Informationsveranstaltung für Gruppensprecher im Stadtkirchenzentrum

Weniger Geld für die Selbsthilfe

Heike Hansmann (r.) hatte die Sprecher der Selbsthilfegruppen zu einem Gesamttreffen eingeladen. Foto: haubrock-kriedel

Verden – Die Förderung für Selbsthilfegruppen durch die Krankenkassen ändert sich im nächsten Jahr. Auch aus diesem Grund hatte Heike Hansmann, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfe, die Sprecher der Selbsthilfegruppen im Landkreis Verden zu einem Informationsabend in das Stadtkirchenzentrum eingeladen. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, Vertreter aus 14 Gruppen waren zum Teil mit mehreren Personen gekommen.

Superintendent Fulko Steinhausen nutzte die Gelegenheit, sich ein Bild von den Selbsthilfegruppen im Landkreis Verden zu machen und war beeindruckt von der Vielfalt der Vereinigungen.

Doris Winn-Kaschner von der AOK sprach über die wichtigsten Änderungen. Aufgrund einer Gesetzesänderung im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde der Leitfaden zur Selbsthilfeförderung angepasst und gilt ab dem 1. Januar 2020 in der Fassung vom 11. Juli 2019. Mit der Neufassung wurde geregelt, dass ab dem kommenden Jahr mindestens 70 Prozent der gesetzlich vorgesehenen Fördermittel in die sogenannte „kassenartenübergreifende Pauschalförderung“ fließen. Das ist die gemeinsame Förderung von Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen durch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände. Die restlichen maximal 30 Prozent stehen für eine krankenkassenindividuelle Projektförderung zur Verfügung. Diese wird von einzelnen Krankenkassen und/oder ihren Verbänden verantwortet. Was das bedeutet, fasst Heike Hansmann zusammen. „Das ist ein komplett neues Antragsverfahren. Zuvor konnten 50 Prozent als Förderung für einzelne Projekte beantragt werden. Die neue Richtlinie bedeutet, dass die Selbsthilfegruppen nun mit einem geringen Fördertopf für Projekte auskommen müssen.“ Da der Antrag bereits bis zum 31. März des Förderjahres gestellt werden müsse, sei eine genaue Planung erforderlich, was nicht ganz einfach sei. Zudem müssten jetzt ab einer Fördersumme über 750 Euro der kassenartenübergreifenden Fördermittel genaue Angaben über die Verwendung der Mittel gemacht werden. „Das bedeutet mehr Bürokratie und Verantwortung für die Gruppensprecher“, weiß Hansmann. Gerade diese bürokratischen Hürden seien vielen Selbsthilfegruppen zu hoch, so dass sie lieber auf die Förderung verzichten. Heike Hansmann versucht jedoch so weit wie möglich bei der Antragstellung behilflich zu sein. Sie sieht sich als Vermittlerin zwischen Selbsthilfegruppen und Krankenkassen.

Gerade weil die Gruppensprecher sehr viel Verantwortung tragen, bietet die Kontaktstelle neben der Supervision durch die qualifizierte Beraterin Dagmar Krüger auch andere Angebote für die Gruppensprecher an.   ahk

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