AWK-Bettenhaus: Einbau von Hohlkörpern in den Decken spart Beton und schont Klima

Weniger ist mehr

Besprechung auf der AWK-Baustelle. Im Vordergrund sind die Cobiax-Elemente zu sehen, die in den Decken verbaut werden.
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Besprechung auf der AWK-Baustelle. Im Vordergrund sind die Cobiax-Elemente zu sehen, die in den Decken verbaut werden.

Verden – Beim Bau ihres Bettenhauses in Verden setzt die Alller-Weser-Klinik (AWK) auf modernste Technik. Und so findet ein neuartiges Verfahren in den Decken des Neubaus seine Anwendung: die Cobiax-Hohlkörpertechnologie. „Mit dieser Methode werden im Neubau des Krankenhauses Decken aufgebaut. Damit folgt das Krankenhaus dem Trend, nachhaltig zu bauen und den CO2- Verbrauch zu senken“, heißt es in einer Pressemitteilung der AWK.

Das Prinzip, das hinter den Hohlkörpern in den Decken steckt, sei simpel: Runde Kunststoffhalbschalen werden zusammengesteckt und in einer Gittervorrichtung nebeneinander auf ein Konstrukt von Eisenstangen gelegt. Anschließend wird diese Schicht mit Beton ausgegossen. Dieser legt sich um die Hohlkörper und bildet, fest geworden, eine Einheit, die besonders stabil und zugleich leicht ist. Die Decke werde dadurch flacher, verfüge über eine bessere Tragkraft und eine höhere Spannweite. „Übersetzt heißt das, dass die neuartige Deckenkonstruktion ohne zahlreiche Stützelemente auskommt – ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Bauweisen“, teilt AWK-Pressereferentin Alexandra Saake mit.

Nachhaltig werde die Bauart durch den geringen Einsatz von Beton. Dadurch, dass nur der Zwischenraum der Kunststoffkugeln mit Beton ausgegossen wird, würden bis zu 35 Prozent weniger davon benötigt. Das sei nicht nur wirtschaftlich – es schone vor allem das Klima. Immerhin entstünden acht Prozent der weltweiten CO2-Belastung durch die Produktion von Zement.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Bettenhausneubau Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und somit etwas zum Klimaschutz beitragen können“, betont AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr. Den Verdener Bettenhausneubau künftig als Referenzobjekt vorzeigen zu können, mache noch einmal mehr stolz, so Baehr weiter. Denn das neue Gebäude am Burgberg reihe sich ein in eine Vielzahl von Architektur-Projekten. Ob Berlin, Basel oder Bangkok – die Cobiax-Methode werde weltweit angewendet.

Bauingenieur Jörg Hammerer erklärt, was die populäre Deckenkonstruktion aus dem Hause Cobiax ausmacht: „Die Kunststoffkörper sind nach dem Einbau vollkommen von Beton umschlossen und verbleiben für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes in den Decken. Im Gegensatz zu herkömmlichen und massiven Betondecken spart die Cobiax-Variante an statisch nicht relevanten Stellen der Decken Beton und somit Gewicht. Bautechnisch ist das ein enormer Vorteil.“

Historisch betrachtet, sei der Einsatz von Hohlkörpern in Beton quasi ein alter Hut. Bereits die Architekten des Altertums wussten, dass eine massive Bauweise zu schwer für das Gesamtkonstrukt und vor allem für die Spannweite von Decken ist. Der Vorgänger des heutigen Verfahrens mit Kunststoff sei das Bauen in Form von Kassetten gewesen. Eine solche Decke finde sich beispielsweise im berühmten Pantheon in Rom.

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