Vorläufiges Obduktionsergebnis erfordert weitere Untersuchungen

Weitere Untersuchungen bei Schlägerei-Opfer aus Eritrea

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Viele Westener und Freunde des Opfers nahmen an der Mahnwache teil.

Verden - Im Fall des Flüchtlings aus Eritrea, der vor einem Monat in einer Verdener Diskothek in eine Schlägerei geraten war und wenige Tage später gestorben ist, liegt ein vorläufiges Obduktionsergebnis vor. Dies reicht laut der Staatsanwaltschaft Verden aber nicht zur Klärung der Frage aus, ob der 24-Jährige in Folge der Schlägerei gestorben ist. Weitere Untersuchungen seien deshalb erforderlich.

„Wir können im Moment sagen, dass es geringe bis mäßiggradige Spuren von Gewalt gegen den Kopf des Opfers gegeben hat. Diese Gewalteinwirkungen können für den Verlauf, der zum Tode geführt hat, ursächlich sein. Dazu sind weitere Untersuchungen erforderlich, die noch zirka einen Monat dauern können“, sagt Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, gestern auf Nachfrage. Bis dahin werde er keine Angaben zur Todesursache machen.

Sowohl die Polizei als auch die Diskothek hatten seinerzeit bestätigt, dass es eine Auseinandersetzung in der Nacht zum Sonntag, 12. April, gegeben hat. Gegen 2.30 Uhr sei es aus noch ungeklärten Gründen „zunächst im Raucherzimmer der Disko zu einer Streitigkeit zwischen zwei Männern auf der einen und einer Gruppe von etwa fünf Männern auf der anderen Seite“ gekommen, teilte die Polizei damals mit. „Die Auseinandersetzung entwickelte sich zu einer Schlägerei, die sich zunächst in den hinteren Bereich der Disko und später noch auf den Parkplatz verlagerte. Einer der Männer erlitt so schwere Verletzungen, dass er sich in akuter Lebensgefahr befindet“, hieß es in der Polizeimeldung.

Am Dienstag nach der Schlägerei waren vier Tatverdächtige aus Verden und der Samtgemeinde Thedinghausen vorläufig festgenommen worden. Bereits am nächsten Tag teilte die Polizei mit, dass alle vier Männer mangels dringenden Tatverdachtes wieder freigelassen worden sind. Gegen sie wird weiter ermittelt, bestätigte Gaebel gestern.

Nach Polizeiangaben ist der 24-Jährige am 15. April in einer Bremer Klinik verstorben. In Westen hatte er Zuflucht gefunden und insbesondere dort war die Anteilnahme der Menschen groß. Bei einer Mahnwache am dortigen Amtshaus wurde um Spenden für die Überführung des Leichnams nach Eritrea gesammelt. Ihn dort beisetzen zu können, sei der Wunsch seiner Familie.

Aktuelle Informationen zum Stand der Spendenaktion waren bei den Organisatoren vom Caritasverband gestern nicht zu bekommen. Mittlerweile wurde der Leichnam allerdings von der Staatsanwaltschaft Verden bereits freigegeben. Die erforderlichen weitergehenden Untersuchungen können anhand von entnommenen Proben durchgeführt werden

wb

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