Vorsicht am Norderstädtischen Markt

Weiß, wo besondere Vorsicht auf Verdens Straßen notwendig ist: Fahrlehrerin Sabine Deutsch.
+
Weiß, wo besondere Vorsicht auf Verdens Straßen notwendig ist: Fahrlehrerin Sabine Deutsch.

Das Straßennetz in Verden kennt Sabine Deutsch aus dem Effeff. Die Fahrschullehrerin ist täglich mit ihrem Auto unterwegs und macht den Nachwuchs hinterm Lenker fit für den Straßenverkehr. Kritische Situationen, Nadelöhre, kennt sie zuhauf. Wir stellen einige davon im Rahmen einer Serie vor.

Verden – Mit ihrem Fahrschulwagen gehört Sabine Deutsch zum Stadtbild in Verden. Seit 30 Jahren bildet sie Führerscheinbewerber aus und weiß auf den Verdener Straßen Bescheid. Nicht nur über Unfallschwerpunkte, auch über Kreuzungen, Einmündungen und Plätze, wo sich Menschen nur schwer zurechtfinden.

Die Fahrlehrerin braucht, nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Verdener Aller-Zeitung, gar nicht weit zu fahren. Die Hände auf dem Lenkrad, lässt sie ihre Fahrzeug langsam über die Claus-Ruge-Straße rollen. „Was ist das hier eigentlich?“, sagt sie und weist auf die Fläche, die sich vor Fahrerin und Beifahrer öffnet. Das Auto hält, Sabine Deutsch lenkt den Blick auf die Umgebung und schildert das, was sehr unordentlich wirkt. „Schotter, eine schlecht befestigte Straße, parkende und fahrende Autos, eine unübersichtliche Beschilderung.“ Das Tempo, das die einzelnen Verkehrsteilnehmer vorlegen, sei naturgemäß völlig unterschiedlich, was den Umgang miteinander nicht einfacher mache. Für Sabine Deutsch stellen sich angesichts des Kuddelmuddels gleich mehrere Fragen: „Ist das hier ein Parkplatz, eine Straße, ein Provisorium?“

Die, die da draußen gerade unterwegs sind, wissen es meist auch nicht so genau. Fußgänger schlendern gelassen mitten auf der Claus-Ruge-Straße, kümmern sich nicht um Autofahrer. Die wiederum hupen und schimpfen, insbesondere dann, wenn sie ein auswärtiges Kennzeichen haben und sich nicht auskennen.

Und dann das Tempo, was an diesem Knotenpunkkt am Nordertor herrschen darf – oder tatsächlich herrscht. „Auf der Claus-Ruge-Straße ist die Regelung überhaupt nicht klar“, so Deutsch. Wäre es ein reiner Parkplatz, würde dort Schrittgeschwindigkeit gelten, daran halte sich aber ja wohl kaum jemand.

Um die Ecke, auf der Großen Straße, im Schatten der Verdener Aller-Zeitung, sieht es nicht viel besser aus. „Es gilt Tempo 30“, so Deutsch. Das war es dann aber auch schon mit den klaren Regeln. Es wird wild geparkt, der Fahrschulwagen rollt bedächtig über die Große Straße in Richtung Nordertor. Auf der rechten Seite die Einmündung der Syndikatstraße, dann die Bushaltestelle. „Alles sehr eng und unübersichtlich“, kritisiert Deutsch. Wenn sie mit ihren Fahrschülern den Bereich passiert, dann sei allerhöchste Vorsicht geboten. Und wer sich den Spaß machen will, und es einmal ausprobiert, der kann nachvollziehen, was die kundige Fahrlehrerin damit meint. Tempo 30 in dem Bereich ist schon ambitioniert, weil pausenlos Fußgänger von links nach recht und umgekehrt die Straße queren. Dann viele Radfahrer, die ab Nordertor verkehrswidrig auf der linken Seite stadteinwärts fahren. Wenn der Bus an der Haltestelle seinen regelmäßigen Zwischenstopp einlegt, ist die Sicht stadteinwärts komplett weg. Aber das Auto bleibt, wie es sich gehört, hinter dem breiten Fahrzeug.

Ist der Bus weg, wartet stadteinwärts, direkt vorm Norderstädtischen Markt, die nächste Herausforderung. Fußgänger stehen am Rand und wollen die Fahrbahn in Richtung Marktplatz überqueren. Ohne groß zu schauen, treten sie auf die Straße. Nicht ohne Grund. Deutsch: „Die Straße ist in dem Bereich auffällig gepflastert, hebt sich vom anderen Belag ab. Es wird der irrtümliche Eindruck eines Fußgängerüberweges erweckt. Eine verbindliche Markierung fehlt aber, auch eine Beschilderung gibt es nicht.“ Wenn Sabine Deutsch mit ihren Fahrschülern dort unterwegs ist, gilt höchste Vorsicht. „Im Zweifel heißt es immer anhalten, um jede Gefährdung zu vermeiden. Hat bislang auch immer geklappt.“ Da hat die Fahrlehrin die Ruhe weg – und noch ein Lob für den Nachwuchs parat. „Der Großteil der Schüler ist sehr rücksichtsvoll unterwegs.“

Fortsetzung folgt:

Höchste Vorsicht: Unterwegs am Pulverschuppen.

Von Markus Wienken

Kein regulärer Überweg am Norderstädtischen Markt: Das Auto wartet, darauf verlassen darf man sich nicht.
Wenn der Bus kommt, wird’s eng.
Die Claus-Ruge-Straße: Parkplatz oder Straße?

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Werder holt drei Punkte auf Schalke

Fotostrecke: Werder holt drei Punkte auf Schalke

Schalke erneut desolat - Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

Schalke erneut desolat - Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Meistgelesene Artikel

Nach dem Brand sucht der Hund

Nach dem Brand sucht der Hund

Nach dem Brand sucht der Hund
Klare Mehrheit reicht nicht: Ortsteilvertretungen bleiben bestehen

Klare Mehrheit reicht nicht: Ortsteilvertretungen bleiben bestehen

Klare Mehrheit reicht nicht: Ortsteilvertretungen bleiben bestehen
Corona in Kita: Lebenshilfe-Gruppe geschlossen

Corona in Kita: Lebenshilfe-Gruppe geschlossen

Corona in Kita: Lebenshilfe-Gruppe geschlossen
650 Euro: Ist das „bezahlbares Wohnen“?

650 Euro: Ist das „bezahlbares Wohnen“?

650 Euro: Ist das „bezahlbares Wohnen“?

Kommentare