LKA: Erste Funde sind harmlos

Weißes Pulver an vier Orten in Verden und Thedinghausen

Kein Zutritt: Der Haupteingang des Kreishauses war vollständig in der Hand der Einsatzkräfte und Einsatzleitungen. - Foto: Bruns

Verden - Ein verdächtige weißes Pulver sorgte am Freitagmorgen im Verdener Kreishaus und in der Hauptstelle der Kreissparkasse für reichlich Wirbel.

Die Mitarbeiter setzten einen Notruf ab, sodass ein Großaufgebot von mehr als 100 Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei anrückten. Am Ende sollte sich zeigen, dass zumindest diese Substanz harmlos war. Das Landeskriminalamt stellte vor Ort Untersuchungen an und gab am frühen Nachmittag Entwarnung. Im Laufe des Tages tauchten dann auch noch Umschläge, ebenfalls mit einem weißen Pulver darin, in der Thedinghauser Filiale der Sparkassse und und in der Privatwohnung eines Mitarbeiters der Bank in Verden auf.

Bereits gegen 8 Uhr war im Kreishaus beim Öffnen des Briefumschlags die ominöse weiße Substanz aufgefallen und die Mitarbeiter haben Alarm ausgelöst. Binnen kürzester Zeit war der Haupteingang abgesperrt, aber die Polizei evakuierte nur Gebäudeteile. Gefahrgutspezialkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) machten sich ans Werk in enger Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Einsatzteam des Landeskriminalamtes Proben. Unter größtmöglichen Sicherheitsvorkehrungen wurde der Umschlag gesichert und weitergegeben.

Helfer von Feuerwehr, THW und verschiedenen Polizeidienststellen im rückwärtigen Bereich des Kreissparkassengebäudes. - Foto: Hustedt

Während man noch auf diese noch wartete, fuhr beim Landkreis ein Mitarbeiter der Deutschen Post vor. Von Absperrungen ließ er sich nicht irritieren. In Empfang genommen wurde er von der Polizei aber nur mit der vorrangigen Frage, ob es seine zweite Lieferung an diesem Morgen sei. Als er dies bejahte, wurde der verdutzte Mann direkt zu einem Rettungswagen gebracht.

Der Einsatz beim Landkreis war noch nicht beendet, da ging der nächste Notruf ein. Bei der Hauptstelle der Kreissparkasse war ebenfalls eine Sendung mit weißen Pulver eingegangen und setzte dieselbe Maschinerie von Hilfs- und Einsatzkräften in Gang. Weitere Feuerwehren aus umliegenden Ortschaften wurden nachalarmiert. Das LKA hatte diesmal nur eine kurze Anfahrt von der Lindhooper Straße.

In der Ostertorstraße standen die Krankenwagen Schlange, für den Fall, dass sie benötigt werden. - Foto: Hustedt

In der Bank waren gleiche mehrere verdächtige Briefumschläge gefunden worden, berichtete Dennis Köhler für die Kreisfeuerwehr. Seine Kameraden und der THW-Ortsverband Verden rückte neben Polizei und Rettungsdienst auch hier an und sicherten die Fundstellen.

„Vorsorglich wurden mehrere Personen, die mit den Briefumschlägen in Berührung gekommen waren, vom Rettungsdienst betreut und im Hinblick auf mögliche Verletzungen untersucht“, heißt es im Polizeibericht. Insgesamt 17 Personen, so ergänzt Köhler, wurden vom Rettungsdienst dekontaminiert. Verletzt wurde niemand.

Rund um die Kreisssparkasse ging es nur noch um Gefahrenabwehr und die Versorgung von möglichen Opfern des Pulvers. - Foto: Hustedt

Die Spezialisten konnten ihre Untersuchungen vor Ort durchführen und hatten die Substanz bis zum frühen Nachmittag identifiziert. Es handele sich in beiden Fällen um völlig ungefährliches Pulver, berichtete die Polizei.

Rund 100 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Döhlbergen-Rieda, Eitze, Kirchlinteln, Holtum-Geest, Hönisch-Hutbergen, Scharnhorst, Verden und Walle sowie vom THW OV Verden hatten die Briefumschläge allein bis zu diesem Zeitpunkt auf den Plan gerufen, listete Köhler auf.

Ergebnisse liegen noch nicht vor

Ruhe sollte es aber nicht geben. Gegen 15.30 Uhr ging der nächste Alarm ein. Diesmal waren Umschläge mit unbekannter Substanz in der Filiale der Kreissparkasse in der Samtgemeinde Thedinghausen gefunden worden. Wie Polizeipressesprecher Jürgen Menzel dann wenig später berichtete, sei ebenfalls in der Privatwohnung eines Mitarbeiters der Bank ein solcher Umschlag gefunden worden. Über Untersuchungsergebnisse an der weißen Substanz in den beiden Postsendungen konnte er jedoch noch nichts sagen.

Der Postbote stieß auf besonderes Interesse der Gesetzeshüter.

Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum Verursacher dauern an. Hinweise nimmt die Polizei Verden unter Telefon 04231/8060 entgegen. 

wb/kle

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