Im Wasserschutzgebiet

Suche nach Erdgas: Dea will zweite Bohrung in Verden-Scharnhorst  

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Schon im April dieses Jahres formierte sich Widerstand gegen die Gasbohrungen in Scharnhorst. Nun kündigt Dea weitere Erschließungsmaßnahmen an.

Verden - Von Wiebke Bruns. Entgegen aller Kritik will die Deutsche Erdöl AG (Dea) mit der Erweiterung ihres Betriebsplatzes im Wasserschutzgebiet Panzenberg in Verden-Scharnhorst beginnen. Wie der Konzern mitteilt, soll dort eine zweite Bohrung niedergebracht werden. Theoretisch könnte diese schon Ende kommenden Jahres in Betrieb genommen werden, doch bislang seien noch nicht einmal die Anträge gestellt.

Seit 1998 werde auf dem vorhandenen Betriebsplatz mit der Bohrung „Völkersen Z4“ „störungsfrei“ Erdgas gefördert. „Durch eine zusätzliche Bohrung soll ein weiterer Bereich des ergiebigen Gasreservoirs der Sandstein-Formation ,Rotliegendes' in einer Tiefe von rund 5 000 Meter erschlossen werden“, teilt der Konzert mit. Die geplante Bohrung trägt die Bezeichnung „Völkersen Z12“. Dass Dea die dafür benötigte Fläche gekauft hat, ist seit dem Jahr 2015 bekannt. Eine Förderung ist unter strengen Auflagen grundsätzlich genehmigungsfähig, hatte seinerzeit bereits die Landesregierung erklärt.

Erst Mitte Oktober hatte die Dea mitgeteilt, dass sie die dort ebenfalls befindliche und bislang vorläufig stillgelegte Versenkbohrung (Völkersen H1) endgültig aufgegeben hat. Damit „unterstreicht Dea abermals ihre Bereitschaft, gutnachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen und den Anwohnern und ihren kommunalen Vertretern mit dieser unternehmerischen Entscheidung entgegenzukommen“, heißt es in der Pressemeldung. Das bei der Erdgasförderung anfallende und mit Benzol belastete Lagerstättenwasser war dort über viele Jahre zwar mit Genehmigung, aber unbemerkt von der Öffentlichkeit verpresst worden.

Weitere Details im Januar

In naher Nachbarschaft liegt das Wasserwerk Panzenberg. Betreiber ist der Trinkwasserverband Verden. „Wir finden das überhaupt nicht toll“, sagte dessen Geschäftsführer Stefan Hamann gestern auf Nachfrage. Die rechtliche Lage werde geprüft. Wie der Verband damit umgehen will, soll im Vorstand beraten werden.

Wilhelm Hogrefe, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, fordert von der Dea in einem der Zeitung vorliegenden Schreiben „einen Ausstieg aus der Gasförderung in dicht besiedelten Gebieten einzuleiten“. Durch die Erschließung eines neuen Gasfeldes erhöhe sich die Erdbebengefahr erheblich. Zumal passiere das Ganze in einer Wasserschutzzone. „Wir werden aktiv Widerstand leisten gegen diesen Plan der Dea“, schreibt Hogrefe dem Konzern.

Die neue SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth bedauert ebenfalls die Entscheidung der Dea. „Politisch werde ich mich als Landtagsabgeordnete weiter dafür einsetzen, in die niedersächsische Verordnung über Schutzbestimmungen in Wasserschutzgebieten (SchuVO) ein Verbot des Bohrens nach Erdgas in Wasserschutzgebieten jeder Art aufzunehmen“, schreibt sie in einer Stellungnahme.

Über Details ihrer Pläne will die Dea in einer öffentlichen Veranstaltung Ende Januar informieren. Der Termin werde „zeitgerecht“ bekanntgegeben. 

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