Henrike Wöbse und Otmar Block imkern auf dem Schulungsbienenstand Eissel

Warten auf ersten eigenen Honig

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Die Jungimker Henrike Wöbse und Otmar Block führen unter den wachsamen Blicken von Heinrich Kersten (r.) die Varroabehandlung durch. 

Die Imkerei ist ein schönes Hobby, finden Jungimker spätestens dann heraus, wenn sie den ersten eigenen Honig schleudern. Das sei ein ganz besonderer Moment. Doch damit die Imkerei von Erfolg gekrönt ist, gibt es einiges zu beachten.

Verden-Eissel – Nicht zuletzt deshalb gibt es seit 2014 in Eissel einen Schulungsbienenstand, der von Heinrich Kersten, der selbst seit 1984 imkert, ehrenamtlich betreut wird. Sieben Imker hat Kersten hier zurzeit unter seine Fittiche genommen. Seit April neu dabei sind Henrike Wöbse aus Dauelsen und Otmar Block aus Etelsen. Beide haben zuvor an der KVHS einen Imkerkurs absolviert und gewinnen am Schulungsbienenstand nun praktische Erfahrungen mit den eigenen Bienenvölkern.

Die Imkerei habe ihn schon immer interessiert, erzählt Otmar Block. Den Imkerlehrgang habe er dann von seinen Kindern zum Geburtstag geschenkt bekommen. „Das war die Initialzündung, ich bleibe jetzt dabei“, sagt er. Gleich im April hat Otmar Block ein eigenes Bienenvolk erworben und unter fachkundiger Anleitung durchgängig über den Sommer damit geimkert.

„Zehn Kilo Honig habe ich geschleudert, cremig und richtig schön“, freut er sich über seinen Erfolg. Sein Volk entwickelte sich sogar so gut, dass er zur Vermeidung einer Völkerteilung durch Schwärmen einen Ableger gebildet hat und somit jetzt zwei eigene Völker betreut.

Vorfreude auf den eigenen Honig

Henrike Wöbse arbeitet im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern, zu dem auch ein Hofladen gehört. „Ich habe mir schon länger überlegt, einen eigenen Betriebszweig aufzubauen. „Am ersten Praxistag im Imkerkurs habe ich gleich gemerkt, dass das etwas für mich ist. Man arbeitet mit Tieren und tut der Landwirtschaft etwas Gutes“, sagt die junge Frau. Mit einem eigenen Volk ließ sie es etwas langsamer angehen als ihr Imkerkollege. Seit dem Sommer imkert aber auch sie erfolgreich mit zwei Ablegern auf dem Schulungsbienenstand. Darüber hinaus stehen fünf weitere Völker auf dem elterlichen Hof. Honig hat sie in diesem Jahr noch nicht geschleudert. „Ich wollte die Bienen nicht zu sehr stressen. Umso mehr freue ich mich auf den Honig im nächsten Jahr“, so die Jungimkerin. Für die Imkerei auf dem elterlichen Hof ist sie allein verantwortlich und sie kann es kaum erwarten, ihren eigenen Honig im Hofladen zu verkaufen.

Varroamilbe verantwortlich für Völkerverluste bei Bienen

Damit es im Frühjahr nach der Winterruhe der Bienen keine böse Überraschung gibt, ist eine Behandlung gegen die Varroamilbe unabdingbar. Der Parasit ist seit Ende der 1970er-Jahre für einen Großteil der Bienenvölkerverluste in Europa verantwortlich.

Am Schulungsbienenstand in Eissel hat sich die Anwendung mit 60-prozentiger Ameisensäure über komplett abdeckende Tücher bewährt. Diese Behandlung wird mehrmals durchgeführt, wobei der Erfolg von Witterung und Temperatur abhängig ist. Inzwischen gibt es sogar eine VarroaApp, die hilft, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Bienen in Eissel: Verlust von zwei Prozent

Henrike Wöbse und Otmar Block führen an ihren Bienenvölkern unter den wachsamen Augen von Heinrich Kersten die abschließende Behandlung durch. „Unter die Bienenvölker werden zur Zeit der Behandlung sogenannte Windeln eingeschoben. Darauf kann man nach zwei bis drei Tagen durch Auszählen der Milben den Befall pro Volk ermitteln.“ Die Behandlung werde zur Reduzierung der Winterverluste am Schulungsbienenstand sehr sorgfältig durchgeführt, denn einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlergehen der Bienen habe die Person hinter dem Bienenvolk, weiß Kersten.

Henrike Wöbse und Otmar Block haben alles richtig gemacht und hoffen nun, dass ihre Völker gut durch den Winter kommen. Sie können zuversichtlich sein. Im vergangenen Jahr gab es auf dem Schulungsbienenstand in Eissel nur einen Verlust von zwei Prozent.

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