Maiklänge am Domgymnasium ein voller Erfolg

Weltpremiere in Verden

Die Aufführung des „Rialto“ mit Ria Ideta am Marimbaphon.
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Die Aufführung des „Rialto“ mit Ria Ideta am Marimbaphon.

Sechs ausverkaufte Konzerte begeisterten nicht nur das Publikum der Maiklänge auf der Open-air-Bühne des Verdener Domgymnasiums. Auch die Organisatoren und Mitwirkenden des internationalen Kammermusikfestes freuten sich über das gelungene Wochenende. Und darüber, endlich wieder live auftreten zu können.

Verden – Im vergangenen Jahr gab es die Maiklänge, das internationale Kammermusikfest am Domgymnasium, coronabedingt nur als Rundfunkaufzeichnung. Bis vor wenigen Wochen stand nicht fest, ob die fünfte Auflage in diesem Jahr vor Publikum stattfinden kann. Gerade noch rechtzeitig sank die Inzidenz, sodass von Freitag bis Sonntag insgesamt sechs Konzerte mit jeweils 100 Zuhörern auf dem Außengelände des Domgymnasiums gespielt werden konnten.

Nicht nur das kulturhungrige Publikum war begeistert, auch die international bekannten Künstler, die laut dem künstlerischen Leiter Nabil Shehata seit sieben Monaten nicht mehr auf der Bühne gestanden hatten, genossen ihre Auftritte sichtlich.

Beim kulturhungrigen Verdener Publikum kamen die Konzerte überaus gut an.

„Wir sind wieder da“, lautete dann auch passenderweise der Titel des Eröffnungskonzertes am Freitagabend. Das abwechslungsreiche Programm eröffneten Chen Halevi (Klarinette), Lena Neudauer (Violine), Daishin Kashimoto (Violine), Konstantin Sellheim (Viola) und Zvi Plesser (Cello) mit dem Klarinettenquintett A-Dur KV 581 von Wolfgang Amadeus Mozart. Dieser komponierte das Quintett 1789 für seinen Freund Anton Stadler. „Unter der Oberfläche melancholischer Heiterkeit findet man die ganze Skala des Ausdrucks menschlichen Empfindens“, sagte Richard Strauss über dieses Werk. Auch die Zuhörer waren von der Musik Mozarts sofort in den Bann gezogen.

Anschließend begeisterten Gilbert Audin (Fagott) und Nabil Shehata (Kontrabass) mit fünf Miniaturen des 1988 geborenen Fagottvirtuosen und Komponisten Jakob Fliedl. Die kurze Satzfolge mit unterschiedlich gefärbten Dialogen zwischen Fagott und Cello sorgte für überraschende Momente und Kurzweil.

Höhepunkt des Eröffnungskonzertes war eine echte Weltpremiere. Eric Sammut, international anerkannter Meister des Marimbaphons, Komponist und Arrangeur hat das „Rialto“ eigens für seine Schülerin Ria Ideta geschrieben.

Ideta wurde 1982 in Wien geboren, wuchs aber in Japan auf. Mit sechs Jahren begann sie, Marimbaphon zu spielen. Als sie 18 war, studierte sie am Conservatoire Supérieur de Paris und schloss mit Auszeichnung ab. Am Conservatoire de Strasbourg belegte sie einen speziellen Studiengang für Solisten und war auch dort die Beste in ihrer Klasse. Eric Sammut war einer der Professoren, die sie in ihrer Ausbildung begleiteten. Mit ihren Auftritten bei Festivals in aller Welt hat Ria Ideta sich einen Namen gemacht.

Auch bei den Maiklängen verzauberte sie das Publikum mit ihrem scheinbar mühelosen Spiel sofort. Zum Marimbaphon kamen zwei Violinen, Klarinette und Kontrabass. Das „Rialto“ zeigte sich genreübergreifend mit jazzigen Elementen. Die besondere Klangfarbe des Marimbaphons vermittelte das Gefühl sommerlicher Leichtigkeit.

Das Konzert endete mit Strawinskys „Petruschka“, einer Ballettmusik in vier Bildern. Die komprimierte Maiklänge-Version mit zwei Geigen, Cello, Kontrabass, Klarinette und Marimbaphon kam bei den Zuhörern ebenfalls hervorragend an.

Als Zugabe gab es einen Vorgeschmack auf die dem Tango gewidmete Soirée „Viva Argentina“ am Sonnabend. Dieses Programm, besetzt mit sieben Streichern, Bandoneon und Klavier, ist eine Hommage an den vor 100 Jahren geborenen Komponisten und Bandoneon-Virtuosen Astor Piazzolla, dem Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des Tango Argentino. Neben Stücken von Piazzolla wurden auch zwei Kompositionen von Marcelo Nisinman gespielt, dem Bandoneon-Virtuosen der diesjährigen Maiklänge.

Auch dieses Konzert wurde vom Publikum begeistert aufgenommen, wie Birgit Melsheimer, Musiklehrerin und Mitglied des Vereins Musik und Kultur, am Domgymnasium, berichtete. „Die Stücke waren einfühlsam arrangiert, alle Facetten des Tangos, ob spritzig oder melancholisch, kamen zum Vorschein.“

Bereits vor den letzten Konzerten am Sonntag zieht sie eine positive Bilanz des Kammermusikfestes. „Es war eine sehr schöne Atmosphäre mit einem dankbaren Publikum. Auch das diesmal etwas andere Programm ist sehr gut angekommen.“ Auch unter den Musikern hätte Hochstimmung geherrscht, alle seien glücklich gewesen, wieder gemeinsam spielen zu können.

Von Antje Haubrock-Kriedel

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