Pausenhöfe von Nicolai- und Jahnschule: Weder schön noch sicher

Ausschuss befürwortet Umgestaltung

Blick auf einen Schulhof: Rechts ist eine Reihe Bäume zu sehen, davor ein paar Spielgeräte.
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Einen Niedrigseilgarten zum Klettern wollte die Nicolaischule zwischen einigen der alten Linden spannen lassen. Der Plan stand, das Geld war bewilligt, dann kamen Bedenken, dass die Bäume Schaden nehmen könnten.

Die Pausenhöfe der Nicolai- und der Jahn-Grundschule müssen umgestaltet werden. Schnell. Das befand auch der Ausschuss für Schule und Sport und befürwortete, kommendes Jahr 50000 Euro für einen Planer-Wettbewerb in den Haushalt einzustellen. Denn die beiden Areale bieten zwar viel Platz zum Toben, aber zu wenige Spielgeräte. An der Jahnstraße macht man sich zudem Sorgen um den Brandschutz.

Verden – Zugegeben, schön groß ist er ja, der Pausenhof der Grundschule an der Jahnstraße. Viel Platz zum Rennen ist da. „Ja, laufen können sie hier“, stimmt Schulleiterin Claudia Stüven zu. Viel mehr hat das Areal mit dem Flickenteppich aus Asphalt und den zum Teil von anderen Schulen geerbten Spielgeräten auch nicht zu bieten.

Ähnlich sieht es rund um die Nicolaischule aus. Hier gibt es zwar einiges an Grün, an schönen, alten, Schatten spendenden Bäumen. Und der Bolzplatz ist der Renner unter den Kindern. Aber es sei auch extrem viel Fläche versiegelt und gerade wegen der Bäume fehle es an Platz für Spielgeräte, berichtete Carola Reinecke am Mittwoch im Ausschuss für Schule und Sport. „Bewegungsangebote sind sehr sehr sehr rar“, sagte sie mit großen Nachdruck.

Nun sollen die Flächen rund um die beiden Schulen neu gestaltet werden. Das wiederum setzt eine gute Planung voraus, in diesem Fall unter Einbindung der Schülerschaft. Drei Fachbüros sollen beauftragt werden, Entwürfe einzureichen. Wessen Ideen schließlich umgesetzt werden, das soll im kommenden Jahr über einen Wettbewerb entschieden werden.

Der Ausschuss jedenfalls gab grünes Licht für die Freigabe der entsprechenden Planungsmittel von 50 000 Euro. Gleichzeitig drückte Wolf Hertz-Kleptow (CDU) auf die Tube. „Mir ist wichtig, dass man dann auch 2023 beginnt“, forderte er eine umgehende Umsetzung des Siegerentwurfes.

Freigespülte Sickerschächte auf dem Schulhof der Jahnschule können kein Wasser mehr aufnehmen.

Ein Gang über die beiden Schulhöfe macht deutlich: Hier ist wirklich großer Handlungsbedarf.

Ganztagsbetrieb erfordert andere Bewegungsangebote

Im Ganztagsbetrieb bleiben die Kinder mittlerweile bis 16, manche gar bis 17 Uhr in der Schule. Das erfordert ganz andere Bewegungsangebote als zwei große Pausen am Vormittag. Hinzu kommt Corona mit all seinen Auflagen, der Bildung von Kohorten, dem Abstandhalten, dem langen Stillsitzen mit Maske im Unterricht. Ein Schulhof wird da schnell zum Sehnsuchtsort, an dem noch einigermaßen unbeschwert getobt werden darf.

Aber wenn, wie an der Nicolaischule, 200 Kinder gleichzeitig losstürmen, sind Wippen, Rutsche und Klettergerüste schnell belegt. Carola Reineckes Idee, zwischen einigen der alten Linden einen Niedrigseilgarten zum anzulegen, scheiterte am Ende an der Sorge, die Bäume könnten dadurch Schaden nehmen. Für die Kinder, die sich bereits die Kletterelemente hatten aussuchen dürfen, eine frustrierende Erfahrung. Zudem warten laut der Rektorin seitdem 12 000 Euro im städtischen Hauhalt darauf, ausgegeben zu werden.

Geld vom Sponsorenlauf konnte bis heute nicht ausgegeben werden

An der Jahnschule erliefen die Kinder vor vier Jahren bei einem Sponsorenlauf rund 10 000 Euro für ein neues Spielgerät. Das konnte bis heute nicht angeschafft werden. Kein Platz. „Irgendwie auch peinlich“ findet das die Schulleiterin, die von denen, die sich noch daran erinnern können, immer wieder danach gefragt wird.

Doch nicht nur aus pädagogischer Sicht ist eine Umgestaltung der beiden Schulhöfe notwendig. Claudia Stüven verweist auf diverse Sickerschächte, die aus dem Boden herausragen. Sie sind, so hat es die Schulleiterin beim Hausmeister erfragt, nicht auf die mittlerweile anfallenden Niederschläge ausgelegt, laufen über, das Erdreich drumherum wird weggespült, mit dem Ergebnis, dass nun gar kein Wasser mehr in die Schächte laufen kann. An anderer Stelle sind Gullys zu klein und setzen sich mit Laub und Sand voll. Bei Regen verwandelt sich der Schulhof in eine Teichlandschaft.

Die Feuerwehrzufahrt zur Kita in der Grundschule Jahnstraße. Welches Fahrzeug passt hier durch?

Auch die Feuerwehrzufahrten machen Claudia Stüven Sorge. Kämen Einsatzfahrzeuge entlang der Sporthalle vielleicht gerade noch auf den Schulhof, so ist spätestens dort Schluss. Bäume verhindern die Durchfahrt bis zum Schulgebäude. Nicht auszudenken, was hier im Falle eines Brandes passieren kann.

Von Katrin Preuß

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