freundeskreis Gastronomie“ zu einer Versammlung mit Politprominenz aus Hannover und Berlin eingeladen hatten – am Dehoga-Vorstand vorbei.

Dass dies ein Fehler gewesen sei, räumt Initiator Axel Klenke vom gleichnamigen Gasthaus in Langwedel ohne Einschränkungen ein. „So weit haben wir gar nicht gedacht. Es ging uns darum, an Informationen heranzukommen, wie es mit uns in Zeiten von Corona weitergehen soll. Wir haben auch Landrat Peter Bohlmann und Vertreter des Gesundheitsamtes eingeladen, um zu erfahren, wie wir unsere Gäste in die Lokale zurückbekommen.“

Dass viele Gastronomen um ihre Existenz kämpfen, nachdem sie wochenlang geschlossen hatten, ist bekannt. Damit erklärt sich Klenke auch das große Interesse an der Versammlung vor vier Wochen. Ein Zusammenhalt, an dem es jahrelang gemangelt habe, erklärt Klenke, denn die Dehoga-Veranstaltungen seien regelmäßig kaum beachtet worden. Um so mehr versteht er die Reaktion des Vorstandes, weist aber weit von sich, diesen in irgendeiner Form infrage gestellt zu haben. „Im Gegenteil. Ich hoffe, dass wir alle umstimmen können und der Vorstand seine Arbeit fortführen wird.“ Es sei ein Fehler gewesen, nur die Presse und nicht den Vorstand über die Krisensitzung in Langwedel zu informieren. „Das war so spontan, sodass wir uns erst im Laufe der Zusammenkunft einen Namen gegeben haben.“ Er habe sich sofort beim Vorstand entschuldigt und könne nachvollziehen, dass der enttäuscht ist.“

Marco Bachmann vom Gästehaus Schlossgarten in Etelsen reagierte sofort, als er von der Veranstaltung las und zog die Konsequenzen: Er trat sofort als stellvertretender Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes zurück. „Man muss vorher einschätzen, was man anrichtet.“ Für ihn ist die Angelegenheit ein Vertrauensbruch. Mehr möchte der Gastronom zurzeit nicht zum Thema sagen. „Das werde ich auf der Versammlung tun.“

Vom Verlauf dieses Krisentreffens macht auch der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes, Gördt Glander, abhängig, ob er weiter zur Verfügung steht. „Für uns ist die ganze Angelegenheit Anlass gewesen, unsere Arbeit zu reflektieren.“ Wenn die Corona-Krise, das Schlimmste, was Gastronomen und Hoteliers passieren konnte, nicht ein Grund sei, sich Rat beim Dehoga-Vorstand zu holen, dann stimme etwas nicht.

„Wenn wir unsere Mitglieder nicht erreichen, dann machen wir Platz für die, die mehr Vertrauen genießen.“ Nur durch einen starken Zusammenhalt und ein entsprechendes Engagement könne man eine Lobby aufbauen und seine Interessen stärker vertreten.

Von Erika Wennhold

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