Massentestung ergibt nur drei weitere Infizierte in Verden und Dörverden

„Weitgehende Entwarnung“

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, teils begleitet von Dolmetscherinnen, machten sich bereit für die Massentestungen. Gestern waren lediglich noch Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes vor Ort.
+
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, teils begleitet von Dolmetscherinnen, machten sich bereit für die Massentestungen. Gestern waren lediglich noch Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes vor Ort.

Verden – Auf den Schreck vom Freitag folgte schon am Sonnabend die Erleichterung: „Weitgehende Entwarnung“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus. Unter den rund 100 getesteten Bewohnern eines Gebäudekomplexes am Niedersachsenring in Verden befindet sich lediglich ein weiterer Infektionsfall von Covid-19.

„Die Person gehört zum unmittelbaren Umfeld der betroffenen Familie“, so Landkreis-Sprecher Ulf Neumann. Zudem seien zwei weitere Verwandte des Erstinfizierten, die in der Gemeinde Dörverden leben, positiv getestet worden. „Die betroffenen Personen und deren Familien standen als Kontaktpersonen bereits unter häuslicher Quarantäne.“

Insgesamt sind es nun seit Freitag elf Menschen, die ihre Wohnungen für 14 Tage nicht verlassen dürfen. Zwei Tage vor Ablauf dieser Frist müssten die Betroffenen symptomfrei sein, erklärt der Sprecher des Kreises. Ansonsten verlängere sich die Quarantäne.

Mitarbeiter des Landesgesundheitsamtes in Hannover hatten unter Hochdruck gearbeitet, um dem Krisenstab des Landkreises so schnell wie möglich Ergebnisse präsentieren zu können. So konnten bereits am Sonnabend, gegen 18 Uhr, die meisten Menschen ihre Wohnungen wieder verlassen. Ihre temporäre Quarantäne war aufgehoben worden.

Am Niedersachsenring ist nun nach den Massentestungen vom Freitag und einem daraus resultierenden Medienaufmarsch wieder Ruhe eingekehrt. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, Dolmetscher und die Polizei sind wieder abgerückt. Lediglich der DRK-Kreisverband war gestern noch vor Ort. Um zu beraten und, um diejenigen, die derzeit nicht aus ihrer Wohnung dürfen, gegebenenfalls zu versorgen. „Eine Mutter hatte uns angerufen und um Babymilch gebeten“, nennt ein DRK-Mitarbeiter ein Beispiel für eine schnelle Hilfeleistung.

Landrat zieht erste, positive Bilanz

Das Gesundheitsamt des Landkreises Verden ist indes mit der weiteren Rückverfolgung der Infektionsketten befasst. Für einzelne Familien aus dem Häuserblock, die zum Zeitpunkt der Abstriche nicht vor Ort waren, steht noch eine Nachuntersuchung in der kommenden Woche aus.

Landrat Peter Bohlmann zieht nach dem Wochenende eine erste, positive Bilanz. Die sofortigen Testungen hätten zu der soliden Einschätzung geführt, „dass das Virus sich nicht weiter über die unmittelbare Nachbarschaft der Erstinfizierten in den betroffenen drei Hauseingängen des Wohnblocks ausgebreitet hat“, so Bohlmann.

Er gehe davon aus, dass der Landkreis diesen Corona-Ausbruch durch die schnelle Unterquarantänestellung in den Griff bekomme. Eine Ausdehnung der Testungen auf die Bewohner die weiteren Teile des Häuserkomplexes hält er nicht für notwendig.

Die enge Abstimmung der Maßnahmen zwischen dem Landkreis und der Polizei habe dazu geführt, dass weiterreichende Einschränkungen für die Bewohner vermieden werden konnten. Zudem hätte sich die Menschen in den betroffenen Gebäuden einsichtig und kooperativ gezeigt, betont der Landrat.

In seinen Dank schließt Bohlmann das Deutsche Rote Kreuz ein, sowie mehrere Dolmetscherinnen, die im Rahmen der mehrsprachigen Information der Bewohner mitgewirkt haben. Das Technische Hilfswerk habe mit seinen Kräften dankenswerterweise in Bereitschaft gestanden.

Es habe sich – wie schon vor fünf Wochen beim Corona-Ausbruch in einem Oytener Pflegeheim – gezeigt , wie zielgerichtet und effektiv sich ein Krisengeschehen durch die Arbeit des Krisenstabes in enger Abstimmung mit den beteiligten Hilfsorganisationen eindämmen lasse, so Bohlmann.  kp

Für Fragen

steht das Corona-Bürgertelefon des Landkreises unter Telefon 04231/15-8778 montags bis freitags, von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Beirut: Gewalt bei Protesten - Premier schlägt Neuwahlen vor

Beirut: Gewalt bei Protesten - Premier schlägt Neuwahlen vor

Bis zu 38 Grad - und die Hitze bleibt

Bis zu 38 Grad - und die Hitze bleibt

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Tierische Begegnungen in Badeseen

Tierische Begegnungen in Badeseen

Meistgelesene Artikel

Säcke als Bewässerungshilfe

Säcke als Bewässerungshilfe

Rock ‘n’ Roll hinter dem Feuerwehrhaus

Rock ‘n’ Roll hinter dem Feuerwehrhaus

Aktiv bleiben und Angebote anpassen

Aktiv bleiben und Angebote anpassen

Deutschdeutsche Wanderung zu Pferde

Deutschdeutsche Wanderung zu Pferde

Kommentare