Weihnachtsmarkt in Verden endet / „Geld sitzt nicht mehr so locker“

An den Wochenenden immer volles Haus

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Zufrieden mit dem Verlauf des Weihnachtsmarktes (v.l.): Vereinsvorsitzender Hüseyin Tavan, Schriftführerin Kathrin Woltert und Stellvertretender Vorsitzender Sascha Schau.

Verden - Nach 28 Tagen ist seit heute Schluss mit Glühwein, Mandeln & Co und der Verdener Weihnachtsmarkt 2015 Geschichte. Das Fazit der Organisatoren und Schausteller fällt überwiegend positiv aus, immerhin hat der Weihnachtsmarkt viele tausend Besucher in die Stadt gelockt.

Crêpes, gebrannte Mandeln, Schmalzkuchen, Bratwurst, Glühwein, Eierpunsch und – angesichts der zumeist milden Witterung – Bier. Vier Wochen brummte der Verdener Weihnachtsmarkt, den auch viele auswärtige Gäste besucht haben. Also alles Friede, Freude, Eierkuchen?

Aus Sicht der Veranstalter vom Verein für Veranstaltungen Verden, ja. „Es war ein toller Markt, der unsere Erwartungen erfüllt hat“, so der Vereinsvorsitzende Hüseyin Tavan, sein Stellvertreter Sascha Schau und Schriftführerin Kathrin Woltert einmütig. Zwar schwirrten bereits neue Ideen in ihren Köpfen herum, wie der Markt noch anziehender gestaltet werden könne, doch das betreffe eher dekorative Kleinigkeiten. „Die erste Woche kamen witterungstechnisch nicht so viele Besucher, aber danach lief es gut“, so der Vorsitzende, der auch von der Magnetwirkung des Weihnachtsmarktes auf den örtlichen Einzelhandel sprach. „Die Wochenenden waren natürlich am stärksten frequentiert. Ein Mehr an Besuchern wäre zeitweise gar nicht mehr gegangen.“

Woltert erzählte, dass das neue Aufbaukonzept der Hütten und Stände sich bewährt habe und man, abgesehenen von kleinen Veränderungen, daran auch im kommenden Jahr festhalten wolle. „Die Neuerungen haben ebenso wie das Rahmenprogramm dazu beigetragen, die Attraktivität weiter zu steigern“, war sich die Vorstandsriege einig. Tavan: „Es gab diesmal besonders viel Programm für Kinder.“ Auch daran werde im kommenden Jahr gefeilt, verbunden mit dem Wunsch, mehr Abwechslung in den Bereich der Kunsthandwerker zu bringen sowie örtliche Musikgruppen und Kulturschaffende für einen Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt zu gewinnen.

Der Großteil der Schausteller und Kunsthandwerker sei ebenso zufrieden, berichtete das Trio und das es im regen Austausch mit den Beschickern gestanden habe. Woltert: „Es wurde nur wenig kritisiert und die zumeist milden Temperaturen haben sich positiv auf die Verweildauer der Besucher ausgewirkt.“

Und was sagen die Aussteller? „Der Umsatz war gut, aber er hätte besser sein können. Das Geld sitzt einfach nicht mehr so locker“, resümierte Gerhard Paepke, der weihnachtliches Zubehör aus Thüringen und aus dem Erzgebirge verkauft hat. Rundum zufriedenstellend fiel indes die Bilanz von Kunsthandwerkerin Kerstin Wecky aus. „Ich bin seit zwölf Jahren dabei und meine Erwartungen haben sich voll erfüllt. Es lief super; noch besser als im letzten Jahr.“ Und klar, sie werde auch 2016 wiederkommen.

Also alles in Ordnung? Nein, nicht ganz. „Ich bin stinksauer“, machte eine Hobbykünstlerin aus dem benachbarten Heidekreis ihrem Unmut Luft. Ursächlich für ihren Zorn war neben dem ihres Erachtens nach ungünstigem Aufbau der angemieteten Hütte vor allem der benachbarte Getränkestand, der in den Abendstunden so stark frequentiert gewesen sei, dass es die Besucher bis unter ihr Hüttendach gedrängt habe. „Meine Auslagen waren gar nicht mehr zu sehen. Da hätte ein Absperrband drumherum gehört. Wenn sich das nicht ändert, bin ich bestimmt nicht wieder dabei“, fand sie deutliche Worte.

Auch eine Nachbarin kritisierte, dass das Kunsthandwerk doch nur noch Beiwerk für die vielen „Fressbuden“ sei. „Das ist auf anderen Märkten auch nicht anders. Unsereins geht dabei aber unter“, meinte die Strickkünstlerin.

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