Band gastiert am 25. November in der Aula des Domgymnasiums

WellBad: „Sich immer neu erfinden!“

WellBad kommt nach Verden.

Verden - WellBads markante Kratzstimme ist staubtrocken wie der Boden im Death Valley, der Vollbart stachelig wie ein Wüstenkaktus, die Atmosphäre seiner Songs erinnert an Filmszenen von Jim Jarmusch, Quentin Tarantino oder David Lynch. Die Band um den aus Hamburg stammenden Singer-Songwriter Daniel Welbat gastiert auf Einladung des Vereins Verdener Jazz- und Blues-Tage am Freitag, 25. November, ab 20.30 Uhr, in der Aula des Domgymnasiums.

Wellbad hat den Blues aus seinen engmaschigen Genregrenzen herausgeholt und verpackt emotionale Geschichten frei von musikalischem Schubladendenken in Dur- und vor allem Mollakkorde. Die englischsprachigen, von Schriftstellern wie Edgar Allan Poe, Dylan Thomas, Charles Bukowski, Rainer Maria Rilke und Bertolt Brecht beeinflussten Texte thematisieren klassische Motive wie Liebe, Hoffnung, Genesung, Schmerz, Verlust und Tod. Diese werden auf Basis persönlicher Erfahrungen entfremdet, überspitzt oder ins Gegenteil verkehrt.

Für die Umsetzung seiner Soundvision greift der experimentierfreudige Multiinstrumentalist und Klangästhet, der im Studio und live von Bassist Stefan Reich, Gitarrist Dr. Victor Schüttfort, Pianist Simon Andresen und Schlagzeuger Basti Meyer unterstützt wird, zu Mundharmonika, Maultrommel, Kazoo, irischem Banjo, Akustik-, E- und Baritongitarre, Percussion, Orgel oder Klavier.

Im Alter von 16 Jahren kommt Daniel Welbat durch den Umzug eines Freundes in den Besitz seiner ersten Akustikgitarre. WellBad, wie er schon zu Schulzeiten gerufen wird, nimmt die Herausforderung an. Er lernt Akkorde, beginnt eigene Texte dazu zu singen und tingelt durch die Clubs der Hansestadt. Unter dem Eindruck der Musik von Leonard Cohen, Muddy Waters und Blind Willie Johnson reift die Erkenntnis, „dass intensiver Ausdruck nicht notgedrungen perfektes Spiel voraussetzt“.

2011 erscheint das Debütalbum „Beautiful Disaster“ beim eigens für die Auswertung des WellBad-Soundtracks zur Christian-Ulmen-Komödie „Vater Morgana“ gegründeten Indie-Label „Blue Central Records“. „Lieber selber machen!“ und „Sich immer neu erfinden!“ lauten bereits damals zwei Leitsätze von WellBad. Dessen bluesinfizierter Singer-Songwriter-Sound spricht ergraute Motorrad-Rocker, Tom-Waits-Fans und junges Indie-Publikum gleichermaßen an.

Eine glückliche Fügung, kein Kompromiss: „Wir wollen nicht allen gefallen, aber ich habe nichts dagegen, wenn es allen gefällt.“ Der Hamburger hat beim kreativen Prozess gerne das letzte Wort und schreibt in seinem Heimstudio fast täglich einen neuen Song: „Meist habe ich eine Sache fertig, bevor die anderen erstmal anfangen Kaffee zu kochen!“ Zwischen Erstling und Folgealbum vergehen dennoch vier Jahre – eine produktive Zeit, die dem organischen Zusammenwachsen der Band dient. Im Rahmen von Support-Shows für US-Blueser Robert Cray sowie UK-Gitarrist Oli Brown, beim internationalen Nachwuchs-Bandcontest „Emergenza“ (Deutschland-Sieger 2012) und durch diverse Festivalauftritte reift das Quintett schnell zu einem temperamentvollen Live-Act.

Ende Mai 2015 stand mit „Judgement Days“ WellBads Zweitling in den CD-Regalen. Den Albumtitel versteht der Paolo Nutini-, The Black Keys- und Everlast-Sympathisant programmatisch: „Es gibt nicht den einen Tag des Jüngsten Gerichts, an dem abgerechnet wird. Ich muss mich jeden Tag aufs Neue entscheiden, wer ich bin, wie ich mich verhalte und welche Konsequenzen mein Handeln für mich und andere hat. Letztlich ist jeder Tag im Leben ein ‚Judgement Day’!“

Eintrittskarten für 19 Euro (es gibt eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen auf der Empore der Aula) sind ab sofort bei der Verdener Aller-Zeitung und allen Geschäfsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung zu haben. Mitglieder des Vereins erhalten in gewohnter Weise zwei Euro Ermäßigung auf die gekaufte Eintrittskarte an der Abendkasse.

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