Nur sieben Anträge im Landkreis Verden 

Wenig Interesse an der neuen Elektro-Prämie

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Viele Autofahrer beklagen die lange Ladezeit, die nicht im Verhältnis zur Reichweite steht. 

Verden - Seit der Einführung der Elektroprämie am 2. Juli ist einige Zeit vergangen. Ob das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen, erreichbar ist, steht mittlerweile in den Sternen.

Bis zum 1. September wurden laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in ganz Deutschland gerade einmal 3 027 Anträge gestellt. In Niedersachen wurden 269 davon registriert, 184 für reine Elektroautos. Nur ein Bruchteil wurde im Landkreis Verden aufgenommen. Für gerade einmal vier Elektrofahrzeuge und drei Hybride gab es einen Antrag auf die Prämie (Stand: 13. September). Ein Drittel der oben gennanten Gesamtanträge bezieht sich auf die sogenannten „Plug-In Hybride“. Diese benutzen nur bei niedriger Geschwindigkeit einen Elektromotor und werden sonst mit einem ganz normalen Verbrennungsmotor betrieben. 

„Es gibt keine ausreichende Infrastruktur für diese Fahrzeuge“, sagt der Vorsitzende des Verdener Automobilclubs, Manfred Hartmann. Außerdem störe viele die lange Aufladezeit im Verhältnis zu der kurzen Reichweite der Elektrofahrzeuge. Der BMW i3 schafft mit seinem neuen Batteriepaket um die 300 Kilometer und ist damit Spitzenreiter auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge des Bafa. Er kostet allerdings auch stolze 36 000 Euro. Im Raum des ADAC Weser-Ems gehe das Interesse ebenfalls gegen Null, informiert Manfred Hartmann weiter. Es habe ihn auch in seiner Funktion als Fachanwalt für Verkehrsrecht bisher niemand auf das Thema Elektro-Prämie angesprochen. 

Nachfrage wird langfristig anwachsen

Niels Duhn, Obermeister der Kfz-Innung im Landkreis Verden, moniert neben der geringen Reichweite die Anschaffungskosten eines Elektroautos oder Hybriden. „Gerade die Lebenszeit der Lithium-Ionen-Akkus ist ein Problem, da niemand alle sechs bis acht Jahre nochmal mehrere tausend Euro ausgeben möchte.“ Trotzdem ist er der Meinung, dass die Nachfrage langfristig anwachsen werde.

Wenn die Kraftstoffpreise stiegen, wüchse das Interesse an Elektrofahrzeugen. Die erhöhte Produktion würde auch die Preise langfristig senken, so dass mehr Leuten an einem Kauf gelegen wäre. „Die Prämie kurbelt den Verkauf jetzt noch nicht an, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.“

Eigentlich sollte die Elektro-Prämie den Käufer anregen, in die umweltfreundlicheren Autos zu investieren. Beim Kauf eines Batterie-elektrischen Neuwagens gibt es 4 000 Euro Zuschuss, bei einem Hybrid 3 000 Euro. Die Kosten teilen sich Staat und Hersteller. 

fgr

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