„Wann fühle ich mich fremd?“: Realschüler gestalten Gottesdienst im Dom

Viele gute Gedanken

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Im Rollenspiel ging es um Situationen, in denen man sich fremd fühlt.

Verden - Mit zwei Gottesdiensten unter der Leitung von Pastorin Stefanie Ott-Frühwald und Pastor Dieter Sogorski feierten die Verdener Realschüler gestern den Buß- und Bettag im Dom. Im Religionsunterricht hatten sich die Jugendlichen zuvor Gedanken zum Thema „Wann fühle ich mich fremd?“, gemacht. Diese Frage stand auch im Mittelpunkt des von den Jugendlichen mitgestalteten Gottesdienstes.

„Schön, dass ihr hier seid“, begrüßte Pastor Sogorski die Schüler. Der Buß- und Bettag sei ein Tag zum Nachdenken über sich und andere Menschen, über das, was falsch ist und was man anders machen möchte. Wie dies aussehen kann, zeigten darauf die Klassen 10b und 10d in einem Rollenspiel.

Sie hatten sich überlegt, in welchen Situationen man sich fremd fühlen kann. Da ist das Flüchtlingskind, das sich in seiner Klasse einsam fühlt. Doch auch in alltäglichen Situationen kann sich ein Gefühl der Fremdheit einstellen: bei dem der Mann, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und sein Leben nicht mehr wie gewohnt führen kann, bei der Mutter, die eine ihrer Töchter bevorzugt oder bei dem Mädchen, das eifersüchtig auf die neue Schülerin ist, weil die beste Freundin sich um sie kümmert.

Manchmal helfe es schon, miteinander zu sprechen und zu sagen, wie man sich fühle, nannten die Schüler einen möglichen Lösungsansatz, „Vois se ton Chemin“ (Achte auf deinen Weg) sang passend dazu anschließend der Schulchor.

„Fremd sein hat auch mit uns selbst zu tun, fremd fühlen kann ich mich auch zu Hause“, griff Pastorin Ott-Frühwald das Thema in ihrer Predigt auf. Das friedliche Miteinander funktioniere nur, wenn man sich in den anderen einfühle. Natürlich sei es anstrengend, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuwachsen. Dass trotz dieser Anstrengung die Solidarität so groß ist, liege eben daran, dass man sich in die anderen eingefühlt habe.

„Die Nachrichten aus Paris sind erschreckend. Was da passiert, ist genau das Gegenteil von einfühlen.“ Sie warnte davor, Gewalt mit Gewalt zu vergelten. „Wir wollen das Leben feiern, mit Fußball, Konzerten oder dem Chor. Gewalt ist da das falsche Mittel.“

Gegen Ende des Gottesdienstes waren alle Schüler dazu aufgerufen, zu überlegen und aufzuschreiben, was man gegen das Gefühl der Fremdheit tun kann. „Zuhören“, „sich gegenseitig helfen“ oder einfach „lächeln“ war auf den bunten Zetteln zu lesen. Ihre vielen guten Gedanken klebten sie als Erinnerungsstütze an eine Stellwand.

ahk

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