Auf die innere Mitte besinnen

Waldbaden im Verdener Stadtwald: Wildnispädagogin Christiane Kämke bietet Kurse an

Waldbaden im Verdener Stadtwald: Christiane Kämke hilft dabei, das System runterzufahren.
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Waldbaden im Verdener Stadtwald: Christiane Kämke hilft dabei, das System runterzufahren.

Verden – Dem Stress des Alltags entfliehen, die Arbeit wortwörtlich mal Zuhause lassen und wieder richtig aufatmen und Kraft sammeln – genau danach sehnen sich derzeit zahllose Menschen. Und doch scheint gerade vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Krise, die alles und jeden fest im Griff hat, nichts ferner zu sein als der nächste Urlaub. Tatsächlich braucht es keinen mehrwöchigen Ausflug ins Hotel, um das System mal herunterzufahren und zurück zur inneren Mitte zu finden. Das Glück liegt viel näher, und zwar im Verdener Stadtwald, weiß Christiane Kämke, zertifizierte Natur-, Wildnis-, und Erlebnispädagogin sowie Waldbaden-Kursleiterin.

„Der Wald bietet uns so viel“, schildert Kämke und lässt ihren Blick in die Ferne schweifen. Bis auf das Rascheln der Blätter ist es leise, nur das Surren eines vorbeirauschenden Fahrrads unterbricht kurz die Stille. Ideale Bedingungen für das, was die Achimerin für den Verdener Stadtwald plant: „Ab dem 22. September werde ich hier Waldbaden-Kurse anbieten“, schildert die Wildnispädagogin. „Ich möchte meine Liebe zur Natur und die tiefe Weisheit, die ich jeden Tag von ihr lerne, an andere Menschen weitergeben und ihnen dabei helfen, wieder zu sich selbst, ihren Mitmenschen und dem Leben, dass sie jeden Tag umgibt, zu finden“, so Kämke.

Die Kunst des Waldbadens sei die Fähigkeit, sich mit allen Sinnen mit der Natur zu verbinden und somit neues zu erleben, was man bisher vor lauter hektischem Alltag übersehen hat. „Genau darum geht es auch in meinem Kurs. Mithilfe von verschiedenen Bewegungen, Atem-, Meditations- und Sinnesübungen wird das Bewusstsein geöffnet, und gleichzeitig sogar das Immunsystem gestärkt. Beispielsweise wurde wissenschaftlich bewiesen, dass die in der Waldluft enthaltenen Duftstoffe das Stesslevel senken, den Blutdruck regulieren, den Schlaf verbessern und die Abwehrstoffe steigern“, erläutert Kämke. Ebenso intereressant ist, dass ein im Waldboden vorkommendes ungefährliches Bakterium ähnlich wie ein Antidepressivum wirkt.

Gleichzeitig betont Kämk, dass sämtliche Übungen im Rahmen des Waldbadens selbstverständlich freiwillig sind. „Wer will, kann Barfuß laufen, seine Sinne ausprobieren und schärfen, wer das nicht möchte, muss das auch nicht tun. Alles kann, nichts muss.“

Waldbaden in Verden: Kurse für fast jedermann geeignet

Gundsätzlich sei Waldbaden etwas für jedermann, selbst für Menschen, die eigentlich aufgrund von Pollen- und Gräserallergien den Wald eher meiden, doch die Teilnehmer sollten mindestens 16 Jahre alt sein. Da die Kursdauer bei zwei Stunden anfängt und bei maximal vier aufhört, habe sich gezeigt, dass Kinder oder Jugendliche doch lieber in Aktion sind. „Beim Waldbaden machen wir das genaue Gegenteil, bewegen uns langsam und bewusst, ohne Hektik und strammes Programm. Auch Hunde freuen sich in dieser Zeit über eine liebevolle Betreuung, da sie ihr Herrchen lieber nicht begleiten sollten.“

Seit 2014 biete sie mittlerweile Kurse im Bereich Natur und Wildnis in Achim und Umgebung an. Für sich selbst entdeckte Christiane Kämke das Waldbaden vor fünf Jahren. Doch bereits seit ihren Kindertagen fühlt sie sich der Natur und insbesondere dem Wald verbunden. „Ich war schon immer viel draußen unterwegs, hab erkundet, bin geklettert und war kaum drinnen anzutreffen. Das hat mich geprägt und auch in späteren, schwierigen Lebenszeiten hat mir die Natur stets Kraft und Halt gegeben“, erinnert sie sich. Ihre Großeltern, mit denen sie viel Zeit verbrachte, seien ebenfalls sehr naturverbunden gewesen. „Meine Oma hatte einen großen Garten am Rande des Dorfes und hat ohne Ende eingekocht, und mit meinem Opa war ich im Herbst immer Pilze sammeln“, schildert die Pädagogin mit einem Lachen, während sie einen Moment lang in Erinnerungen schwelgt.

Kämkes Karriere startete ganz anders

Ihre berufliche Laufbahn trat sie allerdings zuerst in eine ganz andere Richtung an. „Ich habe eigentlich Betriebswirtschaft studiert und danach lange in der Wirtschaft gearbeitet.“ Mittlerweile sei Kämke jedoch selbstständig, wobei ihr die Erfahrungen aus ihrem vorherigen Berufsleben helfen.

Vollkommen klar wurde ihr, dass sie Waldbaden anbieten möchte, in ihrer Familienzeit. „Ich wollte einfach mehr wissen, es verstehen, wieso der Wald so eine starke Wirkung und solch heilende Effekte hat. Darum fing ich dann eine Ausbildung zur Wildnispädagogin und Waldbaden-Kursleiterin an.“

„Ich liebe meine Arbeit. Es ist das schönste, was ich mir als Job vorstellen könnte. Ich kann Menschen helfen, bin draußen, in der Natur unterwegs und einfach glücklich“, so Kämke. Um noch mehr in die Naturverbindung eintauchen zu können, hat sie aktuell an zwei Fortbildungen teilgenommen. Die Kurse starten am 22. September. „Ich hoffe, dass viele Verdener und Menschen aus der Umgebung Waldbaden ausprobieren werden und so ihrem wahnsinnig schnelliebigen schnelllebigen Alltag entkommen können“, schildert die Wildnispädagogin abschließend.

Kaum ist das letzte Wort gesprochen, wird es um sie herum wieder still im Verdener Stadtwald und nur das Rauschen des Windes scheint noch seine eigene Geschichte interessierten Ohren zuflüstern zu wollen.

Weitere Infos zum Waldbaden und Christiane Kämkes Kursen gibt es im Internet unter https://natureswisdomcenter.org/. Konkrete Nachfragen können auch an Kämke direkt per E-Mail an mail@natureswisdomcenter.org gestellt werden.

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