Vorne Parkscheibe, hinten Pendler

Verdener Politik modifiziert Pläne für provisorische Stellplätze auf Kaufhallengelände

Der Verdener Berg: Bagger haben den Schutt aus altem Kaufhallengebäude und dem mächtigen Fundament getürmt. Im Hintergrund die Johanniskirche.
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Der Verdener Berg: Bagger haben den Schutt aus altem Kaufhallengebäude und dem mächtigen Fundament getürmt. Im Hintergrund die Johanniskirche.

Verden - Der Stadtrat tagt nur noch heute in einer Notsitzung. Fachausschusssitzungen fallen der Corona-Pandemie ebenfalls zum Opfer. Ganz zum Erliegen kommt die Verdener Stadtpolitik allerdings nicht. Der Verwaltungsausschuss konkretisierte jetzt die Planungen für den provisorischen Parkplatz auf dem Gelände der ehemaligen Kaufhalle. Ergebnis: Auf dem vorderen Bereich hin zum Allerpark werden Parkplätze eingerichtet, die mit Parkscheibe nutzbar sein werden, auf dem hinteren Bereich in Richtung altem Stadtwerke-Gelände entstehen Pendler-Parkplätze. Das bestätigte Bürgermeister Lutz Brockmann auf Nachfrage.

Die kommenden provisorischen Parkscheiben-Plätze sollen demzufolge auf einer Breite von jeweils komfortablen 2,75 Metern mit Markiesrungen versehen werden. Für die Pendler-Plätze, die sich im Bereich der alten Zulieferungsfläche der Kaufhalle befinden, ist keine neuerliche Markierung vorgesehen. Damit verfestigen sich die Pläne, lediglich den bisherigen Kaufhallenparkplatz an der Straße Am Allerufer zum Abstellen von Autos zu nutzen. Die Restfläche, jene, auf denen die Gebäude standen, soll weiterhin lediglich eingeebnet und zur zwischenzeitlichen Blumenwiese umfunktioniert werden. „Die Arbeiten beginnen, sobald der riesige Schuttberg abgefahren ist“, sagt Brockmann.

Unklar ist allerdings weiterhin, wie das Verdener Renommierprojekt Stadtkante zum Neustart gebracht wird. Finanzausschuss-Vorsitzender Wolf Hertz-Kleptow hatte Anfang März durchblicken lassen, eine Arbeitsgruppe werde das Gebiet zwischen Norderstädtischem Markt und Aller neu überdenken. Die Stadtverwaltung bestätigte die Aussage zwischenzeitlich. „Noch läuft der Abriss der Kaufhalle. Gelegenheit genug, die Möglichkeiten und Chancen auf den Prüfstand zu stellen“, hieß es seinerzeit. Inzwischen habe diese Arbeitsgruppe getagt, sagt Brockmann, „wir befinden uns im Gespräch“. Wann Entscheidungen gereift seien, ließ er offen.

Freie Sicht von der Parkpalette am Nordertor über den kommenden provisorischen Parkplatz in Richtung Südbrücke. Fotos: Wienken

Seit dem Projektstart Mitte des vergangenen Jahrzehnts seien eine Reihe von Unwägbarkeiten entfallen, begründete er den Zwischenschritt am runden Tisch. Es müsse nicht mehr über Mieter in den Altgebäuden verhandelt werden, es stehe eine freie Fläche zur Verfügung. Das rufe nach einer Neubeurteilung. Auf den Prüfstand komme voraussichtlich auch der Umfang der geplanten Maßnahme mit den vier Bestandteilen Hotel, Einzelhandel mit Ankermieter, Wohnen und Tiefgarage.

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Damit mehren sich die Anzeichen für einen kompletten Neustart des Projektes. Nach dem überraschenden Rückzug des eigentlichen Investors und dem Nein zum zweitplatzierten Entwurf gilt nun eine Neuausschreibung mit Architekten-Wettbewerb als nicht mehr unwahrscheinlich. Politische Kreise hatten sich zwischenzeitlich schon für längere Zeitabläufe starkgemacht. „Besser nach einem guten Investor suchen, als jetzt einen Schnellschuss wagen“, hieß es bereits zu Jahresbeginn. Bürgermeister Lutz Brockmann hatte in den vergangenen Wochen mehrfach darauf hingewiesen, es gebe Interessenten für die Fläche.

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