Waltraud und Dorothe Brümmer verabschieden sich vom Wochenmarkt

Immer mit einem Lächeln

Viele Jahre auf dem Markt: Ordnungsamtsleiter Rüdiger Nodorp und Anne Emde (re.) nehmen Dorothe und Waltraud Brümmer in die Mitte. Dazu gab es Blumen und viele nette Worte zum Abschied.
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Viele Jahre auf dem Markt: Ordnungsamtsleiter Rüdiger Nodorp und Anne Emde (re.) nehmen Dorothe und Waltraud Brümmer in die Mitte. Dazu gab es Blumen und viele nette Worte zum Abschied.

Verden - Von Markus Wienken. Waltraud Brümmer setzt ihr bekannt verschmitztes Lächeln auf und rückt ein wenig näher: „Grüne Bohnen, die mag ich am liebsten.“ 46 Jahre hat sie auf dem Verdener Wochenmarkt auch dieses Gemüse verkauft. Gestern war ihr letzter Arbeitstag. „Eine sehr schöne Zeit geht zuende, aber nun ist es genug“, meint die sympathische Marktfrau.

Wenn Waltraud Brümmer aus ihrem Leben erzählt, mag man ihr einfach nur zuhören. Seit 1968 steht sie zweimal wöchentlich auf dem Wochenmarkt und sie erinnert sich noch gerne an die Anfangsjahre. „Das Gemüse haben mein Mann und ich damals noch selbst angebaut und geerntet“, erinnert sich die 85-Jährige. Einen Lieferwagen gab es noch nicht, Hermann Brümmer baute seinen grünen Opel um und gemeinsam verstaute das Ehepaar die Ware.

Die Geschäfte gingen gut, so gut, dass Brümmer und Brümmer die Anbaufläche im heimischen Hoyerhagen ständig erweitern mussten. Früchte und Gemüse in allen Sorten, darunter eben die beliebten Bohnen, gehörten zum Angebot. Den Kunden immer frische Ware zu liefern, das war für die Brümmers Teil ihrer erfolgreichen Geschäftsidee. Dafür standen sie morgens um vier Uhr auf, holten die Ernte vom Feld, um dann pünktlich, gegen sieben Uhr, auf dem Markt in Verden zu stehen. „Wir haben das Gemüse ja nicht nur geerntet, wir haben es ja auch geputzt und gewaschen“, so Waltraud Brümmer.

Verkauft wurde zu jeder Jahreszeit. „Ob Wind, Regen oder Schnee, wir waren eigentlich immer da“, erzählt die Marktfrau. Als Hermann Brümmer vor 14 Jahren aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, tagte der Familienrat. Tochter Dorothe musste nicht lange überlegen und sprang für ihren Vater ein. „Das war für mich sicherlich einer der schönsten Augenblicke, zu spüren, dass alle an einem Strang ziehen“, erinnert sich Waltraud Brümmer.

Und die Kunden wussten und wissen diese Zuverlässigkeit zu schätzen. Kaum jemand, der gestern nicht ein warmes, nettes Wort zum Abschied fand. Ordnungsamtsleiter Rüdiger Nodorp kam persönlich vorbei, Nachbarin Anne Emde überreichte im Namen der Marktbeschicker Blumen und kleine Geschenke. Und immer wieder gab es herzliche Umarmungen. Waltraud Brümmer ahnte, warum: „Mit den meisten Kunden bin ich schon lange per Du, habe ich viele nette und auch persönliche Gespräche geführt. Das werde ich in Zukunft sicherlich vermissen.“

Langweilig wird ihr aber nicht. „Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit meinem Mann. Wir sind seit über 63 Jahren verheiratet und in zwei Jahren feiern wir eiserne Hochzeit“, verrät sie mit freundlichem Händedruck und verschmitztem Lächeln.

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