Erklärung durch Bremer Agentur

Fall Schade: Vorstand weist Vorwürfe zurück

Verden – Seit einigen Wochen kursierten Gerüchte und Behauptungen rund um den Hannoveraner Verband, die in der Öffentlichkeit hohe Wellen schlagen. Bisher hatte sich der Vorstand nicht zu den Vorwürfen geäußert, die unter anderem die fristlose Kündigung des bisherigen Geschäftsführers und Zuchtleiters Dr. Werner Schade betreffen. Der Vorstand hatte sich bewusst Zeit für eine Stellungnahme genommen, um vorab intern Prozesse abzustimmen. Aufgrund der aktuellen Berichterstattungen sieht sich der Verband allerdings nun in der Pflicht, den Delegierten und Mitgliedern gegenüber, zu den vorliegenden Anschuldigungen Stellung zu beziehen.

Die Kündigung von Dr. Werner Schade als Geschäftsführer und Zuchtleiter sei mit deutlicher Mehrheit des Gesamtvorstandes am 13. Mai erfolgt, nachdem erhebliche Pflichtverletzungen festgestellt und in einer anwaltlichen Prüfung bestätigt worden seien, heißt es in der Pressemitteilung. Die umfassenden Begründungen hätten vorher sowohl dem Vorstand als auch Dr. Schade schriftlich vorgelegen. Bereits im Vorfeld und auch direkt im Anschluss an die Abstimmung habe der Vorstand mehrere erfolglose Versuche unternommen, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Streitigkeit um den zugrunde liegenden Sachverhalt sei aktuell Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Zusätzlich sei aufgrund der Annahme von strafrechtlich relevanten Handlungen Strafanzeige gegen Schade erstattet worden.

Der geschäftsführende Vorstand bekräftigt, dass der Verband wirtschaftlich und in seiner Mitgliederstruktur stabil sei. Die Behauptung, viele Züchterinnen und Züchter hätten den Verband bereits verlassen oder trügen sich mit dem Gedanken, dies zu tun, sei schlichtweg falsch: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2018 (Januar bis Juni) sei lediglich eine Differenz von 18 Austritten bei einer Mitgliederzahl von insgesamt 12 164 Mitgliedern zu verzeichnen – dies entspreche bei einem derart mitgliederstarken Verband einer üblichen Fluktuation, die deutlich unter einem Prozent liege. Zum 30. Juni 2019 seien zudem schon mehr Fohlen für den Verband registriert worden als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.

Auch die Behauptung, dass ein „beispielloser Niedrigstand“ von nur 50 Pferden in der Kollektion für ein „Verspielen von Vertrauen“ spreche, weist der Vorstand vehement zurück. So habe es bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Schwankungen der Kollektionsgrößen gegeben. Auch könne der Rückgang der angebotenen Reitpferde ebenso auf den rückläufigen Bedeckungszahlen im Warmblutsektor in den entsprechenden Geburtsjahrgängen beruhen. Die Auswahl habe darüber hinaus vor Schades Freistellung stattgefunden; es bestehe somit kein kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen. In der Auktionskollektion für das internationale Turnier, der Fohlenauktion im August, würden 124 Fohlen angeboten (zum Vergleich: 2018 waren es 95 Fohlen).

Ebenso im Raum stehe die Behauptung, Hans-Henning von der Decken habe sich mit unrechtmäßigen Provisionen bereichert. Auch dies seien aus der Luft gegriffene Anschuldigungen. Substantielle Tatsachen seien hierzu nicht vorgetragen worden. Auch die Darstellung von Franz Bürmann als „Strippenzieher im Hintergrund“ sei eine Farce: „Erst einmal ist Franz Bürmann kein Unbekannter, sondern Verbandsmitglied sowie Züchter. Des Weiteren ist er ehrenamtlich beratend für den Vorstand tätig“, so von der Decken. „Selbstverständlich ist es unser Anliegen, den Verband im besten Sinne zu leiten.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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