Rotary-Austauschschüler Luciana und Jackie entdecken in Deutschland viel Neues

Vorliebe für Bratwurst

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Unterwegs mit Rotary (v.l.): Nicole Witte, Lina Witte, Luciana, Uli Schmitz und Jackie.

Verden - Wenn die Verdener Rotary-Austauschschülerin Luciana (17) aus Brasilien und Austauschschüler Jackie (18) aus Thailand durch die Verdener Fußgängerzone bummeln, ziehen sie immer wieder die Blicke von Passanten auf sich. Die Schüler tragen die Welt am Körper. Ihre blauen Blazer sind mit Ansteckern, Buttons und allerlei Souvenirs übersät, die beim Gehen klimpernde Geräusche verursachen. Aus jedem Ort, in dem sie waren, haben sie Andenken mitgebracht.

Und die Beiden haben so einiges erlebt: Luciana etwa ist gleich wochenlang durch ganz Europa gereist, während Jackie mehr von Deutschland gesehen hat. In wenigen Tagen müssen beide zurück in ihre Heimat. Was werden sie vermissen? „Die deutschen Freunde und die Gastfamilien.“ Lina Witte aus Blender, die im August zum Austausch nach Kolumbien reisen wird, trägt noch eine Jacke mit relativ wenig Ansteckern, was sich aber im Laufe der nächsten Monate ändern wird. „Dann kommen schnell viele Erinnerungsstücke aus dem Gastgeberland hinzu, die bei Treffen mit anderen Austauschschülern auch getauscht werden“, wie Uli Schmitz vom Jugenddienst des Rotary Club Verden weiß.

Wenn Luciana und Jackie auf die vergangenen Monate zurückblicken, berichten sie von viel Selbstständigkeit, die sie im Laufe dieser Zeit erworben haben. „Heimweh hatte ich nur am Anfang. Jetzt möchte ich gar nicht fort und würde gerne noch ein paar Monate – sagen wir bis Oktober – bleiben“, erzählt Luciana, auf die Zuhause neben ihren Eltern noch eine Schwester wartet.

Und Jackie, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten ebenso gut in Deutschland eingelebt hat, ist sich sicher: „Meine Familie hatte vermutlich mehr Sehnsucht nach mir als ich nach ihnen. Man hat in dem neuen Land einfach so viele neue Eindrücke gesammelt. Neben der Sprache haben Luciana und Jackie auch ein paar deutsche Eigenarten schätzen gelernt. Beispielsweise die Pünktlichkeit der Deutschen, mit der Beide anfangs so ihre Schwierigkeiten hatten.

Deutsche Pünktlichkeit ist ungewohnt

„Ich habe ein paar Mal den Zug verpasst“, grinst Jackie, der im vergangenen Winter Schnee kennengelernt und eine Vorliebe für Bratwurst und Spargel entwickelt hat.

Ein Jahr im Ausland und konkret in Deutschland zu verbringen, sei ihr Traum gewesen, erzählen die Jugendlichen, die während des Auslandsjahrs abwechselnd bei Familien in Langwedel und Verden gelebt und das Verdener Domgymnasium besucht haben. „Inbounds“ werden sie in der Sprache der Rotarier genannt, während Lina bald zu den „Outbounds“ gehören wird, um jenseits von heimischen Ländergrenzen Erfahrungen zu machen. Allerdings ist die Sprache für die ausländischen Jugendlichen ein weitaus größeres Problem, als wenn Kreisverdener Jugendliche ins Ausland reisen. Denn die Deutschkenntnisse der meisten Jugendlichen seien bei ihrer Ankunft im Land gleich Null, während Lina schon ganz passabel Spanisch spricht. Aber die Gäste werden sprachlich schnell auf Trab gebracht, indem ihnen die Rotarier etwa Deutschkurse finanzieren. Effektiv werde die Sprache durch den familiären Austausch gelernt. Und ob In- oder Ausland: Im Alltag haben sich alle schnell zurechtgefunden. Schmitz: „Berührungsängste gibt es eigentlich nicht. Dazu trägt auch das Rotationsprinzip bei der Unterbringung bei.“ Sowohl Luciana als auch Jackie können sich jedenfalls gut vorstellen, noch einmal nach Deutschland zurückzukehren. Nur für immer in Deutschland zu leben – das wollten beide nicht.

Viele Sticker zieren die Jackets der Mädchen.

Etwa 2 500 Euro kostet den Eltern ein Austausch über Rotary, der auch Nicht-Rotariern offen steht. Das sei preiswert im Vergleich zu anderen Organisationen, da der Austausch auf Gegenseitigkeit beruht. „Familien, deren Kind ins Ausland reist, müssen im Gegenzug einen jungen Gast aus dem Ausland aufnehmen“, sagt Schmitz. „Dadurch werden die Jugendlichen nur in geeigneten und bekannten Familien untergebracht und es gibt selten Probleme.“

Schüler, die das Schuljahr 2018/2019 im Ausland verbringen möchten oder an einem der kürzeren Austauschprogramme interessiert sind, können sich unter www.rotary1850.org informieren oder ihre Bewerbung bis Ende August unter der E-Mail-Adresse uli.schmitz@hoerakustik-schmitz.de an den örtlichen Rotary Club richten. nie

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