Breitbandausbau im Landkreis: Schnelle Daten für Schulen und 1400 Haushalte in Ortsteilen

Weiße Flecken bekommen Anschluss an die Zukunft

Software aus Niedersachsen: das Pandemie-Managementsystem SORMAS – Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System.  
screenshot: klee
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Software aus Niedersachsen: das Pandemie-Managementsystem SORMAS – Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System. screenshot: klee

Verden – „Das ist eines der Zukunftsthemen.“ Nicht müde wurde Bernd Althusmann, die Bedeutung der Digitalisierung zu betonen, als er kurz vor den Festtagen im Kreishaus vorbeiguckte (wir berichteten). Der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung hatte Förderbescheide dabei, die helfen sollen, die Breitbandversorgung auch da fit zu machen, wo die Karte des Landkreises noch weiße Flecken hat. Gigabit-fähig, so der Minister, sollen „abgehängte“ Ortsteile wie Schanzendorf in Ottersberg oder Westen in Dörverden werden.

Gerade in der Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig die gutausgebaute Infrastruktur auf den Datenautobahnen ist. Althusmann spielte nicht nur auf Home Office und Online-Unterricht an. Der Minister nahm, offenkundig nicht ohne Stolz, das Pandemie-Management-System SORMAS als Beispiel. „Die Software aus Niedersachsen soll künftig überall in Deutschland die Gesundheitsämter beim Datenableich und bei der Identifizierung und Überwachung von Kontaktpersonen unterstützen.“

Das Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System (SORMAS) ist eine vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelte E-Health-Software zum Management von Maßnahmen zur Epidemiebekämpfung. Eigentlich war sie 2014 für den Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in Westafrika entwickelt worden. Jetzt hat sie ein Covid-19-Modul erhalten und soll bundesweit in den Gesundheitsämtern eingesetzt werden.

Ob dieses Beispiel die 1 400 privaten Haushalte im Kreisgebiet animieren wird, auf die Datenraten aufzurüsten, die das Netz ihnen künftig bieten soll, wird sich zeigen. Dass aber der schnelle Austausch, Verfügbarkeit und Kommunikation in Unternehmen auch in den ländlicheren Bereichen entscheidend ist, war für Althusmann keine Frage: „Das ist eine Notwendigkeit für modernes Wirtschaften.“ Das betreffe alle Bereiche, nicht zuletzt die Landwirtschaft. Aber auch die Verwaltung werde digitaler werden, versprach der Gast aus Hannover.

Die Planung und die Bedarfsermittlung für die Förderanträge kommen aus den Gemeinden. Im Kreishaus wurden sie gesammelt und weiter verarbeitet. Bis 2023 sollen demnach die Ausbaupläne für das Breitbandnetz im Kreisgebiet mithilfe der Geldspritze von 3,153 Millionen Euro umgesetzt werden. Neben Schanzendorf und Westen wird unter anderem der Meyerdamm in Oyten, der Achimer Fuhrenkamp, Hagen-Grinden in Langwedel, Bahlum in Thedinghausen, Hönisch in Verden und Bendingbostel in Kirchlinteln Zugang zur schnellen Datenwelt erhalten. Auch die Grundschule Morsum steht auf dieser Liste.

Außerdem kommen 21 weitere Schulen in den Genuss leistungsfähiger Breitbandleitungen. „Damit soll dann jeder Klassenraum über 30 MBit verfügen“, zitierte Landrat Peter Bohlmann aus den Plänen. Vorwiegend Grundschulen haben Bedarf: zwei Einrichtungen in Fischerhude, eine in Posthausen, Baden und Uphusen in Achim, Sachsenhain, Lönsweg und Walle in Verden, die Ilse-Lichtenstein-Rother-Grundschule in Riede, die Nils Holgersson Grundschule in Thedinghausen und die Grundschule Blender. Außerdem arbeiten künftig auch Barmer, Luttumer und Grundschüler der Lintler-Geestschule mit Highspeed-Internet. Auch die Oberschulen in Dörverden, am Goldbach in Langwedel am Lindhoop in Kirchlinteln und die Thedinghauser Gudewill-Oberschule. Das Domgymnasium und das Gymnasium am Wall in Verden sowie die Rudolf-Steiner-Schule in Ottersberg werden mit ausreichend Leitungskapazität ausgestattet.

Das Geld, das Hannover jetzt freigegeben hat, stammt  aus drei Fördertöpfen. EU-Mittel fließen aus dem GAK-Programm, Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz, und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, EFRE, sowie dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung.

Das Land schießt bis zu 2 000 Euro je Anschluss dazu und der Kreis 750 Euro.  kle

Minister Althusmann überbrachte die Förderbescheide im Kreishaus.

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