Neue Inszenierung auf der Freilichtbühne in 2022 / Unterstützung durch Kulturausschuss

Domfestspiele in Verden: Vorhang auf für „Die rebellische Hexe“

Die Domfestspiele – hier die Schlussvorstellung 2017 – sollen auch in 2022 mit einer neuen Inszenierung das Publikum nach Verden locken.
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Die Domfestspiele – hier die Schlussvorstellung 2017 – sollen auch in 2022 mit einer neuen Inszenierung das Publikum nach Verden locken.

Verden – Einer Neuinszenierung der Verdener Domfestspiele steht nichts mehr im Wege. Finanzielle Mittel dafür soll die Stadt, so eine Empfehlung des Kulturausschusses, bereitstellen. Und, die eigentliche Hauptsache, es gibt bereits ein Stück, das im Sommer 2022 auf der Bühne vor dem Verdener Dom die Menschen in seinen Bann ziehen wird. Es geht um ein düsteres, aber auch fesselndes Kapitel der Verdener Historie: die Hexenprozesse.

Kapitel aus der Verdener Historie

Die Nachricht über die Empfehlung einer Förderung der Festspiele wurde in den Reihen des Vorstandes mit großer Freude zur Kenntnis genommen. Der gesamte Kulturausschuss hatte zuvor die Vorlage mit Wohlwollen begleitet. „Dass es so glatt und schnell gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet“, betonte Ralf Böse. Für Böse sind es die ersten Domfestspiele, die er als erster Vorsitzender begleiten und organisatorisch mitgestalten wird. „Für uns alle wird es wieder eine schöne Herausforderung, auf die wir uns freuen.“

Bis der erste Vorhang der insgesamt zehn Aufführungen fällt, das wurde auch im Ausschuss deutlich, braucht das Projekt eine zuverlässige Finanzierung. Hans König, der, neben seinem Amt als zweiter Vorsitzender, zugleich die künstlerische Leitung der Festspiele innehat, ist fleißig dabei, verschiedene Fördertöpfe anzuzapfen. Dazu gehören Fördergelder vom Bund, dem Land Niedersachsen sowie verschiedene Stiftungen. „Wir sind da auf einem guten Weg“, verriet Ralf Böse. Und: „Zusammen mit den einzuwerbenden Sponsorengeldern verfügt der Verein über eigene Geldmittel, die eine solide Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung der Festspiele bilden“, so Böse. Ohne die Hilfe der Stadt, auch das machte der Vorstand deutlich, gehe es allerdings nicht.

Ohne die Hilfe der Stadt Verden geht es nicht

Unterstützt wurden die „Domis“ von der Stadt bislang bei ihren Aufführungen mit 10. 000 Euro. Ein Betrag, der dieses Mal nicht reichen wird. „Die Pandemie hat den Veranstaltungsbereich verändert und die Kosten für unterschiedliche Leistungen deutlich erhöht“, sagt Böse. Das fange schon beim Personal an, wo sich das Angebot an freiberuflichen Technikern ausgedünnt habe und damit Honorare deutlich höher ausfielen. Auch müsse sich der Verein einen neuen Proberaum suchen, weil eine städtische Immobilie nicht mehr zur Verfügung stehe. So bitten die „Domis“ die Stadt um 20. 000 Euro.

20.000 Euro für Personal und Technik

Weitere Unterstützung braucht der Verein für die Herrichtung des Festplatzes rund um den Dom. Genehmigung der Bühne, Abnahme der Tribünen, Gastronomiekonzessionen bis hin zur Aufstellung von Fahnenmasten sind Posten, die ins Geld gehen. Wie bei den vorangegangenen Festspielen im Jahr 2017 beläuft sich das sogenannte Sachleistungsbudget seitens des städtischen Bau- und Ordnungsamt sowie des Betriebshofs auf 15 .000 Euro. Auch dafür brauchen die „Domis“ eine Zusage.

Im Jahr 2017 kamen mehr als 10.000 Zuschauer

Die Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden und unberechenbar. Was 2022 sein werde, könne niemand vorhersehen, so Böse. Mehr als 10 .000 Zuschauer kamen in 2017. Wie viel es dieses Mal sein werden, sei ungewiss und damit ein finanzielles Risiko. „Die Gefahr einer geringen Auslastung und damit mögliche Mindereinnahmen ist da“, sagt Böse. Wie auch in den Jahren zuvor wünsche sich der Verein daher eine Absicherung durch eine Ausfallbürgschaft. Die Stadt solle dafür mit 15 .000 Euro bürgen. „Gebraucht haben wir den Betrag bislang nie. Wir hoffen natürlich, dass es dabei bleibt“, so Böse.

Im städtischen Kulturausschuss gab es parteiübergreifend Zustimmung für die Vorlage des Trägervereins. Die Domfestspiele hätten sich zweifellos über die Jahre hinweg zu einem Aushängeschild mit großer Strahlkraft für die Stadt entwickelt, hieß es. Hotellerie, Gastronomie und auch der Einzelhandel würden davon profitieren, so die weitere Begründung. Stimmen Verwaltungsausschuss und Stadtrat ebenfalls zu, steht der Aufführung in 2022 nichts im Wege.

Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel profitieren in Verden

Die Beteiligten sehen die Zustimmung als zusätzlichen Ansporn, verstärkt in die Arbeit einzusteigen. Künstlerischer Leiter und Regisseur Hans König ist mit seinem Team bereits intensiv in die Recherche für das neue Stück eingestiegen. Der Titel „Die rebellische Hexe“ ist gefunden. Hintergrund ist der erste Hexenprozess in Verden zu Beginn des 17. Jahrhunderts, in dessen Verlauf die 15-jährige Margarethe Sievers zum Tode verurteilt worden war. „Wir wollen der bewährten Linie aus den Vorjahren treu bleiben und im Vorfeld möglichst wenig verraten“, sagt Hans König. „Aber es ist eine hoch spannende und vor allem auch politisch brisante Handlung“, verspricht der Regisseur.

Erster Hexenprozess zu Beginn des 17.Jahrhunderts in Verden

Neue Wege geht der Trägerverein dabei in der Rekrutierung des umfangreichen Ensembles. So werden im Vorfeld des Festspiels Workshops in Choreografie und Schauspiel mit professionellen Akteuren angeboten, die vielleicht manch’ schlummerndem Talent den Schritt auf die Bühne machen lassen werden. Man darf auf jeden Fall gespannt sein.

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