Vortrag über das Verstehen von Jungen

„Das sichtbar gewordene Wir“

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Der Förderverein des Gymnasiums am Wall, vertreten durch Carola Meyer (l.) und Jutta Betke (r.), hatte die Veranstaltung mit Bianka Reichardt ermöglicht.

Verden - Der Fachvortrag von Bianka Reichardt, „Jungs sind klasse, wenn man sie versteht. Männer auch!“, in der Aula des Gymnasiums am Wall war ein voller Erfolg. Er bot die Möglichkeit zur Diskussion und gab praktische Tipps, die jede(r) mit nach Hause nehmen konnte.

Im Verlauf ihres interaktiv und ebenso informativ wie unterhaltsam gestalteten Vortrages zeigte die Erziehungswissenschaftlerin und Therapeutin die Besonderheiten von Jungen auf und was sie auf ihrem Weg zum Mann brauchen. „Manchmal steht man vor seinen Jungs oder auch vor dem Ehemann, und denkt sich: Irgendwie sind sie einfach anders“, sagte Reichardt.

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern liege nicht nur im Erbgut. Auch das Verhältnis zu den Familienangehörigen präge die Entwicklung und das Verhalten des Nachwuchses. „Kinder sind das sichtbar gewordene Wir“, sagte die Erziehungswissenschaftlerin, die sich seit Jahren mit den geschlechtlichen Unterschieden beschäftigt.

So beeinflusse auch der Umgang der Eltern miteinander die Kinder. „Machen Sie sich einander Komplimente“, riet Reichardt. Denn negative Aussagen gegenüber dem Partner bedeuteten auch eine Ablehnung gegenüber dem Kind.

Detailliert ging die Expertin auf erziehungswissenschaftliche, psychologische und biologische Erkenntnisse ein, die sie durch Anekdoten und eigene Erlebnisse auflockerte. „Sie können einen Jungen nicht zum Jungen und ein Mädchen nicht zum Mädchen erziehen. Hier spielen hormonelle und biologische Faktoren eine erhebliche Rolle.“

Mütter hätten deshalb oft ein Problem mit ihren Söhnen, weil sich diese auf dem Weg zum Mann mehr am Vater orientierten. Und weil Jungen einen Großteil des Tages von Frauen umgeben wären, versuchten sie eher, sich gegenteilig zu verhalten.

Das männliche Wesen wolle vor allem eines abklären: die Hierarchie. Es wollte sich an seinen Grenzen messen, um Sicherheit zu erlangen. Auf die Jungen sollten Mütter wie Pädagogen viel gelassener reagieren, riet Bianka Reichardt. Irgendwann lege sich der Schalter um. Meistens dann, wenn das Interesse am anderen Geschlecht geweckt und die Jungen dadurch hormonell in die richtige Richtung gelenkt würden.

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