„Weltmeischterliche“ Kicker mit null Ahnung von Kunst

Christian Schiffer füllt mit „Jetzt erscht recht“ die Verdener Stadthalle

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Christian Schiffer, Wortverdreher und Stimmenakrobat, zog „Jogis Eleven“ erneut durch den Kakao.

Verden - Das hat bestimmt nicht nur Fußballfans gefreut. Christian Schiffer hatte gerufen, und viele waren gekommen, um sich dem König Fußball von der humorigen Seite zu nähern, sich auf Schiffers Ansage hin aber zunächst einmal umarmten. So herrschte im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Russland Bombenstimmung in der Verdener Stadthalle. Rund 350 Zuschauer verfolgten die One-Man-Show „Jetzt erscht recht“.

Mit seinen bissigen Kickergeschichten war Schiffer nach 2017 bereits zum zweiten Mal in Verden zu Gast, abermals mit Bundestrainer Jogi Löw, der kompletten strammwadigen Fußballnationalmannschaft und diversen Sportfunktionären als Imitation im Gefolge. Ihr Ziel: gemeinsam dem Publikum zwei unterhaltsame Stunden zu bescheren, was trotz einiger sinnentleerten Zoten und Fehlpässe auch gelang.

Das Publikum kicherte, gluckste und lachte, es war ja schließlich auch gekommen, um sich zu amüsieren. „Ihr seid wirklich gut“, kommentierte Schiffer die teils überschwänglichen Reaktionen.

Logisch, dass sämtliche Protagonisten mitsamt ihrem klischeereichen Umfeld durch den Kakao gezogen wurden. Die erlittene Schmach durch das Halbfinal-Aus bei der Europameisterschaft hat Jogi zwar abgehakt. Doch sein Traum, im Sommer in Russland mit der Mannschaft zum zweiten Mal „Weltmeischter“ zu werden, lieferte Schiffer allemal eine Fülle von Steilvorlagen, um das millionenschwere, korrupte Sportsystem ordentlich zu karikieren. Und wenn der begnadete Wortspieler und Stimmenakrobat dann die zu tumben Witzfiguren degradierten Nationalkicker zu Wort kommen ließ, kannte die Begeisterung des Publikums kaum noch Grenzen. So, als das Team den berühmten Pariser Louvre besuchte und dort ein heilloses Chaos anrichtete. 

Alle mal den Nebenmann umarmen: Teambildende Übungen markierten den Anfang der One-Man-Show.

Das kulturelle Wissen der Ballkünstler erwies sich als geradezu phänomenal, als Poldi die sensationelle Feststellung machte: „Boah ey, die haben hier sogar die Minions ausgestellt!“ „Nein Lukas, das isch eine japanische Reisegruppe“, wusste es der Cheftrainer dann doch besser. Der Abstecher der Kicker ins Museum brachte dem DFB eine ordentliche Rechnung ein: Schadensersatz für beschädigte Kunstwerke.

Sehr unterhaltsam waren auch die Details aus der Whatsapp-Gruppe des Erfolgstrainers mit seinem Team. Dabei bekamen alle WM-Teilnehmer von 2014 ihr Fett weg. Apropos Fett: Wenn es ums Thema Essen im Programm ging, war natürlich Reiner „Calli“ Calmund erste Wahl, den Schiffer allerdings in seinen Bemühungen um eine schlankere Taille kläglich scheitern ließ. 

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