Verband reduziert Liefer- und Fördermenge des Werks Panzenberg

Weniger Wasser für Bremen

Vertreter von Trinkwasserverband und swb einigten sich: Vorne swb-Vorstand Olaf Hermes (l.) und Verbandsvorsteher Harald Hesse (r.), hinten links Stefan Hamann (Geschäftsführer Trinkwasserverband Verden) und rechts Christoph Kolpatzik (Rechtsanwalt/Prokurist swb).
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Vertreter von Trinkwasserverband und swb einigten sich: Vorne swb-Vorstand Olaf Hermes (l.) und Verbandsvorsteher Harald Hesse (r.), hinten links Stefan Hamann (Geschäftsführer Trinkwasserverband Verden) und rechts Christoph Kolpatzik (Rechtsanwalt/Prokurist swb).

Verden – Der Trinkwasserverband Verden und der Bremer Energie- und Wasserversorger swb haben sich auf eine Reduzierung der Liefermenge aus dem Wasserwerk Panzenberg von acht auf sieben Millionen Kubikmeter jährlich, beginnend ab 1. Januar 2021, geeinigt. Die jährliche Fördermenge am Wasserwerk Panzenberg wird von bislang möglichen zehn Millionen Kubikmeter Grundwasser auf maximal 8,825 Millionen Kubikmeter verringert. Das entspricht der vereinbarten Antragsmenge im Genehmigungsverfahren, wobei der Verband selber mittlerweile von einer Antragstellung nicht vor 2022 ausgeht.

„Unser Trinkwasserbezug aus Panzenberg steht ökologisch wie auch politisch immer wieder in der Kritik“, wird swb-Vorstand Olaf Hermes in einer Pressemitteilung des Trinkwasserverbandes zitiert. „Um diese Situation zu entlasten, leisten wir als Partner mit der Reduzierung unseren derzeit maximal möglichen Beitrag.“

Um dies zu erläutern, war Hermes am Montagvormittag mit Christoph Kolpatzik, Rechtsanwalt und Prokurist der swb, zu einem Pressegespräch in den Räumen des Trinkwasserverbandes nach Verden gekommen. Schließlich habe diese Änderung zumindest im südlichen Teil des Landkreises eine gewisse Bedeutung, erläuterte Verbandsvorsteher Harald Hesse. „Weil seit Jahren über die Frage der Wasserförderung diskutiert wird.“

Bereits im November 2009 war die für 30 Jahre erteilte Genehmigung zur Wasserförderung im Wasserwerk Panzenberg in Verden-Scharnhorst abgelaufen. Seitdem wird auf Grund einer vorläufigen Erlaubnis in gewohntem Umfang weiter gefördert. 2015 wurde ein erster Antrag eingereicht. „Da hatten wir noch gehofft, dass wir zügig zur Bewilligung kommen würden“, sagte Hesse gestern.

Der Antrag war vom Landkreis Verden als nicht genehmigungsfähig eingestuft worden. Im September 2019 hat der Verband auf Anraten des niedersächsischen Umweltministeriums beschlossen, dass die zu beantragende Menge bei 8,825 Millionen Kubikmetern liegen soll. „Das bedeutet unterm Strich, dass in Bremen rund eine Million Kubikmeter weniger wird landen können“, sagte Hesse gestern.

Am 4. März 2020 wurde ein überarbeiteter Antrag mit dieser reduzierten Menge zwecks Vorprüfung eingereicht. Gutachten sind inzwischen veraltet, sodass der Verband selber nicht mit einer neuen Antragstellung vor 2022 rechnet.

„Wir haben unser Versprechen eingehalten, dass wir eine Reduzierung vornehmen werden“, sagte swb-Vorstand Olaf Hermes gestern. Zugleich betonte er, wie wichtig die Wasserlieferungen aus Verden für Bremen seien. Nur rund 20 Prozent des Bremer Wasserbedarfs könne aus eigener Förderung bewerkstelligt werden. 80 Prozent kämen aus Niedersachen. Laut Hermes gut ein Drittel vom Trinkwasserverband Verden. Das Defizit von einer Million Kubikmetern werde mit Lieferungen des OOWV (Oldenburg-Ostfriesicher Wasserverband) aufgefangen.

Die vorzeitige Reduzierung der Fördermenge erfolgt freiwillig, aber nicht ganz ohne Druck. Silke Brünn, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Verden, hatte schon im Herbst 2020 auf Nachfrage gesagt, dass die Fördermenge angesichts der weiteren Verzögerungen bei der Antragstellung schon vorab vom Verband zu reduzieren sei.

Dass mit einem vollständigen Antrag nicht vor dem Jahr 2022 zu rechnen ist, war zu dem Zeitpunkt noch gar nicht absehbar.  wb

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