Weniger Unterbringungskosten dank Kastrations- und Chippflicht für Katzen

Entlastung fürs Stadtsäckel

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Auch wenn weniger Verdener Katzen im Tierheim landen, ist dort doch kaum eine Entlastung zu spüren.

Verden - Es hat sich für Verden gelohnt, eine Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, die sich außerhalb von Wohnungen frei Bewegen einzuführen. Zu diesem Fazit kommt Verwaltungsmitarbeiter Thorsten Schiemann. Seit der Einführung 2011 ging die Zahl der Fundkatzen zurück und entlastet so Verdens Stadthaushalt. Von 35000 Euro sank der Finanzbedarf auf 20000 im vergangenem Jahr.

„In den 20000 Euro sind auch die Kosten für Unterbringung der Hunde mit drin“, so Schiemann. Der Großteil der Kosten, rund 16000 Euro, machten Katzen aus. Für 2015 kann Thorsten Schiemann nur eine vage Prognose abgeben. „Vermutlich werden wir etwas über dem Niveau von 2014 mit 72 Katzen liegen.“ Für jede abgegebene Fundkatze zahlt die Stadt 223 Euro an das Tierheim Verden. Die Summe deckt die Grundversorgung ab.

Neben den finanziellen Aspekt hebt Thorsten Schiemann den gesundheitlichen hervor. „Es werden so deutlich weniger Katzenkrankheiten übertragen“, sagt er.

„Gefühlt“, sagt Janina Grube vom Tierheim Verden, „hat sich nichts geändert.“ In diesem Jahr sind schon über 160 Katzen im Tierheim angekommen. „Allerdings sind das Tiere aus dem gesamten Landkreis Verden und benachbarten Gemeinden“, sagt sie. Ein Grund für die Zahl der Katzen ist, dass nicht alle Städte und Gemeinden eine solche Verordnung haben. Bei der Einführung war Verden eine der ersten Städte in Niedersachsen.

Seit 2011 gibt es die Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, die sich außerhalb von Wohnungen frei bewegen. Dazu gehören auch Streunerkatzen. Praktisch heißt das: Die Tiere müssen kastriert sein und einen kleinen Chip tragen. Über den Mikrochip kann ein Fundtier identifiziert und der Besitzer ermittelt werden. Viele Tierheime und -ärzte verfügen über ein Lesegerät.

„Wenn wir ein Fundtier an den Besitzer zurück übergeben und die Katze nicht gechipt ist, versuchen wir, ihn davon zu überzeugen“, sagt Grube. Entläuft beispielsweise in Bremen eine Katze und wird sie in Verden aufgegriffen, suchen vermutlich die Besitzer in Bremer Tierheimen und nicht in Verden. Daher finden die Mitarbeiter des Tierheims die Verordnung grundsätzlich gut.

Auslöser für die Kastrationsverordnung war der stetig steigende Platz- und Finanzbedarf für Fundtiere, besonders für Katzen. Ein Jahr nach Inkrafttreten der Verordnung verzeichnete die Stadt erste Erfolge. Die Anzahl der Fundkatzen ging um 25 Prozent zurück. Im gleichen Zeitraum verringerten sich die Kosten für Tierunterbringung um 9000 Euro.

Im ersten Jahr unterstütze die Stadt Verden die Katzenbesitzer. Sie zahlte einen Zuschuss zur Kastration. Die Aktion fand in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein statt. Laut Schiemann ist ein finanzielle Unterstützung zurzeit nicht geplant.

awt

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