Sandabbau: Ausschuss will Zeitplan für RROP-Entwurf des Landkreises beibehalten

Wenig Chancen für Lohberg

Die Kreisgrünen und die Kreistagsfraktion haben sich bereits vor Ort gegen den Sandabbau auf dem Lohberg eingesetzt, der im Regionalen Raumordnungsprogramm verzeichnet ist. - Foto: Röttjer

Landkreis - Fast die gesamte Wahlperiode hat die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) den Kreistag und die Planer im Kreishaus beschäftigt. Wenn sie am 31. Oktober endet, sollen die Zielvorgaben, die das Werk für die weitere Entwicklung des Landkreises formuliert, zumindest feststehen. Dieses Ziel hat Landrat Peter Bohlmann im Planungsausschuss mit Nachdruck verteidigt. Daran konnte auch die intensive Diskussion über möglichen Sandabbau am Lohberg in Kirchlinteln nicht rütteln.

Auf den Kommunalwahltermin am 9. September spielte Bohlmann in der Sitzung am Mittwoch gleich zweimal an. Allzu sehr erinnerten ihn offenbar Anträge der Grünen an Wahlkampf. Bevor der vom Kreistag beschlossene Entwurf öffentlich ausgelegt wird, wollten sie die komplette Liste der Träger öffentlicher Belange abwarten. Damit verbunden auch das Ziel, den Sandabbau am Lohberg weiter zu begrenzen. „102 Hektar Vorranggebiet sind zuviel“, stellte Frank-Peter Seemann fest. Das konnte Günter Lühning (CDU) als Kirchlinteler Gemeinderatsmitglied nur unterschreiben.

Nach dem Widerstand aus Kirchlinteln war das Vorranggebiet am Lohberg bereits verkleinert worden. Die allzu eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft waren ein überzeugendes Argument. Lühning hatte sich einen neuen Kompromiss überlegt und schlug vor, dass das RROP die fragliche Fläche als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung noch weiter begrenzt und dafür am besten alles zum Vorbehaltsgebiet erklären möge.

Dass sich hieraus allerdings die erhofften Ergebnisse ergäben, da hatte Regionalplanerin Karin Vesper ihre Zweifel. Vor einer weiteren Verringerung warnte sie indes grundsätzlich. Die Festlegungen des Landesraumordnungsprogramms verpflichte die regionale Raumordnung zu Mengen und Größen.

Der Grünen-Antrag hätte die für Juni vorgesehene Auslegung verzögert. „Um drei Monate“, waren sich Vesper und Bohlmann einig. Und das hätte den Zeitplan des Landrats durcheinander gebracht. Änderungen am RROP-Entwurf könne nur der Kreistag vornehmen. Eine Verabschiedung in der Wahlperiode wäre nicht mehr möglich.

Das aber wollten die Fraktionen unbedingt, Wilhelm Hogrefe (CDU) und Gerard-Otto Dyck (SPD) machten das ganz deutlich. Auch Erich von Hofe (Grüne) wollte beim Zeitplan bleiben. Dennoch war es ihm wichtig, selbst die Einwände von betroffenen Behörden und Kommunen durchsehen zu können. Die beiden Grünen-Vertreter wollten denn auch nicht von ihren Anträgen absehen, obwohl die Niederlage in der Abstimmung abzusehen war. Am Fahrplan ändert sich denn auch nichts, am Montag entscheidet zunächst der Kreisausschuss über die Auslegung.

kle

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