Vorzugsroute ab Bahnhof Verden geplant / Breiter Weg durch Uhlemühlen

Abseits der Hauptstraßen: Mit Rad und ohne Stress nach Walle

 Der Radweg von Verden durch den Stadtwald an der Straße Uhlemühlen
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Vorzugsroute in Richtung Walle: Der Radweg von Verden durch den Stadtwald an der Straße Uhlemühlen soll durchgehend breiter werden.

Verden – Viele Wege führen nach Rom. Ähnliches dürfte auch für die Ortschaft Walle zutreffen. Zwar nicht die Römer, aber immerhin der Landvermesser Carl Friedrich Gauß weilte im Jahr 1825 zur Landaufnahme des Königreichs Hannover in der Ortschaft. Ob er mit dem Fahrrad unterwegs war, ist nicht bekannt. Vielleicht waren die Wege zu schlecht. Das soll besser werden. Wer mit dem Rad am Verdener Bahnhof startet, könnte in naher Zukunft auf einer „Vorzugsroute“ die Ortschaft erreichen. Ein Plan liegt vor.

Nach Walle? Immer geradeaus und an der Hauptstraße entlang - aber es geht auch schöner

Nach Walle? Das ist doch nicht schwer, hätte jeder Ortskundige gleich eine Beschreibung parat. Von Verden immer geradeaus, Bremer Straße, Hamburger Straße, die Bundesstraße 215 entlang, Richtung Autobahn und irgendwann ist man, hinter der Autobahn, in Walle. Einfache Beschreibung. Aber keine schöne Tour, manchmal auch gefährlich, weil die Rad- und Fußwege schmal und vielfach in schlechtem Zustand sind.

Stadt Verden: Start soll am Lönsweg, östlich des Bahnhofs sein

Die „Vorzugsroute“, ist sie dann einmal fertig, lenkt die Radler hingegen weg von der Hauptverkehrsader hin zu den schöneren Ecken, ohne Lärm, Stau und Staub. „Start soll am Lönsweg, östlich des Bahnhofs sein“, erklärt Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. Da, wo das Arbeitsamt seinen Sitz hat, nimmt der Radler Fahrt auf. Weit muss er nicht, um dann nach links in den Niedersachsenring abzubiegen. „Die Radwege eher schlecht, könnten Lönsweg und Niedersachsenring ohne große bauliche Veränderungen zur Fahrradstraße werden“, schlagen die Planer vor. Tempo 30 gilt sowieso. Dem Radler wäre es recht. Er fährt künftig weiter aus dem Niedersachsenring nach rechts auf den Brunnenweg und dann stadtauswärts. Ein Teil der Strecke wird ebenfalls zur Fahrradstraße. „Ohne große bauliche Veränderungen machbar“, sagt Kamermann. Aber dann wird‘s schon deutlich aufwendiger: „Ab Ortsschild, höhe Wasserwerk, beginnt der einseitige Fuß- und Radweg Richtung Uhlemühlen“, so Kamermann. Wer dort unterwegs ist, der weiß, Begegnungen sind durchaus grenzwertig. Die Planer schlagen daher einen großzügigen Ausbau auf bis zu 4,50 Meter Breite vor. Kamermann ist vorsichtiger: „Wir sind schließlich mitten im Stadtwald, müssen mit dem Baumbestand sorgsam umgehen und gucken, was machbar ist.“ Klimawandel und Radfahren ja, aber nicht auf Kosten zahlreicher Bäume. „Das wäre kontraproduktiv“, betont Kamermann. Drei statt bislang 2,50 Meter könnten reichen. „Und auch dann müssten Bäume fallen“, so Kamermann.

Planskizze des Radweges entlang Uhlemühlen.

Uhlemühlen: Radweg bis zu 4,50 Meter breit - aber drei Meter könnten reichen, weil sonst viele Bäume fallen müssten

In Neumühlen angekommen, trifft der Radler auf die Kreisstraße 28. Nun geht‘s nach links, circa 300 Meter auf dem Radweg – der ebenfalls verbreitert wird – und dann, aufgepasst, auf die andere Seite der K 28 in die Straße An der Halse. Wie die Radler und Fußgänger sicher rüberkommen, auch da müsste im Sinne einer Vorzugsroute eine Lösung her.

Kurzes Stück an der Kreisstraße 28, und dann in die Straße An der Halse

Die Straße An der Halse zweigt von der K28 ab.

Die schmale Erschließungsstraße An der Halse ist zugleich auch Wirtschaftsweg, auf dem es sich aber bequem radeln lässt. „Auf dem ersten Stück müsste lediglich der Asphalt ausgebessert werden“, erklärt Kamermann. Gut fahren lässt es sich allerdings nur bis knapp hinter die Autobahnunterführung. „Der Ausbau endet nach etwa 300 Metern, danach beginnt ein Sandweg“, so die Bestandsaufnahme der Planer. Die Ortschaft Walle praktisch vor Augen, muss sich der Radler bei Trockenheit durch Sand und Staub quälen.

Verden nach Walle: Noch 800 Meter durch Stau und Matsch

Noch schlechter wird es bei Regen, dann ist der Weg durch Matsch und Pfützen kaum passierbar. Eher eine sportliche Herausforderung für Mountainbiker. „Es ist auf der Strecke das Teilstück mit dem schlechtesten Zustand“, weiß Kamermann.

Blick aus der Straße An der Halse in Richtung Walle. 800 Meter durch Staub und Matsch.

Seitens der Planer steht daher fest: „Findet das Projekt die Zustimmung aller Beteiligten, soll zunächst diese Lücke von circa 800 Metern bis zur Gabelung Waller Weg/Scharnhorster Straße geschlossen werden. „Dann wären wir schon einen großen Schritt weiter“, sagt Kamermann.

Und, so viel ist sicher: Die Radfahrer könnten Walle bequem und ganz ohne Stress erreichen.

Ankunft in Walle auf der Scharnhorster Straße mit Pause vor der Bahnschranke.

Info

Das Radverkehrsförderkonzept der Stadt Verden aus dem Jahr 2012 empfiehlt die Schaffung einer neuen Radverbindung vom Bahnhof zu den Berufsbildenden Schulen in Dauelsen. Ebenfalls beschloss der Rat, einen Weg bis Walle zu entwickeln, die sogenannte „Vorzugsroute“.

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