Ehrenmitglieder erbost

Nach Schade-Kündigung: Vernichtendes Urteil über Vorstand des Hannoveraner Verbands

Verden – „Skandalös“, „nicht nachvollziehbar“, „Imageschaden“, „unverantwortlich“: Manfred Schäfer und Dr. Jochen Wilkens, Ehrenvorsitzender beziehungsweise Ehrenmitglied des Hannoveraner Verbandes, nehmen in ihrem offenen Brief an den Vorstand kein Blatt vor den Mund.

Anlass für das zweieinhalbseitige Schreiben ist die Kündigung von Zuchtleiter und Geschäftsführer Dr. Werner Schade. Während Wilkens und Schäfer Schade ein gutes Zeugnis ausstellen, fällt ihr Urteil über den Vorstand vernichtend aus. Dieser habe gar nicht das Recht gehabt, Schade freizustellen. 

Es sei skandalös, dass man ihn nicht angehört habe. Die Aussichten des Verbandes, einen Rechtsstreit wegen der Kündigung zu gewinnen, seien „nicht gerade rosig“. Die daraus möglicherweise erwachsenden Kosten habe allein der Vorstand zu verantworten, machen die Männer ihrem Ärger Luft.

Züchter seien verunsichert und könnten abwandern

Auch wichtige Persönlichkeiten, zu denen Schade einen vertrauensvollen Kontakt aufgebaut habe, könnten den Bruch nicht nachvollziehen, heißt es weiter. Die Züchter seien verunsichert, meinen Jochen Wilkens und Manfred Schäfer, die nun Austritte und Abwanderung zu anderen Verbänden fürchten.

Der Hannoveraner Verband habe trotz ungünstiger Rahmenbedingungen aufgrund sinkender Pferdezahlen 2018 einen Überschuss von 316.500 Euro erwirtschaften können. Das sei auch dem guten Auktionsjahr „mit einem glänzenden Hengstmarkt“ zuzuschreiben. 

Forderung: Vorstand soll zurücktreten

Und gerade der trage „in besonderer Weise die Handschrift von Dr. Werner Schade“, loben Schäfer und Wilkens. Vom Vorstand fordern die Verfasser, zurückzutreten. Machen Sie den Weg frei für die Wahl eines neuen, von internen Streitigkeiten unbelasteten Vorstandes“.

Die Verfasser werfen dem Vorstand vor, in jüngster Vergangenheit „nicht gerade durch vertrauensbildende Maßnahmen auf sich aufmerksam gemacht“ zu haben. Als Beispiele nennen sie, dass interne Vorgänge aus den Reihen des Verbandes in die Öffentlichkeit getragen worden seien. 

„Damit wurde Misstrauen geschürt und Rufschädigung betrieben.“ Und „Sie waren in keiner Weise ein belastbarer Vorstand, der den leitenden Mitarbeitern die notwendige Rückendeckung für ihre Arbeit bieten sollte“, fahren die Unterzeichner fort.

Auch bei einem sehr guten Hengstmarkt gebe es Probleme. Die Regelung einzelner Reklamationen könne ein Geschäftsführer nur mit Rückendeckung durch den Vorsitzenden bewerkstelligen. Bei der Regelung solcher Einzelfälle müssten sowohl langjährige Geschäftsbeziehungen als auch Zusammenhänge mit herausragenden Marktpreisen für Top-Hengste betrachtet werden. 

Der Vorstand solle sich vor Augen führen, was bei diesem Hengstmarkt für den Verband unter dem Strich verblieben sei. „Insofern ist es unfassbar, dass gerade vor diesem Hintergrund der Gesamtvorstand die außerordentliche fristlose Kündigung des Zuchtleiters und Geschäftsführers Dr. Werner Schade beschloss.“

Rubriklistenbild: © Ingo Wächter

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