Vorurteile ausräumen bei Bridge-Camp in der Jugendherberge Verden

Ein Brückenschlag zwischen Alt und Jung

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40 Kinder und Jugendliche nehmen an dem Bridge-Camp in der Verdener Jugendherberge teil.

Verden - „Bridge ist generationenübergreifend ein tolles Kartenspiel“, sagt Hiltraud Kunst. Sie ist Mitorganisatorin des Bridge-Jugendcamps in Verden und weiß, wovon sie spricht. Die erfahrene Übungsleiterin ist Anfang 70 und kümmert sich derzeit liebevoll um die jüngsten Teilnehmer. Das Camp sei keinem Alleingang entsprungen.

Nur im Kollektiv könne die große Gruppe sinnvoll und altersgerecht gefördert und gefordert werden, betont Kunst und verweist dabei auf ihre Kolleginnen und Kollegen des siebenköpfigen Betreuerteams. Noch bis morgen sind die knapp 40 Teilnehmer im Alter zwischen 8 und 17 Jahren in der Verdener Jugendherberge zu Gast.

„Den Kindern spielerisch und auf interessante Weise Bridge beizubringen - das ist eine Leidenschaft von mir geworden“, sagt die Seniorin. Das Besondere am Spiel sei für sie die Verbindung von jung und Alt, erklärt Kunst. Oft spielen drei Generationen aus einer Familie und es sei keine Seltenheit, dass die Eltern erst zusammen mit ihren Kindern anfangen, Bridge zu erlernen.

„Nachwuchs brauchen wir genauso wie der Schachsport“, schildert ihre Mitorganisatorin Gaby Knoll den Hintergrund für die Veranstaltung. Die Jungs und Mädchen sind in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, die dem Alter und den Vorkenntnissen entsprechen. Dort wird versucht, sie behutsam an den Denksport heranzuführen. Die Einsteiger spielen zu Übungszwecken Mini-Bridge, eine vereinfachte Form des Kartenspiels. Je nach Wissensstand steigert sich die Schwierigkeit der Spielformen Gruppe für Gruppe. Langfristig gehe es darum, neue Mitglieder für die Verbände zu gewinnen und Sportler auszubilden, teilt Knoll mit.

Alle Beteiligten sind sich allerdings einig, das Image des Bridge sei verbesserungswürdig. Die Aktion in der Jugendherberge Verden soll folglich das gängige Vorurteil entkräften, Bridge sei nur ein Kartenspiel für ältere englische Damen beim Tee. Deshalb übernehmen der Deutsche Bridgeverband (DBV) und die beteiligten Landesverbände gemeinsam die Finanzierung des Camps. Für die Teilnehmer sei neben der Anreise nur ein kleiner Obolus fällig geworden. Die jungen Gäste stammen aus dem gesamten norddeutschen Raum.

„Ein Spieler ist sogar aus Remagen in Rheinland-Pfalz angereist“, berichtet Knoll und ergänzt: „Verden ist der perfekte Standort.“ Das Schwimmbad und der Kletterpark liegen direkt an der Jugendherberge, einen Katzensprung entfernt. Mehrere Ausflugziele, reichlich Freizeitaktivitäten, wie Tischtennis oder Billard, sorgen für Abwechslung bei den Kids, so die Betreuerin. Bevor es für alle nach Hause geht, soll ein Bridge- Turnier am heutigen Donnerstag den krönenden Abschluss einer turbulenten Woche in der Allerstadt bilden.  sb

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